Sportplatz Exter: Bauleitplanung vor dem Abschluss – Planer stellt sich vor
Ein sportliches Projekt

Vlotho (WB). Die Bauleitplanung für die Um- und Neugestaltung des Sportplatzes in Exter steht kurz vor dem Abschluss. Bereits am Donnerstagabend wird im Rat der Satzungsbeschluss für den notwendigen Bebauungsplan gefasst, am Abend zuvor hatte sich der Stadtentwicklungsausschuss mit dem Thema beschäftigt.

Donnerstag, 10.09.2020, 05:00 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 09:16 Uhr
Sportplatzumbau Exter: Vertreter aus Politik und Vereinen haben sich mit den Planern zum Ideenaustausch getroffen. Foto: Joachim Burek

Flankierend dazu hat sich jetzt das beauftragte Planungsbüro Pätzold und Snowadsky aus Osnabrück den Vertretern der Exteraner Gruppen und Vereine auf dem Sportplatzgelände vorgestellt, um die Bedarfe für die Umgestaltungsplanung abzufragen.

Die Planer

Zu dem Gedankenaustausch im Vereinsheim des FC Exter begrüßten Bürgermeister Rocco Wilken und Klaus Peter Weyer vom Fachdienst Liegenschaften neben den Vertretern des FC Exter, der SGE Exter, von Schule und Kita sowie der Politik den Landschaftsarchitekten Jonas Heidbreder. Er stellte zu Beginn sein Planungsbüro vor, das auf eine 60-jährige bundesweite Erfahrung in der Planung von Sportanlagen, Laufbahnen und Multifunktionsplätzen zurückblickt. „Auch hier in Ostwestfalen sind wir sehr aktiv. Wir arbeiten seit 20 Jahren für die Stadt Bad Salzuflen und haben außerdem zuletzt Sportanlagen im Kalletal, in Herford und in Lübbecke geplant“, sagte er.

Im Anschluss wies Bürgermeister Wilken darauf hin, dass aufgrund der Lage des Sportplatzes insbesondere bei der Vorplanung ein großes Augenmerk auf die Belange des Gewässerschutzes sowie die Bereiche Versiegelung und Wohnbebauung gerichtet werden müsse.

Kunstrasen-Variante

Im Mittelpunkt der Neugestaltung des Sportplatzes steht unter anderem die Umwandlung in einen Kunstrasenplatz. Unter den drei vom Planer vorgestellten Varianten bevorzugen die Vertreter des FC Exter einen Kunstrasen mit gerader Faser und dem Füllstoff Kork im Oberflächenbereich.

Landschaftsarchitekt Heidbreder betonte, dass gerade Fußballvereine mit diesem Füllstoff gute Erfahrungen gemacht hätten. Allerdings trage sich der Kork auch bei Regen leichter aus und müsse in Abständen nachgefüllt werden, Entsprechendes Pflegegerät zum Aufbürsten und auch Laubbläser müssten angeschafft werden.

Platzgröße

Die Ausmaße des Platzes sollten nach Wunsch des FC Exter 100 mal 64 Meter betragen, damit er den Anforderungen für den Spielbetrieb in der Bezirksliga genüge. Aufgrund dieser gewünschten Größe müsse dann die Detailplanung zeigen, welche Variante für die von der Leichtathleten der SG „Einigkeit“ Exter geforderte Kunststoff-Laufbahn aufgrund der vorhandenen Fläche umsetzbar sei. Gewünscht sind vier Bahnen.

Denkbar sei aber auch, dass nur drei oder zwei Bahnen für die Sportplatz-Runde machbar seien, so der Planer. Ein weiterer Wermutstropfen für die SGE war dann die Aussage Heidbreders, dass Wurfdisziplinen wie Speer, Diskus und Hammer auf dem Kunstrasenplatz nicht ausgeübt werden dürften.

Auch die Tatsache, dass schwere Fahrzeuge wie Bierwagen und Imbisswagen auf einer Kunststoff-Laufbahn nicht zu platzieren seien, stellt die Planer vor die Herausforderung, Alternativen aufzuzeigen. Denn Platz für solche Stände sei für die Ausrichtung von Veranstaltungen wie Sportfeste, „Exter rockt“ oder den Triathlon notwendig, machten die Vereinsvertreter deutlich.

Integrationsplatz

Das von Bund geförderte Sportplatzprojekt, bei dem aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ insgesamt bis zu 1,1 Millionen Euro abgerufen werden können, sieht auch die Schaffung einer Freizeit- und Integrationsfläche als Treff für die Dorfjugend vor. Hier riet der Planer zu einer Anlage beispielsweise mit einem Basketball- und Streetballplatz. Konkrete Vorschläge sollen bei einem Treffen mit den Jugendlichen am 29. September um 16.30 Uhr gesammelt werden.

Zeitlicher Ablauf

Den Wunsch, in kommenden Jahr auf dem Sportplatz noch den Exter-Triathlon auszurichten, bezeichnete der Planer als „sportlich“. Voraussetzung sei, dass im Januar/Februar die Baugenehmigung vorliege und nach einer sechswöchigen Ausschreibungsphase im Frühjahr der erste Spatenstich erfolgen könne. Dem schlössen sich vier bis sechs Monate Bauzeit an, so Heidbreder.

Treten aber Verzögerungen auf, so waren die Vereinsvertreter skeptisch, würden 2021 ab Frühsommer auf dem Sportplatz keine Veranstaltungen mehr stattfinden.

Kommentar von Joachim Burek

Ganz so einfach wird es nicht: Das Projekt „Umgestaltung Sportplatz Exter“ wird den Planern einige Kunstgriffe abverlangen. Denn die begrenzte Fläche, bedingt durch die topografische Lage des Sportplatzes am Bach inmitten eines Wohngebietes, schränkt die Möglichkeiten ein, alle Wünsche der Gruppen und Sportvereine optimal umzusetzen. Der Fußballverein braucht eine Mindestgröße, um eine bezirksligataugliche Anlage vorzuweisen. Dies wiederum nimmt der Laufbahn vermutlich den Platz für die von der SGE gewünschten vier Bahnen. Darüber hinaus wird die Kunststoff-Laufbahn kein Stellplatz für Imbiss-Stände bei Sportfesten sein, wie es die bisherige Tennen-Laufbahn war. Kompromisse müssen her. Daumen drücken müssen die Vereine aber auch, dass der Platz vor dem nächsten Exter-Triathlon fertig wird. Verzögert sich der Bauablauf, ist Flexibilität gefragt. Dann braucht es wohl sinnvolle Alternativstandorte.

 

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