Tierschutz-Zentrum: Finanzierungslücke von 40.000 Euro – Förderverein löst sich auf Baubeginn erst im kommenden Jahr

Bad Driburg-Siebenstern (WB). »Mit dem Baubeginn 2017 wird es wohl nichts mehr. Wir fassen jetzt den Januar des kommenden Jahres ins Auge.« Susan Smith, Vorstandsmitglied der Deutschen Tierschutz-Union, bedauert, dass das ursprüngliche Vorhaben, das Tierschutz-Zentrum Siebenstern noch in diesem Jahr in Angriff zu nehmen, wohl nicht mehr verwirklicht werden kann.

Von Jürgen Köster
14.000 Euro sind über die Sammeldosenaktion im Kreis Höxter zusammengekommen. Aktuell fehlen jedoch immer noch fast 40.000 Euro, damit die Arbeiten auf dem Gelände beginnen können, das der Tierschutz-Union gehört.
14.000 Euro sind über die Sammeldosenaktion im Kreis Höxter zusammengekommen. Aktuell fehlen jedoch immer noch fast 40.000 Euro, damit die Arbeiten auf dem Gelände beginnen können, das der Tierschutz-Union gehört. Foto: Jürgen Köster

Auf Unterstützung durch den Förderverein »Freunde des Tierheims« kann die Tierschutz-Union auch nicht mehr zählen. Der Verein befindet sich in der Auflösung. »Es passte einfach menschlich nicht mehr zusammen«, berichtet die Vorsitzende Barbara Laackmann.

Die etwa 50 Mitglieder des Vereins hatten tatkräftig mit angepackt, als es darum ging, das Gelände an der Kohlstätte für den Umbau vorzubereiten, hatten Flohmärkte veranstaltet und sich auch im Spendenbereich aktiv mit eingebracht. Man habe sich »im Guten getrennt«, blickt Laackmann zurück.

Drei Vereine

Den Vereinsmitgliedern sei wichtig gewesen, dass die etwa 20.000 Euro, die sie zusammengetragen hatten, als Spende an die Deutsche Tierschutz-Union geflossen seien. Mit den »Freunden des Tierheims«, dem immer noch bestehenden Verein »Tiere in Not« und der Deutschen Tierschutz-Union habe es drei Vereine nebeneinander gegeben. »Das funktioniert einfach nicht«, räumt Susan Smith Probleme ein.

Der Deutschen Tierschutz-Union fehlen nun immer noch knapp 40.000 Euro, um das Projekt Tierschutzzentrum in Angriff nehmen zu können. Dieses kostet laut Smith insgesamt 550.000 Euro. 150.000 Euro hätten die Städte des Kreises Höxter als einmaligen Baukostenzuschuss übernommen. 160.000 Euro kämen als Zuschuss vom Land NRW. 240.000 Euro übernehme die Deutsche Tierschutz-Union. »120.000 Euro davon sollten aus der Bevölkerung kommen. Aktuell sind auf dem Spendenkonto 80 200 Euro«, erklärt Smith. 14.000 Euro davon seien über die Sammeldosen zusammengekommen, die überall im Kreisgebiet verteilt worden seien. Noch fehlten also knapp 40.000 Euro.

79.000 Euro habe die Tierschutz-Union bereits in die vorbereitenden Arbeiten investiert, sagte John F. Pyka, der das Projekt zusammen mit Susan Smith begleitet. Die Baugenehmigung habe noch bis zum August des kommenden Jahres ihre Gültigkeit. Spätestens dann müssten die Bagger rollen.

Keine »abgespeckte« Lösung

Eine »abgespeckte« Lösung komme deswegen nicht in Frage, weil die Tierschutz-Union auf die Landesmittel angewiesen sei. Diese würden jedoch nur dann gezahlt, wenn das Vorhaben komplett durchfinanziert sei.

Eine Lösung könne es allerdings sein, wenn beispielsweise ein Unternehmer eine Absichtserklärung abgebe, dass er sich an den Arbeiten kostenlos beteiligen werde. Nach wie vor sind Smith und Pyka der Meinung, dass der Kreis Höxter ein Tierheim brauche. »Ein Landkreis ohne Tierheim geht gar nicht. Wer privat ein Tier abgeben möchte, ist darauf angewiesen«, meint Smith. Zurzeit würden die Tiere aus dem Kreis Höxter bei einer Tierpension im hessischen Liebenau abgegeben.

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