Jörg Uwe Pehle und Thomas König ziehen zurück an die Burgstraße
Das Pfarrhaus ist fertig saniert

Vlotho (WB). 13 Monate lang haben Handwerker das Pfarrhaus der evangelischen Kirchengemeinde St. Stephan saniert. Jetzt ist es so weit fertiggestellt, dass Pfarrer Jörg Uwe Pehle, sein Mann Thomas König und Hündchen Luca wieder einziehen können.

Samstag, 24.10.2020, 04:48 Uhr aktualisiert: 24.10.2020, 04:50 Uhr
Sie freuen sich, wieder zuhause zu sein: Pfarrer Jörg Uwe Pehle, Ehemann Thomas König und Terrier Luca. Foto: Heike Pabst

Das 70 Jahre alte Haus hat es seinen Bewohnern und später auch den Handwerkern nicht leicht gemacht. Nachdem die Schimmelproblematik so schlimm geworden war, dass sie massive gesundheitliche Probleme hervorgerufen hatte, waren St. Stephans- Pfarrer und sein Mann im September 2019 ausgezogen (wir berichteten).

Gebäude stark belastet

Dann wurde eine Bestandsaufnahme gemacht. „Baubiologe Detlef Blöbaum hat festgestellt, dass das Haus stark belastet war“, erzählt Architekt und Bauleiter Torge Lüdkemeier. Der Schimmel war von Baumängeln wie nicht isolierten Rohren verursacht worden: „Da bildete sich Schwitzwasser und das zog in die Wände“, erläutert Heiko Herzog von der Jones GmbH. Dieses schon Jahrzehnte alte Problem wurde dadurch verschlimmert, dass die Wände immer weiter übertapeziert worden waren. So konnte der Schimmel bis in den Putz hineinkriechen. Auch Asbest und eine leichte Belastung mit Formaldehyd wurden gefunden.

Sanieren, aber richtig

Nachdem das Ausmaß der Schädigungen feststand, stellte Lüdkemeier dem Presbyterium die Sachlage vor. Das Presbyterium entschied sich im März für: „Wir sanieren, aber dann auch richtig!“ Schritt für Schritt wurde das Pfarrhaus fast bis in den Rohbauzustand zurückversetzt. Dabei fanden die Handwerker etliche „Überraschungen“, erzählt Lüdkemeier: „Auf dem Dachboden gab es armdicke Heizungsrohre, die heizten immer schön den Dachboden mit. Im Keller verkleinerten die Versorgungsleitungen den Gang so, dass man als Mensch über 1,70 Meter Körpergröße den Kopf einziehen musste. Überall gab es Totkabel und verschmorte Lüsterklemmen in den Dosen, das hätte irgendwann gebrannt. Früher waren einmal in jedem Zimmer Waschbecken. Die waren zwar abgebaut worden, nicht aber die Wasserleitungen. Da stand überall noch das Wasser drin.“

Fenster fielen aus den Laibungen, die Fußbodenfliesen hatten keine Haftung mehr auf dem Untergrund, in den Wänden wurden Eisenbahnschwellen entdeckt, die in den 50er Jahren als Baumaterial verwendet worden waren. „Da sind wir mit den Rohren für die neue Lüftungsanlage grade so drübergekommen“, sagt Torge Lüdkemeier lachend. Im Grunde glich das Bauprojekt einem Puzzle, an dem alle Beteiligten mitpuzzlen mussten.

Super Zusammenarbeit

Tatsächlich habe die Sanierung dieses Hauses richtig Spaß gemacht, resümiert der Bauleiter. „Normalerweise braucht so etwas viel mehr Vorlaufzeit und dann kam auch noch Corona“, so Lüdkemeier. Die Handwerker wären dennoch bei der Stange geblieben und hätten alle super zusammengearbeitet, so der Architekt. Jetzt sei das Haus auf dem aktuellen Stand der Technik und für Jahrzehnte nutzbar. Im ganzen Haus gibt es keine Tapeten mehr, nur noch atmungsaktiven Putz. Auch die neue Lüftungsanlage wird das ihre zu einem gesunden Raumklima beitragen.

Pfarrer Jörg Uwe Pehle bedankt sich auch im Namen des Presbyteriums bei Lüdkemeier und allen Handwerkern. „Ihr habt dieses Haus gerettet. Wir werden uns hier wohlfühlen.“ Er betont, die Generalmodernisierung im Sinne der Werterhaltung komme der Gemeinde St. Stephan zu Gute. „Sonst hätten wir hier immer weiter Geld verbrannt.“ Zu den Gesamtkosten der Sanierung sind bislang noch keine Angaben gemacht worden.

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