Christine Schütze tritt mit „SchützenFest“ in der Vlothoer Kulturfabrik auf
Hauptsache zu zweit

Vlotho (WB). Das mit Männern und Frauen ist so eine Sache. Die einen schauen meistens auf das Äußere, den anderen ist eher der Charakter wichtig. Die Klavierkabarettistin Christine Schütze hat in der Kulturfabrik über den perfekten Partner, Wahrnehmung und die Relativitätstheorie gesprochen. Denn das Leben sei relativ. Am Ende zähle doch nur das Vertrauen und Miteinander.

Dienstag, 08.09.2020, 14:16 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 14:18 Uhr
Nach der langen Corona-Pause endlich wieder eine Veranstaltung in Vlothos Kulturfabrik: Christine Schütze spielt für ein gut gelauntes Publikum. Foto: Frank Dominik Lemke

Zu Beginn erzählte sie den Gästen von einem Kabarett-Abend auf einem Kreuzfahrtschiff, den sie vor einem großen Publikum gegeben hatte, mit reichlich Humor, Chansons und charmanten Geschichten. Am Ende hörte sie zufällig, wie zwei Männer beim Rausgehen über ihre Show sprachen: „Wie hat sie dir gefallen?“, fragte der eine. „Mir wäre sie zu dünn“, sagte der andere.

Poetisch und gefühlvoll

Das Publikum hat laut gelacht. Manchmal seien Männer schon komisch. Den beiden auf dem Kreuzfahrtschiff hätte ihr intelligenter Humor auffallen können, ihr poetisches Klavierspiel und die gefühlvollen Lieder. Eines davon hatte sie extra für Vlotho geschrieben, ein Loblieb auf die Ostwestfalen, die dank ihres bodenständigen Gemüts nicht so anfällig für Verschwörungstheorien seien. Warum Theorien nachhängen, die jemand aus der Luft gegriffen hat und damit Menschen verrückt macht? Einen Beweis dafür, dass es Bielefeld nicht gebe, den gebe es ja auch nicht.

„Die Norddeutschen sind solide Menschen mit einem kernigen Charakter“, sagte die Hamburgerin. Viele der Gäste freuten sich über eine Nummer, in der Christine Schütze gutes altes Plattdeutsch sprach. Fast alle verstanden „de gode olle Spraak“.

Wellness für die Seele

Das Publikum hat viel gelacht und den Abend genossen. Der Förderverein der Stadtbibliothek hatte Christine Schütze eingeladen. „Viele sind wegen Corona nicht gekommen, weil sie Angst hatten. Doch es hat der Seele richtig gut getan, mal wieder zu lachen, nachzudenken und echte Musik zu hören – gerade in Corona-Zeiten“, sagte Jutta Obernolte.

Am Ende regte Christine Schütze zur Nachdenklichkeit an. In all dem Suchen nach dem perfekten Mann und der perfekten Frau, was bleibe danach übrig? Was ist, wenn in einer Beziehung eines Tages einer von beiden geht oder gehen muss? „Hauptsache, wir sind den Weg zu zweit gegangen“, so die Kabarettistin. Das Publikum verlangte zwei Zugaben.

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