ICE-Trasse: Im Vertiefungs-Workshop treffen Rainer Engel und Wolfgang Hesse aufeinander
Planungsdialog nimmt Fahrt auf

Vlotho (WB) -

Mit dem Info-Markt und den ersten Vertiefungs-Workshops nimmt der Planungsdialog für das ICE-Projekt Hannover-Bielefeld Fahrt auf. Im April und Mai stehen jeweils ein digitaler Vertiefungs-Workshop auf dem Terminkalender der DB Netz AG. Vom 26. April bis zum 9. Mai findet zudem der öffentliche Info-Markt statt, bei dem alle Interessierten sich ganztägig via Internet über wichtige Themen des Bahnprojekts informieren und Fragen stellen können.

Mittwoch, 14.04.2021, 09:08 Uhr aktualisiert: 15.04.2021, 09:10 Uhr
Nach der Vorstellung von Rainer Engel sollte die Neubaustrecke bei Bad Oeynhausen auf die Bestandsstrecke führen. Foto: Johannes Pietsch

Ganz besonders interessant – gerade aus Sicht der Kritiker des Bahnprojekts – dürfte der erste Vertiefungs-Workshop am 19. April verlaufen. Im Gegensatz zum öffentlichen Info-Markt steht dieser Termin nur eingeladenen Mitgliedern des Plenums offen. Dabei werden mit Rainer Engel vom Fahrgastverband Pro Bahn und dem Münchener Informatik-Professor Wolfgang Hesse erstmals seit Beginn der Planungen die beiden großen Kontrahenten in Sachen Bahnausbau Hannover-Bielefeld aufeinander treffen.

Der Detmolder Rainer Engel, von Beruf Jurist und seit vielen Jahren ehrenamtlich für den Fahrgastverband Pro Bahn und die Initiative Deutschland-Takt im Einsatz , gilt als prinzipieller Befürworter eines Bahn-Neubaus zwischen Bielefeld und Hannover , zugleich aber auch als besonders scharfer Kritiker der bisherigen Informationspolitik des Bundesverkehrsministeriums. Zugleich lehnt Engel einen Bahnneubau zwischen Stadthagen und Porta Westfalica, wie ihn der Bundesverkehrswegeplan 2016 vorschlug entschieden ab.

In jüngster Zeit sprach sich der Detmolder Bahnexperte für eine modifizierte Version der sogenannten „Idaturm-Trasse“ aus: Sie sollte aus seiner Sicht zunächst von Seelze über Stadthagen verlaufen und östlich an Bückeburg vorbei mit einem Tunnel unter dem Harrl und dem Wesergebirge nach Süden. Dann jedoch sollte diese Trasse nicht – wie in der Variante 5 der fünf Entwurfsvorschläge des Planungsbüros Schüssler-Plan – bis nach Bielefeld führen, sondern nur bis nach Bad Oeynhausen und dort wieder auf die Bestandsstrecke.

Wolfgang Hesse, Seniorprofessor an der LMU München und erklärter Kritiker großer Bahnprojekte wie beispielsweise Stuttgart 21 , plädierte in der Vergangenheit mehrmals für eine Umfahrung Bückeburgs und Mindens, wie sie 2016 im Bundesverkehrswegeplan vorgeschlagen wurde, anstelle eines kompletten Neubaus zwischen Hannover und Bielefeld. Im Gegensatz zu Rainer Engel sieht Hesse die damit einzusparenden 8 Minuten als mit dem Deutschland-Takt vereinbar an. In einem zweiteiligen Memorandum spricht sich der Informatik-Professor für einen generellen Paradigmenwechsel beim Bahnausbau aus. Die beträchtlichen zur Verfügung stehenden Investitionsmittel sollten weniger für einzelne teure Korridorstrecken sondern mehr für eine systemweite Knoten- und Streckenertüchtigung verwendet werden. Hesse sieht darin die Möglichkeit zu einem erweiterten Ausbauprogramm „Alpha++“, in dessen Rahmen auch die Nebenstrecken Löhne-Hameln-Elze und Bielefeld-Altenbeken ausgebaut und sogar die Strecke Stadthagen-Rinteln reaktiviert werden könnte. Die explizite Forderung nach der Umfahrung Mindens und Bückeburgs findet sich in dem Memorandum nicht mehr.

https://www.hannover-bielefeld.de/

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