NRW-Landtagspräsident André Kuper besucht die Bad Driburger Gesamtschule Kärtchen vom »Schiedsrichter«

Bad Driburg (WB). Kaum ein Schüler im Raum kennt ihn, gute Fragen haben sie trotzdem. So viele, dass NRW-Landtagspräsident André Kuper am Ende sogar Kärtchen verteilen muss – und ohne Mikro mit den Jugendlichen ins Gespräch kommt.

Von Timo Gemmeke
Zwar gab es nicht auf jede Frage eine Antwort, aber dafür am Ende eine Visitenkarte: NRW-Landtagspräsident André Kuper widmet sich den Schülern der Bad Driburger Gesamtschule nach der Gesprächsrunde in der Aula persönlich.
Zwar gab es nicht auf jede Frage eine Antwort, aber dafür am Ende eine Visitenkarte: NRW-Landtagspräsident André Kuper widmet sich den Schülern der Bad Driburger Gesamtschule nach der Gesprächsrunde in der Aula persönlich. Foto: Timo Gemmeke

»Schiedsrichter« im Parlament

Er selbst erklärt sein Amt als das des »Schiedsrichters«, vor ihm im Parlament die Parteien in ihren Trikots: rot, grün, schwarz, blau, lila. Eben deswegen müsse er sich auch an die Spielregeln halten. Die Schüler der Bad Driburger Gesamtschule nehmen André Kupers Erklärung hin, auch wenn einige ihrer Fragen nicht beantwortet werden. Trotzdem: Das, was der Mann im dunkelblauen Anzug da vor der Aulabühne erzählt, interessiert sie – egal ob es nun um überfüllte Schulbusse oder brennende Israelflaggen geht.

Kein Polit-Jargon

Wenn es doch eine Antwort gibt, die er als »Unparteiischer« beantworten kann und auch darf, dann tut er das auf Augenhöhe. Kuper wendet sich nicht im Polit-Jargon an die Schüler, er scheint bemüht um jede Ausführung. So bringt er selbst Fünftklässlern näher, warum Beamte eben mehr verdienen als Angestellte, warum nicht jeder Flüchtling in Deutschland bleiben soll und warum nicht alle Autos von heute auf morgen mit Elektromotoren unterwegs sein können.

Große Politik, kleine Politik

Die Fragen – manchmal simpel, aber stets bedacht – kommen entweder spontan oder aus Ressorts, die im Voraus auf bunten Papierschnipseln vermerkt wurden. Ganz frei springt das junge Publikum vom lokalen Geschehen zum Klimawandel, vom Verbleib eines Hochhauses in Bad Driburg zur großen Politik. Kuper kennt beides – als ehemaliger Bürgermeister von Rietberg ebenso wie als aktueller Landtagspräsident Nordrhein-Westfalens.

Fragen über Fragen

Manche Fragen treffen jene Schnittstelle, wie die eines jungen Herren aus der neunten Klasse: »Was können wir an unserer Schule gegen Diskriminierung tun?« Kuper verweist zu dieser »sehr wichtigen Frage« auf Projekte wie »Schule ohne Rassismus«. Mara aus der achten Klasse möchte wissen, warum »so viel für E-Mobilität getan wird, aber so wenig gegen Massentierhaltung«. Laut Kuper »ist beides wichtig«. Am zufriedenstellendsten dürfte die Antwort – diesmal von Bürgermeister Burkhard Deppe – zur Schulhofsanierung sein: »Die Einzelheiten werden abgestimmt. Es soll aber noch in diesem Jahr losgehen.«

»Politische Entscheidungen sind nicht leicht«

»Wir wollen mit dem Treffen zeigen, dass politische Entscheidungen gar nicht immer leicht sind«, erklärt Fatih Ozbay, Lehrer für Gesellschaftskunde, Deutsch und Philosophie, im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Gemeinsam mit seiner Kollegin Desire Kühne hat er die Gesprächsrunde mit André Kuper geplant.

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