Vlothoerin Anna Schlutter (21) veröffentlicht Roman „Woran du glaubst“ – Auszeichnungen für Kurzgeschichten
Der Traum vom Schreiben wird wahr

Vlotho (WB) -

Einst war sie beim „Girl‘s Day“ Praktikantin der VLOTHOER ZEITUNG, später freie Mitarbeiterin – jetzt ist Anna Schlutter ihrem Traum, vom Schreiben leben zu können, noch ein gutes Stück näher gekommen. Die mittlerweile 21-Jährige macht mit preisgekrönten Kurzgeschichten auf sich aufmerksam und hat mit „Woran du glaubst“ zum ersten Mal auch einen Roman veröffentlicht.

Freitag, 05.03.2021, 04:51 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 08:54 Uhr
Im „Wreaders“-Verlag ist Anna Schlutters erster Roman erschienen. In „Woran du glaubst“ hat die Vlothoerin zwei Jahre lang Recherche und Herzblut

Anna Schlutter studiert in Bielefeld Germanistik und Politikwissenschaft. Im kommenden Semester schreibt die Vlothoerin ihre Bachelor-Arbeit. Danach plant sie, einen Master in Journalismus anzuhängen – denn „neben der Schriftstellerei möchte ich weiterhin Journalistin werden“, sagt sie. Auch beim „CampusTV“ ihrer Uni ist sie aktiv.

Das Schreiben ist für Anna Schlutter kein Mittel zum Zweck, sondern tiefes Bedürfnis. Schon als Grundschülerin begann sie, ein erstes Buch zu schreiben, „aber damals natürlich nur zum Spaß und für mich“. Als sie zwölf Jahre alt war, reichte sie zum ersten Mal eine Geschichte bei einem Verlag ein. Ihre erste Veröffentlichung war der Essay „Gedankenkarussell“ im Literaturmagazin zugetextet.com. Als 17-Jährige wurde Anna Schlutter mit ihrer Geschichte „Solange wir reden“ Zweite beim Kölner „Junge Autoren Award“ . Daraufhin beteiligte sie sich regelmäßig mit Kurzgeschichten an Wettbewerben und bekam noch mehrere Auszeichnungen.

Mit der Kurzgeschichte „Ein ganz normaler Abend“ gewann sie einen vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen veranstalteten Schreibwettbewerb. Beim Heyne Verlag konnte sie die Kurzgeschichte „Eine Frage der Menschlichkeit“ veröffentlichen, die man im eBook „FutureBrain“ findet. „Das hat mich sehr motiviert“, blickt die 21-Jährige zurück.

Anna Schlutters Literatur, die sie häufig aus der Ich-Erzählerperspektive schreibt, wirkt sehr persönlich, emotional und unmittelbar, ohne den Versuchungen des Kitsch zu erliegen. Die unverstellte, klare Sprache zieht den Leser tief in ihre Texte und stellt schnell das sogenannte „Kopfkino“ her – das Gefühl, mitten in der Geschichte zu stecken und sie wie einen Film zu erleben. Beinahe könnte man vergessen, dass es sich um fiktionale Texte handelt.

„Ich baue nicht bewusst autobiografische Anteile in meine Geschichten ein“, sagt die Autorin. „Ich glaube aber, dass man beim Schreiben immer von seinem eigenen Leben beeinflusst wird. Hauptsächlich über Sachen zu schreiben, die mir selbst passieren, wäre mir aber viel zu langweilig.“

Anna Schlutters literarische Welt hat mehr zu bieten als „das Übliche“. Sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben ist ihr an Tiefgang gelegen. Sie mag Bücher, „die ein bisschen von der Norm abweichen“. So entpuppt sich auch ihr 176 starkes Werk „Woran Du glaubst“, das gerade im „Wreaders“-Verlag erschienen ist, als düstere Geschichte über Lügen und Fassaden. Ein zunächst harmlos scheinendes Spiel unter Freunden verselbstständigt sich und eskaliert. In dieses Buch hat Anna Schlutter viel Zeit und Herzblut investiert. Zwischen ihrem 16. und 18. Lebensjahr arbeitete sie an „Woran du glaubst“. „Allerdings habe ich immer wieder Schreibpausen gemacht, da ich viel mit meinem Abitur zu tun hatte“, so die Absolventin des Weser-Gymnasium s. Zudem musste sie für ihren Roman Recherchen anstellen und sich in die psychologischen Aspekte des Romans einlesen, unter anderem in die Folgen eines psychologischen Traumas.

Die richtigen Worte zu finden, fällt ihr nicht schwer. „Sprachlich verlasse ich mich immer auf mein Gefühl, oft schreiben sich meine Texte dann wie von selbst“, sagt Anna Schlutter. Schwieriger sei eher, das Durchhaltevermögen nicht zu verlieren und nicht aufzugeben, auch wenn Absagen von Verlagen kommen.

Sie hat die Erfahrung gemacht, dass es schwer ist, bei einem guten Verlag unterzukommen. „Ich hatte das Glück, einen Verlag zu finden, der vor allem jungen Autoren und Autorinnen eine Chance geben möchte“, sagt Anna Schlutter. „Davor habe ich es aber auch bei Literaturagenturen und großen Publikumsverlagen versucht, die mir oft geantwortet haben, dass ich noch zu jung bin.“

Zurzeit arbeitet sie hauptsächlich an einem neuen Buch. Zum Inhalt verrät sie nur so viel, als es um „Parallelwelten und einen Weltuntergang“ geht. Vielleicht kann sie ihre Werke ja in Vlotho vorstellen, wenn der (kulturelle) Lockdown vorbei ist ? „Ich habe noch nie eine Lesung abgehalten, würde das aber gern tun, wenn sich die Gelegenheit bietet“, so Anna Schlutter.

 

Zum Buch

Anna Schlutter: Woran du glaubst; Wreaders Verlag, 176 Seiten, ISBN 978-3-96733-156-1

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