Erste Demenz-WG in Bad Driburg hat noch Räumlichkeiten frei Fast wie wohnen zu Hause

Bad Driburg (WB). Ein Biedermeier-Sofa ist die neueste Errungenschaft und sofort zum beliebten Treffpunkt geworden: Die erste selbstverantwortete Demenz-Wohngemeinschaft im Kreis Höxter ist in Bad Driburg gegründet worden.

Von Jürgen Köster
Gut gelaunte Bewohner, Angehörige und Helferin (von links): Marion Versen, Helmut Nofz, Friederike Wittrock, Friederike Koch, Annegret Baumgärtner und Petra Eck.
Gut gelaunte Bewohner, Angehörige und Helferin (von links): Marion Versen, Helmut Nofz, Friederike Wittrock, Friederike Koch, Annegret Baumgärtner und Petra Eck. Foto: Jürgen Köster

»Wir haben festgestellt, dass diese Wohnform einem Wohnen zu Hause am nächsten kommt. Unsere Familienmitglieder fühlen sich hier wohl und kommen zur Ruhe «, sagt Friederike Koch (30). Ihre Großmutter Friederike Wittrock (92) lebt in der WG und fühlt sich dort sichtlich wohl.

Auch die zurzeit weiteren sechs Mitbewohner im Alter von 65 bis 92 Jahren strahlen – nicht nur jetzt in der Vorweihnachtszeit – Zufriedenheit aus. Maximal bietet die Wohnung Platz für zwölf Bewohner. Diese und ihre Angehörigen bestimmen auch, wer einziehen kann und wer nicht. Ebenso legen sie den Tagesablauf fest und wählen aus, was es zu essen gibt.

24-Stunden-Aufsicht

»Wenn eine Betreuung daheim nicht mehr möglich ist und ein Aufenthalt im Altenheim nicht in Frage kommt, ist diese Wohngemeinschaft eine gute Lösung, die allerdings auch Herzblut und Einsatz der Angehörigen erfordert«, sagt Koch, die Sprecherin der Wohngemeinschaft ist. Durch einen ambulanten Pflegedienst wird eine 24-Stunden-Aufsicht sichergestellt.

Die Zimmer, die auch mit eigenen Möbeln eingerichtet werden können, haben eine Größe von 20 bis 25 Quadratmetern. Hinzu kommt ein großes Wohnzimmer, das ebenso gemeinsam genutzt wird wie die großzügige Wohnküche. Ein Pflegebad und sogar zwei Gästezimmer fehlen ebenfalls nicht. Einen Aufzug gibt es selbstverständlich auch.

Eine wichtige Aufgabe kommt den Angehörigen zu. Sie kümmern sich nicht nur um die individuelle Betreuung »ihrer« Angehörigen, sondern unterstützen sich auch gegenseitig.

Weil es sich um eine anerkannte Wohnform handele, würden die Kosten von den Sozialversicherungsträgern übernommen, berichtet Koch. Mit 1365 Euro schlägt die Präsenzkraft zu Buche, die Miete beträgt 7,50 Euro je Quadratmeter, etwa 150 Euro sind für Nebenkosten kalkuliert, 150 Euro gehen für Einkäufe in die Gemeinschaftskasse. Weitere Informationen: www.demenz-wg-westfalen.de

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