Förderprogramm »Grüne Infrastruktur NRW«: Katzohlbach in Bad Driburg ist Eckpfeiler Grün-Konzept soll Menschen verbinden

Bad Driburg (WB). Grün- und Erholungsflächen schaffen, vernetzen und aufwerten – das soll in Bad Driburg durch eine Zusammenarbeit der Hochschule OWL und der Stadt gelingen. Das Integrierte Handlungskonzept der Hochschule im Rahmen des Förderprogramms »EFRE Call Grüne Infrastruktur NRW« des Landes ist jetzt von einem Gremium empfohlen worden.

Von Dennis Pape
Bad Driburgs Bürgermeister Burkhard Deppe (von links), Prof. Dr. Boris Stemmer von der Hochschule OWL und Martin Kölczer (Baudezernent der Stadt) hoffen darauf, dass die Maßnahmen aus ihrem Handlungskonzept gefördert werden.
Bad Driburgs Bürgermeister Burkhard Deppe (von links), Prof. Dr. Boris Stemmer von der Hochschule OWL und Martin Kölczer (Baudezernent der Stadt) hoffen darauf, dass die Maßnahmen aus ihrem Handlungskonzept gefördert werden. Foto: Dennis Pape

Drei der im Handlungskonzept erarbeiteten Projekte mit einem Gesamtvolumen von 1,3 Millionen Euro sind zur Förderung empfohlen worden, die Förderquote beträgt 80 Prozent. Der EFRE-Call sieht die Förderung und die Entwicklung von Freiflächen, Maßnahmen zum wohnortnahen Naturerleben und die Entwicklung von Grünflächen als Beitrag zu mehr Umweltgerechtigkeit vor. »Das ist ein faszinierendes Projekt, dass die Stadt Bad Driburg nach vorne bringen wird«, sagte Bürgermeister Burkhard Deppe.

Das Integrierte Handlungskonzept der Stadt Bad Driburg analysiert die quantitative und qualitative Ausstattung der Kernstadt mit Grün-, Frei- und Spielflächen. »Die Idee unseres Konzeptes besteht darin, vorhandene innerstädtische Grünzüge entlang des Katzohlbaches von der Quelle bis zur Mündung besser miteinander zu verbinden und aufzuwerten. Im Konzept sind unter anderem Maßnahmen zur Entwicklung des Stadtparks, des Areals der ehemaligen Eggelandklinik oder der Bachaue in der Südstadt vorgesehen«, sagte Deppe weiter.

Innerhalb kürzester Zeit müssen die Projekte antragsreif gemacht werden, damit die Stadt von der Bezirksregierung Detmold den tatsächlichen Zuwendungsbescheid erhalten kann. Sobald dieser vorliegt, kann die Entwurfsplanung unter Beteiligung der Bürger konkretisiert werden. »Wir danken der Hochschule für die Unterstützung«, betonte Bürgermeister Deppe. Ohne sie wäre dieses Projekt nicht zu realisieren.

Die Maßnahmen müssen bis Ende 2022 umgesetzt sein – ein ambitioniertes Vorhaben, denn parallel wird das Integriertes Stadtentwicklungskonzept für die Südoststadt erarbeitet. Zudem erfolgen die Umgestaltungsmaßnahmen an der Gesamtschule in der Südstadt sowie die Umgestaltung der Mühlenpforte und der unteren Langen Straße als größere Projekte.

Der Katzohlbach

Der Katzohlbach ist das leitende Element der Nordwest-Südost-Verbindung durch die Stadt. Er durchfließt das Stadtgebiet auf einer Länge von etwa 3500 Metern. Der Bach ist jedoch an den wenigsten Stellen zugänglich und erlebbar. »Dieser Zustand soll verbessert werden. Entlang des Katzohlbaches soll von der Quelle bis zur Mündung eine begleitende Wegeverbindung für den Rad- und Fußverkehr entwickelt werden«, erläuterte gestern Prof. Boris Stemmer von der Hochschule.

Querungsmöglichkeiten sollen an den Hauptverkehrsstraßen geschaffen werden, der Bach selbst soll weitestgehend renaturiert werden. Stemmer: »Ein Naturerlebnispfad ist eine Option, um Einheimische und Touristen anzusprechen.« Die Maßnahme hat ein Volumen von 400.000 Euro.

Aktiv- und Gesundheitspark

Das Gelände der früheren Eggelandklinik mit etwa 55.000 Quadratmetern liegt zwischen Bahnhof und Innenstadt und ist laut Baudezernent Martin Kölczer ein Schlüsselgrundstück für die Stadtentwicklung.

Die Stadt möchte es vom Land NRW erwerben und es entwickeln (wir berichteten). Auf einer Teilfläche von etwa 15.000 Quadratmetern soll im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes ein Aktiv- und Gesundheitspark errichtet werden. Dabei handelt es sich um ein bisher nicht umgesetztes Projekt, das das Leitbild »Kultur und Freizeit« aus dem Jahr 2012 empfohlen hat. »Ein solcher Park kann beispielsweise einen Barfußpfad, eine Finnbahn, Outdoor-Fitnessgeräte und auch einen Kneippgarten umfassen. Damit soll für alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten eine multifunktionale Grünfläche entstehen, die die Idee der Inklusion und Teilhabe sowie Umweltgerechtigkeit realisiert«, führte Kölczer an.

Die Umgestaltung des Katzohlbaches soll an dieser Stelle eingegliedert werden. Außerdem soll die Durchlässigkeit und Zugänglichkeit des Geländes wiederhergestellt werden. »Das Thema Wasser als lmagefaktor der Stadt kann gut inszeniert werden«, sagte Kölczer. Das Gesamtvolumen der Maßnahme beträgt 794.000 Euro.

Abenteuerspielplatz

Am südlichen Ende der Stadt, im Bereich der Bachaue nahe der B64, soll ein Abenteuerspielplatz für 120.000 Euro entstehen. Fußläufig für die Bewohner des stark verdichteten Quartiers Südost soll Raum zum Austoben und Entspannen geschaffen werden. Hier besteht auch die Möglichkeit einer Anbindung an das jenseits der Bahnlinie gelegene Quartier Steinberg.

Der Spielplatz soll speziell auf die Themen »Natur« und »Umwelterfahrung« ausgerichtet sein – der pädagogische Ansatz des Spielkonzeptes inklusive Naturerlebnis soll vor allem Kinder ansprechen. »Dieser neue Spielraum soll gleichzeitig ein neuer quartiersübergreifender Begegnungsraum für Kinder und Eltern sein und das Wohnumfeld aufwerten«, sagte Boris Stemmer von der Hochschule.

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