Im Frühjahr werden die mutterlosen Tiere auf einem Vlothoer Blühstreifen ausgewildert
Bonneberger ziehen Jungfasane auf

Vlotho (WB). Drei junge Fasane werden ab dem Frühjahr des kommenden Jahres auf dem Bonneberg nach Beeren, Sämereien, Insekten und anderen Kleintieren suchen. Noch wachsen die mutterlosen Hühnervögel bei Familie Schopmeier heran.

Montag, 09.11.2020, 04:31 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 04:40 Uhr
Da haben sie aber noch einmal Glück gehabt: Drei Monate alt sind die kleinen mutterlosen Fasane, die in einer sicheren Behausung auf dem Bonneberg heranwachsen dürfen. Foto: Gisela Schwarze

Als ein Bonneberger Landwirt Mitte August seine Wiese zum letzten Mal in diesem Jahr mähte, scheuchte er während des Mähens eine Fasanenmutter auf, die auf ihren Eiern saß. Der aufmerksame Landwirt wandte sich Rat suchend an den Jagdrevierpächter Christian Rasche.

Eier ausgebrütet

„Brütende Fasanen, die von den Eiern vertrieben wurden, kehren üblicherweise nicht zum Ausbrüten zurück“, wusste der Bonneberger Jäger und überlegte sich eine Lösung. Zunächst mussten die Eier umgehend in die Brutanlage des Landwirts gebracht werden. Bereits nach acht Tagen schlüpften die kleinen Fasane, zwei Hennen und ein Hahn. Inzwischen hatte Christian Rasche Kontakt zum Hegering-Mitglied Holger Schopmeier aufgenommen. „Von ihm wusste ich, dass er erfolgreich Küken großzieht und auf seinem Grundstück viele Tiere beherbergt“, so der Jagdrevierpächter.

Holger Schopmeier überlegte nicht lange und übernahm am 27. August die Mini-Fasane, päppelte sie so weit heran, dass sie inzwischen schon ansehnliches Federvieh geworden sind. „Meine siebenjährige Tochter Hanna ist hier die Obertierpflegerin. Jeden Morgen ist nach dem Aufstehen ihr erster Gang zu den Fasanen zur Fütterung“, lacht Holger Schopmeier und freut sich über das Wachstum der Tiere.

Sicher gegen Fressfeinde

Aufzuchtfutter und zusätzliche pflanzliche Nahrung lassen die Fasane gedeihen. Der Tierfreund baute seinen drei Zöglingen einen Auslauf mit einem festen kleinen Haus. „Einige Zeit kamen die Tiere zunächst auf eine Wärmeplatte, weil der Untergrund für sie sonst zu kühl gewesen wäre. Das ist nun vorbei. Dennoch gehen sie zurzeit gern in den Bau, ziehen sich zurück, weil es dort doch wärmer ist als draußen“, erzählt Holger Schopmeier.

Richtig sicher gegen Fressfeinde wie Füchse oder Waschbären hat er den Fasanenkäfig gebaut, rings herum und oben mit engmaschigem Draht versehen. „An die kleinen Fasanen kommt so keiner heran“, bekräftigt er. „Wenn es jetzt kälter wird, bleiben die Tiere nicht draußen. Sie bekommen eine Bleibe im Stall“, ist der Plan.

Zusammenarbeit von Jägern und Landwirten

Erst nächstes Jahr könnten die Hühnervögel in der freien Natur überwintern, wissen die fachkundigen Naturschützer. Das Auswildern ist deshalb fürs Frühjahr geplant. „Wir haben hier auf dem Bonneberg erfreulich viele Blühstreifen, in denen wir die Fasane in die Freiheit entlassen werden. Privatleute haben in jüngster Vergangenheit dankenswerter Weise Flächen für Grünstreifen zur Verfügung gestellt. Dort finden die Fasane Nahrung, Schutz und gute Deckung unter hohen Grasbüscheln“, so Christian Rasche.

Dass der Naturschutz auf dem Bonneberg so gut funktioniert, freut ihn außerordentlich: „Super, wie hier Jäger und Landwirte zusammenarbeiten.“ Noch haben alle drei Vögel, die nun etwa drei Monate alt sind, ihre bräunliche Tarnfärbung. Die beiden Hennen werden dieses farblich eher triste Federkleid behalten, der Hahn wird ein farbenprächtiges Gefieder und deutlich längere Schwanzfedern bekommen.

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