„Stiftung für die Natur Ravensberg“ stellt Projekt an der Weser in Vlotho vor
Natur pur statt Partyzone

Vlotho (WB). Wo früher Mais stand und wo in Wesernähe gerne Partys gefeiert wurden, weiden jetzt fünf kräftige Galloway-Rinder. Auch seltene Vögel und Pflanzen, die es hier lange nicht mehr gab, sind wieder an die Weser unweit des Höferweges zurückgekehrt.

Mittwoch, 02.09.2020, 15:56 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 15:58 Uhr
Ortstermin des Stiftungsbeirates an der Weser: Wo früher Partys gefeiert wurden, weiden jetzt Galloway-Rinder Foto: Jürgen Gebhard

Gut 1,3 Kilometer ist der Uferstreifen lang, der an die Natur zurückgegeben worden ist. Hier im Auenbereich der Weser in Vlotho-Uffeln hat die „Stiftung für die Natur Ravensberg“ einen etwa vier Hektar großen Uferstreifen (Ackerland, Brache, Grünland) erworben, um dort Naturschutzprojekte umzusetzen. Davon profitieren unter anderem die Uferschwalben: An der Weser sind die Nahrungsbedingungen für diese Vögel eigentlich gut, aber aufgrund weitgehend fehlender natürlicher Fließgewässerdynamik gibt es dort kaum natürliche Steilwände, in denen Uferschwalben oder auch Eisvögel ihre Bruthöhlen anlegen können.

Der Eisvogel brütet

Aus diesem Grund hat die Stiftung auf dem Gelände in Abstimmung mit den zuständigen Behörden eine Steilwand für Uferschwalben anlegen lassen. Ein voller Erfolg, wie sich sehr schnell herausgestellt hat: Kurz nach Fertigstellung der Steilwand hat es in der Zeit von Mai bis Juli mehrere Bruten von Uferschwalben gegeben. Auch der Eisvogel hat dort schon gebrütet.

Dazu Stiftungsvorstand Karsten Otte: „Die Flusslandschaft der Weser hat ein hohes Potenzial für eine naturnahe Entwicklung. Dazu kommt, dass der Bund die Oberweser als Nebenwasserstraße eingestuft hat. Das eröffnet den Kreisen Höxter, Lippe, Herford und Minden-Lübbecke nun die Chance, an der Weser mehr Flussnatur im Einklang mit Naturtourismus zu schaffen. Diese Bemühungen der Region Ostwestfalen-Lippe zur ökologischen Aufwertung der Weseraue hat unsere Stiftung durch den Kauf des vier Hektar großen Grundstücks unterstützt.“

Büsche und Bäume

Bei einer Ortsbesichtigung hat sich der Stiftungsbeirat ausdrücklich bei dem Landrat des Kreises Herford, Jürgen Müller, und beim Vlothoer Bürgermeister Rocco Wilken für die Unterstützung durch den Kreis und die Stadt Vlotho bei der Umsetzung des Projektes bedankt. Besonderer Dank gelte außerdem den Vlothoern Dieter Marten und Jens Johanning sowie der Biologischen Station Ravensberg: Ohne deren tatkräftige Unterstützung hätten weder die Steilwand noch das Weideprojekt mit insgesamt fünf Galloway-Rindern umgesetzt werden können.

Auf dem vier Hektar großen Grundstück in der Weseraue soll noch eine halb offene Weidelandschaft mit Büschen und Bäumen entstehen. Damit sollen Vogelarten wie zum Beispiel Steinkauz, Schwarz- und Braunkehlchen, Schafstelze, Neuntöter, Bluthänfling, Goldammer, Kuckuck, Sumpfrohrsänger, Steinschmätzer und Dorngrasmücke gefördert werden.

Auch für Schmetterlinge wie den Schwalbenschwanz ist diese Weidelandschaft attraktiv. In dem extensiv beweideten Niederungsgrünland finden sich jetzt die typischen Pflanzenarten einer Flussaue wie Wiesenstorchenschnabel, Wiesenalant oder der seltene Acker-Krummhals.

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