Ehemalige verabschieden sich bei Kehraus von ihrer Bad Driburger Schule Städtisches Gymnasium ist Geschichte

Bad Driburg (WB). Das Städtische Gymnasium in Bad Driburg ist seit Freitag Geschichte. Am vorletzten Schultag hatten sich noch einmal alle, die sich als Ehemalige – sei es als Schüler oder als Eltern – mit dem Städtischen Gymnasium verbunden fühlten, zu Grillwürstchen und einem kühlen Getränk auf dem Schulhof zusammengefunden, um sich von ihrer Schule zu verabschieden. Etwa 400 Gäste konnte Schulleiter Ulrich von Schwartzenberg willkommen heißen.

Auch Simone Wiegand (geborene Klahold, von links), Michaela Bendfeld (Rohde), Thomas Ritzenhoff, Stephanie Giefer (Rohde), Marcus Peters und Ingo Notz waren beim Kehraus dabei.
Auch Simone Wiegand (geborene Klahold, von links), Michaela Bendfeld (Rohde), Thomas Ritzenhoff, Stephanie Giefer (Rohde), Marcus Peters und Ingo Notz waren beim Kehraus dabei. Foto: WB

Die bedauerten zwar durchweg, dass nach 96 Jahren mit der Schließung der Schule zugunsten der Gesamtschule eine Ära zu Ende ging, ließen sich davon aber die gute Stimmung nicht verderben und tauschten Erinnerungen an das Schulleben aus.

Am Freitagvormittag gab es die letzten Zeugnisse. Dann war Schluss. Zuletzt haben im Städtischen noch 17 Schüler ihr Abi gemacht, die 45 verbliebenen Neuntklässler wechseln jetzt an Schulen in der Nachbarschaft. Bad Driburg hat noch zwei private katholische Gymnasien (St. Xaver Bad Driburg und St. Caspar Neuenheerse).

Zu Glanzzeiten hatte das Städtische Gymnasium mehr als 650 Schüler. Die Gesamtschule Bad Driburg wird die Schulräume übernehmen. Dafür wird jetzt umgebaut. Während der Schließungsdebatte gab es sogar ein Bürgerbegehren für den Schulerhalt.

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Immer mit der Ruhe

Das "Städtische" stand immer im Schatten der sog. "Privaten", die nur zu einem minimalen Teil noch kirchlich-katholisch sind und im Zeichen der demografischen Entwicklung inzwischen alle Schüler nehmen, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Glauben.
Es geht nun darum, aus der "deutlich schlechteren Alternative" - ein Schlag ins Gesicht von etwa 40 hart arbeitenden Lehrern - eine gute städtische Alternative zu machen. Die Gesamtschule kann auch in Bad Driburg zum Erfolgsmodell werden, wenn Berührungsängste, Arroganz und Elitedenken abgebaut werden und positive tatkräftige Unterstützung folgt.

Eine Schande -Politik verantwortlich

Diese hervorragende Schule wurde durch eine folgenschwere Personalentwicklung der Politik 2003 in den Abgrund getrieben. Bis dahin erlebte die Schule einen stetigen Aufstieg. Geopfert wurde nun insgesamt eine gegliederte Schullandschaft zugunsten von Privatschulinteressen und einer deutlich schlechteren Alternative. Eine Schande ist das und sie stärkt nicht gerade den Standort Bad Driburg.

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