Anwohner sind verärgert über Blätter und Samen städtischer Ahornbäume
Exteranerin fordert „Laubrente“

Vlotho (WB). Seit einigen Jahren kocht mit Beginn des Herbstes der Ärger bei den Anwohnern der Nelken- und Veilchenstraße in Exter hoch. Das Laub und der Samen der städtischen Spitzahornbäume wird massiv in die umliegenden Gärten geweht. Der Arbeitsaufwand, um es zu fegen, ist groß und gleicht einer Sisyphos-Arbeit.

Donnerstag, 05.11.2020, 04:00 Uhr
Sonja Luetgens, Bewohnerin des Eckgrundstückes Veilchenstraße/Nelkenstraße ist mit anderen Anwohnern genervt von den städtischen Ahornbäumen in der Nelkenstraße. Ständig müssen sie den massiven Laubbefall aus ihren Gärten entfernen. Foto: Joachim Burek

Sonja Luetgens (57), Bewohnerin des Eckgrundstücks an Veilchen- und Nelkenstraße, ist schon wiederholt bei der Stadt vorstellig geworden, um einen weiteren Rückschnitt der Bäume und Unterstützung bei der Beseitigung des Laubs zu bekommen. Vergeblich. In diesem Jahr ist ihr der Kragen geplatzt. „Ich werde das so nicht mehr hinnehmen und bei der Stadt eine so genannte Laubrente einfordern und das auch notfalls mit rechtlichen Schritten durchsetzen“, ist sie entschlossen.

Die Möglichkeit einer solchen Schadensersatzregelung hat sie im Bürgerlichen Gesetzbuch im Paragraphen 906 gefunden. Danach kann so ein Ausgleich vom Eigentümer eines fremden Grundstücks gefordert werden, wenn der Laubbefall von dort und seine Beseitigung über das ortsübliche Maß hinausgeht (siehe Kasten).

„Kommen gegen das Laub nicht mehr an“

Sonja Luetgens und ihr Mann bewohnen das Eckgrundstück seit 1997. Damals sei nach einem Rückschnitt in den 80er Jahren der Befall noch im Rahmen geblieben. „Aber nun wachsen die Bäume, die auch nicht im vorschriftsmäßigen Abstand von den Grundstücken stehen, seit Jahren ungehindert und wir und die Nachbarn kommen nicht mehr gegen das Laub an. Auch die Säcke mit dem gesammelten Laub stehen schon seit Tagen an der Straße und werden nicht abgeholt“, klagt sie. Die Stadt berufe sich stets auf die Baumschutzsatzung, die einen Rückschnitt dort nicht erlaube.

Stadt: „Müssten Antrag erst prüfen“

„Grundsätzlich muss ein Grundstückeigentümer dieses Laub fegen. Aber selbstverständlich werden wir einen solchen Laubrente-Antrag prüfen, wenn sie ihn stellt“, erklärt Christian Hohmeier von den Vlothoer Wirtschaftsbetrieben. Es sei aber abzuwarten, ob das dort greife. Darüber hinaus sei ein Baum-Rückschnitt nur aus baumpflegerischen oder Sicherheitsgründen zulässig.

 

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