Vlothos Feuerwehrchef Torsten Sievering blickt auf das Corona-Jahr 2020 zurück
„Wir sind jederzeit einsatzbereit“

Vlotho (WB). -

Der Jahreswechsel ist für die Vlothoer Feuerwehr sehr ruhig und ohne große Einsätze gelaufen. „Eigentlich untypisch für das zu Ende gegangene Jahr 2020, das mit einer sehr hohen Einsatzzahl – nicht nur wegen der Corona-Pandemie – sehr arbeitsreich war“, zieht Feuerwehrchef Torsten Sievering Bilanz.

Mittwoch, 06.01.2021, 17:43 Uhr
Auch im Corona-Lockdown hält die Vlothoer Feuerwehr Fahrzeuge und Gerät immer einsatzbereit. Foto: Joachim Burek

 

Die Corona-Pandemie mit ihren inzwischen zwei Lockdowns habe darüber hinaus den Arbeitsalltag der Vlothoer Wehr und auch das Zusammenleben innerhalb der „Feuerwehrfamilie“ in der Weserstadt im zurückliegenden Jahr besonders gemacht. „Ich hoffe, dass wir als Feuerwehr, gerade was die Mitgliederzahlen anbetrifft, stabil aus dieser Krise kommen“, erklärt Sievering im Gespräch mit der VLOTHOER ZEITUNG.

Sievering: „Denn gerade das gesellige Miteinander nach den Einsätzen, bei Dienstabenden, Versammlungen sowie bei Tagen der offenen Tür oder Feuerwehrfesten fehlt den Kameraden sehr.“ Besonders betroffen sind die Veranstaltungen und Treffen der Jugendfeuerwehr und der Senioren-Ehrenabteilung.

Und auch der Jahresanfang 2021 ist bei der Feuerwehr geprägt vom aktuell verlängerten zweiten Corona-Lockdown. „Alle unsere Jahreshauptversammlungen bei den Löschgruppen und die große Hauptversammlung der Gesamtwehr zu Jahresbeginn sind abgesagt. Das ist besonders schmerzlich wegen der ausgefallenen Ehrungen, Beförderungen und Auszeichnungen verdienter Feuerwehrkameraden, die stets in diesem Rahmen stattfinden“, so der Feuerwehrchef. Wenn es die Corona-Lage zulasse, wolle man auf jeden Fall die wichtigen Ehrungen in der Ehrenabteilung beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen der Löschgruppe Steinbründorf nachholen, kündigt Sievering an.

Um das fehlende gesellige Miteinander zu kompensieren sei die Wehr schon seit dem ersten Lockdown im März 2020 sehr kreativ gewesen. Regelmäßig habe man einzelne Mitglieder der Gruppen zur Unterstützung bei den Arbeiten der Gerätewarte in die Gerätehäuser eingeladen. Ziel sei einerseits gewesen, den Kontakt außerhalb der Einsätze nicht abreißen zu lassen und um andererseits die regelmäßige Wartung von Gerät und Fahrzeugen auch während der Lockdownphasen zu gewährleisten. Sievering: „Schließlich muss die Wehr auch in der Krise jederzeit einsatzbereit sein.“

Als weitere Möglichkeit, Kontakt zu halten, nutzten die Einheitsführer die neuen Medien für zahlreiche Online-Angebote. „Es hat sogar schon Online-Skatabende gegeben. Oder die Jugendfeuerwehr hat einen Ausbildungsabend online selbst gestaltet und zum Beispiel einen Einsatzwagen samt Gerät auf diese Weise dem Feuerwehrnachwuchs vorgestellt“, berichtet er.

Zu Weihnachten hätten sogar Vertreter von Stadt und Kreis die jungen Feuerwehrleute an der Haustür mit kleinen Präsenten überrascht und so die Anerkennen für ihr ehrenamtliches Engagement ausgedrückt.

Gravierend sind auch die Einschnitte durch die Pandemie für Arbeit der Wehr bei Einsätzen, Übungen und Ausbildung gewesen, bilanziert der Feuerwehrchef. „Es gab bei Beginn jeder Corona-Lockdown-Phase eine große Dienstanweisung mit vielen Handlungsanweisungen für den Einsatz.“ Dazu gehöre die generelle Maskenpflicht, eine Reduzierung der Besatzung bei den Einsatzfahrzeugen sowie die ständige Reinigung und Desinfizierung von Kontaktflächen und Gerät nach den Einsätzen. Darüber hinaus werde strikt darauf geachtet, dass sich die Löschgruppen – auch bei Einsätzen – nicht mischten. „Das ist für die Koordinierung bei den Einsätzen ebenfalls eine neue Herausforderung“, so der Feuerwehrfachmann. Die Tagesbereitschaft schließlich werde daher derzeit nur bei besonders schweren Lagen alarmiert.

Auch für die Unterstützung des Rettungsdienstes, zum Beispiel bei Anforderung zur Tragehilfe, gelten besondere Hygiene-Vorschriften. Dafür halten die Rettungsdienste ausreichend Hygiene-Schutzanzüge vor, um die Unterstützungskräfte der Wehr damit auszustatten.

Wie Torsten Sievering weiter ausführte, arbeite die Vlothoer Wehr derzeit zudem an der Umsetzung des vom Kreis konzipierten Hygiene-Konzepts. „Dazu gehört der Aufbau von zwei Hygiene-Rollwagen, die künftig den Löschgruppen bei Einsätzen über das Wechsellader-System an der Einsatzstelle zur Verfügung gestellt werden“, erläutern Torsten Sievering und der städtische Gerätewart Jost Arning. Bestandteil dieser Hygiene-Ausstattung sind vakuumierte Einsatzkleidung oder Trainingsanzüge zum Kleiderwechsel, zum Beispiel für durchnässte Löschgruppenmitglieder. Speziell für die Corona-Krise werden diese Rollwagen auch mit FFP 2- und FFP3-Masken und Einmal-Anzügen ausgestattet. „Ziel dieses Konzeptes ist es, Gesundheitsrisiken für Feuerwehrleute im Einsatz, die häufig einem erhöhten Kontaminierungsrisiko ausgesetzt sind, zu vermeiden“, so der Feuerwehrchef.

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