Vlothoer beweisen Kreativität gegen Nadeln und Harz im Auto – Weihnachtsbaumabgabe wird für Familienausflüge genutzt
Sammelaktion trotzt Pandemie

Vlotho (WB) -

Ausgediente Weihnachtsbäume nadeln. Und sie harzen. Dennoch verschmutzt man sich nicht notwendigerweise damit den Autoinnenraum: Bei der Corona-Version der Weihnachtsbaumsammelaktion haben die Vlothoerinnen und Vlothoer es trotz dieser Widrigkeiten geschafft, sehr viele abgeschmückte Bäume zu den vier eingerichteten Sammelstellen zu bringen.

Montag, 11.01.2021, 04:52 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 10:58 Uhr
Annemarie Coring, Lisa Diekmann, Pascal Seeger und Victoria Ebert (von links) von der evangelischen Jugend helfen den Vlothoerinnen und Vlothoern, ihre Christbäume zu entsorgen. Foto: Heike Pabst

22 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Jugendrotkreuzes und der Evangelischen Jugend betreuten in Schichten von je zwei Personen die Sammelstellen in Uffeln, auf dem Burgparkplatz, am Exteraner Gemeindehaus und am Waldfreibad. Sie kümmerten sich darum, dass keine Staus entstanden und alle Masken trugen. Darüber hinaus nahmen sie Spenden für die Unterstützung von Schulpatenschaften im afrikanischen Burkina Faso entgegen – unter Einhaltung aller Abstandsregeln.

Diesmal haben Jugendrotkreuz und Evangelische Jugend besonders eng mit der Stadt Vlotho zusammengearbeitet, um die Sammlung überhaupt möglich zu machen. Die Stadt stellte zudem einen Häcksler bereit. Bürgermeister Rocco Wilken und der DRK-Ortsvereinsvorsitzende Sven Kampeter fuhren zu allen Einsatzorten, bedankten sich bei den Ehrenamtlichen und brachten Schokolade vorbei.

Die Ehrenamtlichen staunten nicht schlecht über den Einfallsreichtum der Menschen: Einige der Tannenbäume waren nicht nur abgeschmückt, sondern zum Teil mit der Astschere zerlegt worden, damit sie besser ins Transportfahrzeug passten. „Manche haben die Autos innen mit Pappe und Planen ausgekleidet“, erzählt Jugendreferentin Annemarie Coring. „Andere haben einen Familienausflug daraus gemacht. Die kamen beim Spaziergang mit Kind und Hund vorbei und haben den Baum hinter sich hergezogen.“ Mit dem Traktor, auf der Schuppkarre oder im Pferdeanhänger wurden die Bäume gebracht – „und einer hat wirklich eine Tanne an die Anhängerkupplung gebunden und hergeschleift“, so Coring: nicht zur Nachahmung empfohlen. Aber die Organisatoren hoffen ja ebenso wie alle anderen, dass diese Variante der Vlothoer Weihnachtsbaumsammelaktion ohnehin eine einmalige Ausnahme bleiben wird.

Die Stimmung sowohl der Nutzerinnen und Nutzer als auch der Ehrenamtlichen war gut an diesem Samstag. Und es zeigte sich, dass das Corona-angepasste Angebot deutlich besser angenommen wurde als erwartet. „Zwar sind es weniger Bäume als in den Jahren, in denen wir mit dem Traktor und Anhänger durch die Straßen fahren und so alle Weihnachtsbäume abholen“, sagt Annemarie Coring. „Aber die Haufen sind doch höher als ich gedacht hätte: an allen vier Standorten liegen 50 bis 60 Bäume.“ Man sei froh, auf diese Weise überhaupt Spenden für das wichtige Projekt in Burkina Faso sammeln zu können. An Bargeld hat die Aktion 3240 Euro und zwei Dänische Kronen eingebracht. „Dazu kommen noch die Überweisungen“, so Annemarie Coring. Das Gesamtergebnis steht erst in etwa zwei Wochen fest.

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