Missionsschwester Maria Josefa Nunez berichtet über Projekte in Äthiopien Helfer schenken Kindern Lebensfreude

Gehrden (WB). »Wir träumen davon, dass die Kinder in Äthiopien nie wieder Hunger leiden müssen.« In dieser Vision findet die »Missionsgemeinschaft des Apostels Paulus und Maria, Mutter der Kirche« bei den Sternsingern im Brakeler Land engagierte Unterstützung.

Von Sabine Robrecht
Die Wasserversorgung spielt eine große Rolle bei den Hilfsprojekten in Äthiopien. Die Gehrdener Sternsinger machten sich an dem Info-Abend mit Schwester Maria Josefa bewusst, dass fließendes Wasser aus der Leitung in anderen Teilen der Welt alles andere als selbstverständlich ist. Die Menschen müssen es – wie hier in Äthiopien – mit Kanistern aus Brunnen holen.
Die Wasserversorgung spielt eine große Rolle bei den Hilfsprojekten in Äthiopien. Die Gehrdener Sternsinger machten sich an dem Info-Abend mit Schwester Maria Josefa bewusst, dass fließendes Wasser aus der Leitung in anderen Teilen der Welt alles andere als selbstverständlich ist. Die Menschen müssen es – wie hier in Äthiopien – mit Kanistern aus Brunnen holen. Foto: Orden

Was aus dem von ihnen gesammelten Geld entstanden ist, erfuhren die Kinder am Mittwoch in Gehrden aus erster Hand: Schwester Maria Josefa Nunez berichteteSternsinger bringen den Segen. Und sie sind auch ein Segen – indem sie Spenden sammeln, die in segensreiche Hilfsoffensiven fließen.

Humanitäre Projekte

Die von dem 2013 verstorbenen spanischen Geistlichen Paco Andreo Garcia gegründete Missionsgemeinschaft, der Schwester Maria Josefa angehört, hat in Äthiopien einige dieser humanitären Projekte ins Leben gerufen. In der Diözese Nekemte im Anger-Guten-Tal leitet sie zwei Kindergärten, eine Klinik und zwei Gesundheitsstationen. Hinzu kommen Gesundheits- und Vorsorgeprogramme sowie Brunnenbau- und Agrarprojekte.

Die Priester und Laien der international tätigen Missionsgemeinschaft helfen mit Herz und Verstand und schöpfen aus ihrer tiefen Spiritualität Kraft und Zuversicht. Sie sagen aber auch, dass sie nicht nur geben, sondern auch selber reich beschenkt werden. »Es tut gut, anderen Menschen zu helfen«, strahlt Schwester Maria Josefa, als sie den Sternsingern im Katharinenheim in Gehrden von ihrer Arbeit in Äthiopien erzählt. »Vielleicht habt Ihr auch dieses Gefühl, wenn Ihr als Sternsinger durch die Straßen zieht.«

Wege kreuzen sich

Das Elend, das die kleinen Könige lindern helfen, kennen die aus Spanien stammende Missionarin und auch die Gehrdenerin Maria Sander aus eigener Anschauung. Die Wege beider Frauen kreuzten sich in Äthiopien.

Breite Unterstützung

Die Hilfsprojekte der Missionsgemeinschaft in Äthiopien finden über die Sternsinger hinaus weitere Unterstützung: Pastor Detlef Stock verzichtete bei seinem Priesterjubiläum auf Geschenke und bat um Spenden. Mehr als 10.000 Euro sind inklusive Kollekte zusammen gekommen. Die Frauen des »Freitagskreises« handarbeiteten für Äthiopien. Der Pfarrgemeinderat und der Heimatverein übergaben Maria Sander überraschend fast 500 Euro. Dies ist der Erlös des Festes am zweiten Advent.

Maria Sander engagiert sich dort für das Patenschaftsprojekt »Von Mensch zu Mensch« des Ehepaares Rosi und Klaus Krekeler aus Peckelsheim. Seit fast zehn Jahren besucht die Gehrdenerin regelmäßig die Patenkinder in dem Land am Horn von Afrika. »Im November 2018 fahre ich wieder. Dann habe ich Zehnjähriges«, berichtet die gelernte Krankenschwester. »Ich freue mich sehr, dass wir uns vor einigen Jahren kennengelernt haben und in dieser Zeit so viel entstanden ist«, würdigt Schwester Maria Josefa die gedeihliche Zusammenarbeit mit der Gehrdenerin.

Eindringlich und mit großer Empathie schildern die beiden Frauen das von Hunger und Krankheit verdunkelte Leben vieler Menschen auf dem Lande in Äthiopien. Die Missionsgemeinschaft kümmert sich um mangelernährte Kinder, hilft beim Anlegen von Gemüsegärten und beim Anpflanzen von Obstbäumen und verbessert die Wasserversorgung. In ihren Einsatz für die Jüngsten beziehen die aus Spanien und anderen Ländern stammenden Frauen und Männer immer auch behinderte Kinder mit ein.

Kinder blühen auf

Die Mädchen und Jungen blühen regelrecht auf, weil sie dank des Einsatzes der Missionare und dank der Spendengelder auch aus dem Raum Brakel gesunde Nahrung zu sich nehmen können. Dadurch haben sie die Energie, um mit Freude zu lernen. Filmaufnahmen aus einem der Vorschul-Kindergärten im Anger-Guten-Tal vermitteln beim Infoabend in Gehrden einen Eindruck von der Lebensfreude dieser Kinder.

Den Sternsingern und auch allen anderen Unterstützern dankt Schwester Maria Josefa von ganzem Herzen. Sie und Maria Sander versichern den Menschen noch einmal unmissverständlich: »Jeder gespendete Euro kommt an.«

Schwester Maria Josefa Nunez (hinten, 4. von links) inmitten der Sternsinger. Pastor Detlef Stock (3. von links) hat die Hilfsprojekte ihrer Missionsgemeinschaft in Äthiopien ebenfalls unterstützt. Maria Sander (7. von links) war vor Ort in Äthiopien. Foto: Sabine Robrecht

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