Ehemalige Sparkassen-Filiale in Vlotho-Exter wird für Dr. Anke Dittmar ausgebaut
Hausarztpraxis öffnet am 2. November

Vlotho (WB). Dort, wo noch Anfang des Jahres die Exteraner ihre Geldgeschäfte erledigt haben, ist eine Großbaustelle. Die Bau- und Siedlungsgenossenschaft, die das Gebäude Solterbergstraße 197 von der Sparkasse Herford übernommen hat, investiert 350.000 Euro in den Umbau. Am 2. November wird Dr. Anke Dittmar dort eine Hausarztpraxis eröffnen.

Donnerstag, 10.09.2020, 04:16 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 05:02 Uhr
Dr. Anke Dittmar eröffnet noch in diesem Jahr die „Praxis Exter“; von links: B&S-Prokurist Florian Ohmes, Landrat Jürgen Müller und Bürgermeister Rocco Wilken. Foto: Jürgen Gebhard

Die Fachärztin für Allgemeinmedizin arbeitet seit 14 Jahren als angestellte Ärztin in Kalletal-Hohenhausen. Langfristig könne sie sich vorstellen, in Exter eine Gemeinschaftspraxis zu schaffen oder zusätzlich einen Arzt oder eine Ärztin einzustellen. Zudem wolle sie junge Kolleginnen und Kollegen weiterbilden.

170 Quadratmeter

Mit der Eröffnung wird es nach Jahren wieder eine hausärztliche Versorgung vor Ort geben. „Der Standort ist für mich ideal, ich wohne auf der Lohe“, sagte Dr. Anke Dittmar, als sie Landrat Jürgen Müller, Bürgermeister Rocco Wilken und B&S-Prokurist Florian Ohmes durch ihre zukünftigen Praxisräume führte.

Insgesamt 170 Quadratmeter stehen dort zur Verfügung. Für die 63 Quadratmeter große, renovierte Wohnung im Obergeschoss sucht die B&S derzeit noch einen Mieter. Auch der SB-Service der Sparkasse Herford bleibt erhalten: Der Selbstbedienungsterminal wird aus dem Eingangsbereich an die Südseite des Gebäudes umziehen.

B&S als Investor

Das Flachdachgebäude am Buswendeplatz diente 46 Jahre als Sparkasse. Das veränderte Kundenverhalten und die daraus resultierende mangelnde Wirtschaftlich führten zur Schließung. Die B&S wurde als Investor gewonnen. Die Übernahme von aufgegebenen Sparkassen-Filialen gehöre zwar nicht zu den Kernaufgaben des Unternehmens, die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung sei für die B&S allerdings ein genossenschaftliches Anliegen, sagte Florian Ohmes.

In enger Kooperation mit Stadt, Kreis, Sparkasse und der künftigen Nutzerin sei ein Planungskonzept entwickelt worden. „Die neue Praxis ist ein wahrer Glücksfall für unsere Stadt“, sagte Bürgermeister Rocco Wilken. Die Stadt Vlotho unterstützt das Projekt im Rahmen der Stadt- und Ortsteilentwicklung mit 50.000 Euro. Wilken: „Die digitalen Angebote werden in Zukunft eine große Rolle spielen. Gleichzeitig muss ein Hausarzt für die persönliche Beratung im Ortsteil erreichbar sein.“

Förderung durch Kreis

Angesichts des demografischen Wandels sei die wohnortnahe und bedarfsgerechte hausärztliche Versorgung eine „zunehmend herausfordernde Aufgabe“ und ein wichtiger Standortfaktor, stellte Landrat Jürgen Müller fest. Er verwies darauf, dass der Kreis Herford mit jeweils 25.000 Euro die Ansiedlung von vier Arztpraxen in unterversorgten Orten gefördert habe (zwei in Vlotho, eine in Herford und eine in Kirchlengern).

Der Kreis Herford hat insgesamt eine geringe Hausarztdichte. Die Zahl der Hausärzte ist rückläufig, in Vlotho und Herford sind die Hälfte der Ärzte über 60. „Wir steuern hier durch unsere Förderungen konsequent gegen und konnten bereits Erfolge erzielen“, sagte der Landrat.

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