Erwin Grosche präsentiert in der Vlothoer Kulturfabrik poetische Niederschläge
Gedanken aus heiterem Himmel

Vlotho (WB). Vlotho hat ihn lange vermisst. Erwin Grosche gilt als der Magier des Minimalen. „Wie aus heiterem Himmel“ – der Name seines neuen Programms - ist er in der Kulturfabrik aufgetreten. Der Förderverein der Stadtbücherei hatte ihn eingeladen. 50 Gäste haben den Auftritt im Veranstaltungsraum des JUZ genossen.

Montag, 26.10.2020, 15:30 Uhr aktualisiert: 26.10.2020, 15:35 Uhr
Bewaffnet mit diversen Klanggerätschaften kredenzt Erwin Grosche dem Publikum sein aktuelles Bühnenprogramm. Foto: Frank Dominik Lemke

Sie applaudieren bereits, bevor Erwin Grosche die Bühne betritt. Der Komiker mit roter Krawatte und braun meliertem Anzug, in dessen Mustern aufgepustete Stichmännchen durcheinander purzeln, verbeugt sich, bereitet die Arme zu einer Andeutung aus und bedankt sich. „Seit mehr als 40 Jahren bin ich so etwas wie ein Ehren-Vlothoer“, sagt Erwin Grosche. In dieser Zeit habe er viel Schönes hier erlebt.

Müslikuchen mit Haferflocken

Er springt in seinen Gedanken von der Vergangenheit über die neue Autobahnanbindung hin zur Weihnachtszeit. Der erste Gedankenblitz, den er zu einem Gag ausbaut, dreht sich um Müslikuchen mit Haferflockenbezug – perfekt zum Abnehmen, um in der Weihnachtszeit wieder zunehmen zu können. Müslikuchen, ernsthaft? Dieser Kuchen mit dieser Flockenbeschichtung? Den vergesse doch jeder. Erst beim Bäcker. Dann im Kühlschrank. „Naja, das Gute daran ist, dass er nach drei Tagen nicht schlechter schmeckt als am ersten“, sagt Erwin Grosche.

Dann holt er sein Akkordeon hervor, spielt das erste Lied des Abends und beginnt mit poetischen Niederschlägen über Gott, Handys, Keksdosen und Brotscheiben: „Gott liebt uns, ja. Aber warum sollte der an uns glauben?“, „Wir haben das Handy in der Hand – ne, das Handy hat uns in der Hand“, „Warum wird die Scheibe eines Brotes hart, die Kekse in der Dose aber weich?“

Tiefgründig und neckisch

Mit jeder Minute gewinnt Erwin Grosche an Fahrt. Das Publikum geht mit, applaudiert und lacht. Mal sind seine Witze scheinbar oberflächlich. Im nächsten Moment sind sie tiefgründig, spielerisch, neckisch: „Sag mir deinen Namen und ich sag dir, wie du heißt. Um uns allen schwebt ein Rahmen, der die Welt zusammen schweißt.“

Für diese Gegensätze schätzen ihn die Vlothoer: „Erwin Grosche verpackt tiefgründige Gedanken in scheinbar belanglosen Witzen, die er herrlich albern vortragen kann. Wer ihn erlebt, hat immer wieder ein schelmisches Grinsen im Gesicht“, sagt Jutta Obernolte vom Förderverein der Stadtbücherei. Der Auftritt werde den Besuchern trotz Maske aufgrund von Corona-Auflagen noch lange und gut in Erinnerung bleiben.

Wer mehr über die fantasievollen Bonmots, gewürzt mit Selbstironie, Schabernack und Alltag von Erwin Grosche erfahren will, kann auf seiner Website Erbauliches und allerlei Literarisches finden. Als nächstes macht er, laut Terminplanung, am Sonntag, 8. November, eine „Museumsführung“ im Heinz-Nixdorf-MuseumsForum in Paderborn.

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