Nach eskalierter Party in Bad Driburg: Experte gibt Tipps zu Online-Veranstaltungshinweisen Keine Strafanzeigen gegen Eltern

Bad Driburg (WB/sis). Nach der aus dem Ruder gelaufenen Jahrgangsstufenfeier von Neuenheerser Gymnasiasten am Eggekrug in Bad Driburg ermittelt die Polizei. Drei Strafanzeigen wegen Körperverletzung liegen vor.

Im Eggekrug kam es zu den Schülerkrawallen.
Im Eggekrug kam es zu den Schülerkrawallen.

Peter Rech ist Internet-Medien-Coach.

Auf die Frage, gegen welche Personen sich der Tatverdacht und die Anzeigen richten, wollte sich Polizeisprecher Andreas Hellwig nur so weit äußern: »Teilweise gegen Unbekannt, teilweise gegen junge Gäste.« Gegen Elternteile, die am frühen Samstagmorgen bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen dabei gewesen sein sollen, liege keine Strafanzeige vor.

Gerüchte, dass es Schulverweise geben soll, entkräftet Matthias Nadenau, Leiter des St. Kaspar: »Ein Schulverweis steht nicht im Raum.« Die Schüler hätten ihm gegenüber auch bestätigt, dass der Name der Schule für die Einladung nicht benutzt wurde.

Veranstaltung nicht in sozialen Netzwerken öffentlich machen

Während die Schüler der Jahrgangsstufe EF des Neuenheerser Gymnasiums St. Kaspar betonen, dass es sich um eine reine Privatfeier gehandelt habe, liegen dieser Zeitung Informationen vor, dass die Veranstaltung in sozialen Netzwerken im Internet öffentlich gemacht worden sein soll.

Internet-Medien-Coach Peter Rech vom Verein »Sicheres Netz hilft« warnt davor, unüberlegt Veranstaltungen in sozialen Netzwerken zu bewerben. »Dass Veranstaltungen etwa auf Facebook öffentlich erstellt werden, ist schon häufig vorgekommen – ob nun aus Versehen oder mit Absicht. Es hat schon Geburtstagsfeiern gegeben, bei denen plötzlich 4000 Gäste im Garten standen und einen 16. Geburtstag feiern wollten. Da kann nur noch die Polizei zur Hilfe gerufen werden.«

Wer Veranstaltungen in sozialen Netzwerken erstellt, um Menschen einzuladen, müsse besonders auf die Privatsphäre-Einstellungen achten: »Soll die Veranstaltung öffentlich gemacht werden, sollen nur Freunde davon erfahren oder auch die Freunde von Freunden? Schnell ist der Haken in den Einstellungen falsch gesetzt und die Veranstaltung verbreitet sich im weltweiten Netz«, warnt Peter Rech.

»Facebook, Snapchat oder Instagram wollen auch Geld verdienen«

Diese Einstellungen seien bewusst so schlecht für Nutzer durchschaubar: »Unternehmen wie Facebook, Snapchat oder Instagram wollen auch Geld verdienen und haben ein Interesse daran, eine möglichst große Zielgruppe zu erreichen«, erklärt der Internet-Medien-Coach im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Er empfiehlt: »Wer eine Veranstaltung online erstellen möchte, sollte mit einer hohen Sensibilität daran gehen. Ich kann eingrenzen, dass eine Party nur für meine ›echten‹ Freunde sichtbar ist.«

Und wenn die Veranstaltung bereits unbeabsichtigt öffentlich auf Facebook erstellt worden ist? Peter Rech: »Wer die Veranstaltung als Gastgeber erstellt hat, kann sie auch auf privat umstellen. Allerdings ist die Feier dann meistens schon mehrfach geteilt und publik gemacht worden.« Gute Hinweise zu diesem Thema biete laut Rech die Internetseite www.klicksafe.de : »Hier gibt es Tipps zu Einstellungen in allen sozialen Netzwerken – für Jugendliche, Eltern oder Lehrer.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.