Vlothos polnische Partnerstadt: 70 von 140 Bewohnern eines Sozialheims sollen mit Corona infiziert sein
Unübersichtliche Lage in Lubsko

Vlotho/Lubsko -

Das Corona-Virus macht an den Landesgrenzen nicht Halt. Die Lage in der polnischen Partnerstadt Vlotho ist eher unübersichtlich. Zbigniew Wilkiewicz, langjähriger Vorsitzender des Vlothoer Partnerschaftsvereins, informiert über die Situation vor Ort.

Mittwoch, 02.12.2020, 16:36 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 21:48 Uhr
Im Jahr 2017 ist Dr. Zbigniew Wilkiewicz durch die polnische Partnerstadt Lubsko geehrt worden. Foto: Joachim Burek

Seit Gründung der Städtepartnerschaft im Jahr 1992 mit dem ehemaligen Sommerfeld sind viele Bande zwischen den beiden Städten geknüpft worden. Der Partnerschaftsverein Vlotho-Lubsko, der Verein „Moral & Ethik“, SuS Winterberg, FC Exter, der CVJM Wehrendorf und andere engagierte Leute haben daran einen beträchtlichen Anteil gehabt. Doch während der Corona-Krise sind einige dieser Verbindungen unterbrochen worden.

Zbigniew Wilkiewicz, langjähriger Vorsitzender des Vlothoer Partnerschaftsvereins, hat über die gegenwärtige Situation mit Dorota Kacprzak gesprochen, die an einer Schule in Lubsko arbeitet und Vorsitzende des dortigen Partnerschaftsvereins ist. Ihr Eindruck: Die Lage ist schwierig, sowohl in Polen insgesamt als auch in Lubsko. „Besonders beunruhigt ist sie, dass sich im Alten- und Sozialheim der Stadt aktuell 70 von 140 Insassen angesteckt haben“, so Wilkiewicz. Dazu gab es auch eine entsprechende Meldung in der polnischen Presse.

Laut Dashboard der John-Hopkins-Universität gibt es derzeit in Polen 999.924 Infizierte und sind bislang 17.599 Menschen an und mit Corona gestorben.

Die Schulen in Lubsko sind für den Direktunterricht weitgehend geschlossen, es wird mit Internet und digitalen Endgeräten gearbeitet, die den Haushalten zum Teil auch ausgeliehen worden sind. Die Schülerinnen und Schüler, die nicht über die entsprechenden technischen Möglichkeiten verfügen, werden in Kleinstgruppen in der Schule betreut.

Infizierte aus Lubsko, die einen schwereren Verlauf der Erkrankung haben, werden in der Kreisstadt Zielona Gora behandelt.

Die Schutzbestimmungen und Hygienevorschriften in Lubsko ähneln denen in Deutschland. Kneipen und Restaurants sind geschlossen, Kirchen dagegen sind noch zugänglich. Auch Einzelhändler dürften weiterhin geöffnet halten, informiert Wilkiewicz. Zu den polnischen Regelungen teilt das Auswärtige Amt mit: „Montags bis freitags zwischen 10 und 12 Uhr ist Senioren das Einkaufen in Lebensmittelgeschäften, Drogerien und Apotheken vorbehalten.“

Ein etwas positiveres Bild zeichnet Henryk Dybka, der in der Stadtverwaltung auch für den Katastrophenschutz verantwortliche Abteilungsleiter. Er hat eine Infektion nach vier Wochen überwunden und hatte einen mittelschweren Verlauf. Nach einer längeren Quarantäne arbeitet Dybka auch jetzt noch aus dem Homeoffice heraus. Im Telefonat mit Wilkiewicz habe er betont, „dass die Woiwodschaft Lubuskie, der Kreis Zary und die Stadt Lubsko geringe Infektionsraten hätten. Über genauere Daten zur Stadt Lubsko verfüge er nicht, da die zuständige Gesundheitsbehörde diese nicht im Einzelnen veröffentliche, sondern nur Gesamtzahlen für Kreis und Woiwodschaft publiziere“.

Das polnische Gesundheitsministerium verzeichnet aktuell für Lubuskie 387 Infizierte. Von der Infektionslage im betroffenen Alten- und Sozialheim habe Dybka keine Kenntnis gehabt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7705247?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514631%2F
Bombe soll Mittwoch ab 14 Uhr entschärft werden
Die Karte zeigt den Evakuierungs- und Sperrbereich.
Nachrichten-Ticker