Protest gegen ICE-Trasse: Stadt Vlotho soll anonyme Spende weiterleiten
500 Euro für geplante Bürgerinitiative

Vlotho (WB). Ein Umschlag mit ungewöhnlichem Inhalt lag jetzt im Postkasten des Vlothoer Rathauses. Ein Unbekannter hatte einen offenen Brief, der unter anderem an den Vlothoer Stadtrat und die in Gründung befindliche Bürgerinitiative gegen die ICE-Trasse adressiert ist, eingeworfen . Beigefügt waren 500 Euro in bar, die die Stadt an die Bürgerinitiative für die Ausstattung der Initiative mit Räumlichkeiten und Infrastruktur weiterleiten soll.

Samstag, 10.10.2020, 03:30 Uhr
Bürgermeister Rocco Wilken präsentiert die anonyme Spende für die Bürgerinitiative und den Brief des Unbekannten. Foto: Joachim Burek

In dem Schreiben macht der Absender mit dem Appell „Vlotho und das Umfeld darf nicht zerstört werden“ seinen Protest gegen die geplante ICE-Trasse von Bielefeld nach Hannover, die auch durch Vlothoer Stadtgebiet führen soll, deutlich. Mit der Spende und seinem Bürgerantrag an den Rat wolle er die Gründung und Arbeit der Bürgerinitiative unterstützen. Gleichzeitig verknüpft er den Antrag mit einem Spendenaufruf zugunsten der Bürgerinitiative.

Kommunalaufsicht gibt grünes Licht

„Das war natürlich eine nicht alltägliche Überraschung, als wir den Brief geöffnet haben und die fünf 100-Euro-Scheine vorfanden“, kommentierte Bürgermeister Rocco Wilken die ungewöhnliche Post. Er habe sich dann bei der Kommunalaufsicht erkundigt, ob die Stadt diese anonyme Spende annehmen und weitergeben dürfe. Diese habe nach der Prüfung grünes Licht gegeben.

„Daher werden wir das Geld in der Stadtkasse aufbewahren und es der Bürgerinitiative, wenn sie sich wie geplant am 21. Oktober konstituiert, als Zuwendung weitergeben“, sagte Wilken. Gleichzeitig dankte er dem anonymen Spender und wertete es als gutes Signal für den aufkeimenden Bürgerprotest gegen die Trasse. Wilken: „Diese Spende hilft der neuen Bürgerinitiative, arbeitsfähig zu werden.“

In dem anonymen Schreiben befürchtet der Absender unter anderem, dass die Strecke über Vlotho tatsächlich verwirklicht werde, wenn Minden ein ICE-Bahnhof bliebe. Vorstellbar sei dann für ihn eine Route westlich der Weserbrücke zwischen Gut Deesberg und dem Klärwerk oder zwischen Klärwerk und Stadtwerken in den Amtshausberg oder östlich von Uffeln-Buhn über den Steinbruch beziehungsweise von Uffeln-Buhn Richtung Bahnbrücke in den Winterberg, von dort dann weiter zwischen Borlefzen und Kalldorf hinein ins Lipperland.

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