Neuenheerse feiert 1150-jähriges Bestehen mit Festakt in der Dechanei Ein Bürgermeister mit Zylinder, Schärpe und Glocke

Bad Driburg-Neuenheerse (WB). »Wer die Vergangenheit nicht kennt, der kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten«, sagte Bürgermeister Burkhard Deppe beim Festakt zum Ortsjubiläum in Neuenheerse.

Die Ehrenurkunde des Kreises überreicht stellvertretender Landrat Heinz-Günter Koßmann (2. von links) dem Bezirksausschussvorsitzenden Heiko Bulk. Landtagsabgeordneter Matthias Goeken (links) und Bürgermeister Burkhard Deppe gratulieren.
Die Ehrenurkunde des Kreises überreicht stellvertretender Landrat Heinz-Günter Koßmann (2. von links) dem Bezirksausschussvorsitzenden Heiko Bulk. Landtagsabgeordneter Matthias Goeken (links) und Bürgermeister Burkhard Deppe gratulieren. Foto: Michaela Hicker

In der Rolle des Stiftamtsmannes und Syndikus des Stiftes Heerse, Friedrich Georg Waldeyer (1766 bis 1808), hat Berthold Lüke ganz in diesem Sinne den Festakt zum 1150-jährigen Bestehen des Dorfes an der Nethequelle eröffnet und danach auch moderiert.

Auftritt mit Zylinder, Schärpe und Glocke

Mit seinem Auftritt in historischer Amtskleidung – mit Zylinder, Schärpe und Glocke – stimmten sich die Neuenheerser stilecht auf das bevorstehende Jubiläumsjahr im Nethedorf ein.

»Als die Römer frech geworden, zogen sie nach Deutschlands Norden, vorne mit Trompetenschall ritt der General Feldmarschall, Herr Quintilius Varus« – humorvoll und poetisch begann Lothar Hamelmann seine Festrede während des Festaktes in der »Alten Dechanei«.

»Wäre Varus dem Rat seines Offiziers Arminius nicht blind gefolgt, hätte die Geschichte Neuenheerses einen anderen Verlauf genommen«, schlussfolgerte der Oberstudiendirektor a.D..

Bogen über Historie des Ortes gespannt

Mit seiner weiteren Schilderung über die Entwicklung des Dorfes, vom Frankenkönig Karl dem Großen über die Gründer des Damenstiftes Heerse, Bischof Liuthard und seiner Schwester Walburga, bis hin zur Eingemeindung der Stadt Bad Driburg, spannte Hamelmann einen Bogen über die Historie des Ortes.

Feierlich eingestimmt wurden die Neuenheerser und ihre Gäste auf das Jubiläumsjahr zuvor in der Stiftskirche St. Saturnina. Dort wurde ein Gottesdienst zelebriert, den die Stadtkapelle Bad Driburg musikalisch umrahmte.

Nach diesem stilvollen Beginn dankte Bezirksausschussvorsitzender Heiko Bulk beim Festakt dem Ortsheimatpflegeteam sowie allen Organisatoren und Vereinen, die zum Gelingen des Jubiläumsjahres einen wertvollen Beitrag leisten.

Entwicklung über Generationen hinweg

»1150 Jahre nach der Gründung haben Mitbürgerinnen und Mitbürger Verantwortung für die Gestaltung des Festjahres übernommen. Sie bauen darauf auf, was Generationen vor ihnen geschaffen haben«, sagte Bulk.

Lobende Worte fand auch Bürgermeister Burkhard Deppe:  »Schon die Beschäftigung mit der Geschichte Ihres Ortes trägt dazu bei, das Gemeinschaftsgefühl weiter zu fördern und die Verbundenheit der Menschen mit ihrem Ort zu stärken.«

Denn trotz aller Veränderungen in diesem langen Zeitraum habe dieser Ort seine Identität bewahren können. »Das lässt die Neuenheerserinnen und Neuenheerser zu Recht stolz auf ihr Gemeinwesen sein«, betonte der Bürgermeister.

Als »Seele des ländlichen Raumes« bezeichnete Heinz-Günter Koßmann die heimischen Dörfer. Das müsse bewahrt und zukünftigen Generationen übergeben werden.

Mit Zuversicht in die Zukunft

»Ich gratuliere Neuenheerse. Der Ort kann mit Zuversicht in die Zukunft schauen«, sagte der stellvertretender Landrat des Kreises Höxter. »1150 Jahre erinnern an die lange Geschichte Neuenheerses, in der Phasen der Beständigkeit und Phasen des Wandels einander folgten.«

Mit der Ouvertüre nach Altgrazer Kontratänzen und den Musikstücken Memphis Picture sowie dem Ungarischer Tanz Nr. 5 sorgte das Klarinettenquartett mit Wilfrid Drüke, Manuel Troike, Ulrich Winsel und Marcus Wischer zwischen den Reden für eine dezente musikalische Note während des Festaktes.

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