Regionale Aktion gegen ICE-Trassenneubau – Bürgerinitiative „WiduLand“ spricht von überwältigender Resonanz
Fackeln als Zeichen des Widerstands

Vlotho -

Großdemonstrationen als tradierte Form des Widerstands sind in der Pandemie nicht machbar. Deshalb hat sich die Bürgerinitiative „WiduLand“, die sich gegen den Neubau einer ICE-Trasse quer durch die Region einsetzt, eine doppelte Alternative einfallen lassen: zugleich dezentral vor Ort und geballt im digitalen Raum.

Sonntag, 10.01.2021, 15:09 Uhr aktualisiert: 10.01.2021, 15:20 Uhr
Auch Familie Nedderhoff ist auf den Beinen und macht mit bei der Fackel-Mahnwache. Foto: WiduLand.de

Fackeln sollten am Samstag auf Privatgrundstücken, an Straßen und Feldern angezündet werden, um Protest zu signalisieren – und zugleich sollten davon Fotos im Internet unter dem Hashtag #widuland1000lichter hochgeladen werden. Mit dieser Strategie trafen die Organisatorinnen und Organisatoren offensichtlich ins Schwarze: Die Beteiligung der Menschen habe sämtliche Erwartungen übertroffen. Nicht nur in Vlotho, sondern auch in Bad Salzuflen-Lockhausen sowie in Kalletal-Erder und Hohenhausen wurde der Widerstand auf diese Weise gezeigt.

„WiduLand“ hatte 1000 Fackeln gestiftet, die am Freitag und Samstag ausgeteilt worden waren. „Die Resonanz war überwältigend: Innerhalb kürzester Zeit sind die Fackeln an acht Ausgabestationen weg gewesen und die Anzahl an Feuer-Bildern sprengt unser aller Vorstellung “, resümiert Dirk Schitthelm, erster Vorsitzender von „WiduLand“.

Schon am frühen Samstagabend waren mehr als 250 Bilder mit dem Hashtag versehen auf Facebook, Twitter und Instagram gepostet worden. Außerdem erreichten die Bürgerinitiative mehr als 200 Bilder per Mail und WhatsApp. Zwischenzeitlich sei das Postfach unter dem Ansturm zusammengebrochen.

Eine Drohne hat das Geschehen aus der Vogelperspektive dokumentiert.

Eine Drohne hat das Geschehen aus der Vogelperspektive dokumentiert. Foto: WiduLand.de

Nicht nur die Fackeln, sondern auch andere Leuchtmittel wurden genutzt: Feuerschalen, Kerzenarrangements und Laternen. Außerdem stellten viele Menschen Kurzbotschaften zu den Fotos: „Wir brauchen keine 18 Minuten“, war zu lesen, „Nicht mit uns“ und „Ausbau statt Neubau“. Über Gartenzäune hinweg, aber mit Abstand, tauschten sich Menschen aus. Zum Beispiel waren etliche Nachbarn in der Eichholz-Siedlung, der Mühlenhofsiedlung und in Wehrendorf auf den Beinen.

Schnitthelm: „Wir sind dankbar für die Unterstützung zahlreicher Menschen hier vor Ort. Uns und hoffentlich auch den Entscheidern signalisiert das, dass eine ganze Region zusammensteht. Das gibt uns Rückenwind für den Bürgerdialog mit der Bahn.“

Am Donnerstag findet eine digitale Auftaktveranstaltung der Deutschen Bahn und des Bundesverkehrsministeriums statt. Bürgerinitiativen wie „WiduLand“ hätten dabei kein Rederecht, so Schnitthelm weiter. „Wir sind gespannt, inwieweit ein echter Dialog stattfindet oder ob es sich um eine Werbeveranstaltung für die neue Trasse handelt.“

Jennifer Güttler beteiligt sich am Protest gegen den möglichen Trassenneubau.

Jennifer Güttler beteiligt sich am Protest gegen den möglichen Trassenneubau. Foto: Christian Althoff

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