Neuereröffnung der neuen Filiale in Vlotho schon für Ende 2021 geplant
Karlchen’s Backstube kauft Bahnhof

Vlotho (WB). Der Vlothoer Bahnhof ist verkauft. Das Bäckerei-Unternehmen Karlchen’s Backstube will das denkmalgeschützte Empfangsgebäude sanieren und in einem Teil des Erdgeschosses bis Ende nächsten Jahres eine Bäckerei-Filiale mit Café eröffnen. Der Name:  „B(r)OTSCHAFT“. Die restliche Nutzung des Gebäudes steht noch nicht fest. Der Kaufvertrag ist vor wenigen Tagen unterzeichnet worden.

Freitag, 07.08.2020, 04:05 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 05:02 Uhr
Der Zustand des seit Jahren leer stehenden Bahnhofs ist extrem schlecht. .

Die Sicherungsarbeiten an dem maroden Objekt sollen noch in diesem Jahr starten. Die Bauarbeiten sollen nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden möglichst kurzfristig aufgenommen werden, sagt Karsten Krüger, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Schwester Simone Böhne als Inhaber betreibt. Zu Karlchen’s Backstube (Firmensitz Löhne) gehören insgesamt 61 Filialen mit 480 Mitarbeitern in Ostwestfalen-Lippe und dem angrenzenden Niedersachsen. Eine Filiale ist im Südbahnhof Bad Oeynhausen im Dezember 2018 eröffnet worden.

Tierklinik und Hotel

Nach den Planungen des vorherigen Investors sollten zunächst eine Tierklinik, dann nach dem Scheitern dieses Projektes auf insgesamt drei Etagen ein Hotel sowie Büros oder Praxen entstehen. Im Frühjahr war dann überraschend bekannt geworden, dass der Bau eines Hotels nicht mehr realisierbar sei. Wegen der Corona-Pandemie könne die Finanzierung durch die Banken nicht sichergestellt werden, hieß es. Die Planung für das Hotel-Projekt sei fertig gewesen, eigentlich hätte im Frühjahr kurzfristig die Auftragsvergabe erfolgen sollen, heißt es von den Investoren.

Auch als Anfang des Jahres nach Bohrmaßnahmen gravierende Probleme mit der Tragfähigkeit des Untergrundes bekannt geworden waren, hätten sie dennoch am Projekt festhalten wollen. Nach eigenen Angaben hatten die Investoren bereits „einige Hunderttausend Euro“ in Gutachten und Planung investiert.

Keine dritte Etage

Der neue Eigentümer will die bereits umsetzungsreifen und genehmigten Planungen ändern und keine zusätzliche dritte Etage einbauen. Die bisherigen Investoren um Familie Ueckermann sind besonders froh darüber, dass der neue Eigentümer ihre Pläne umsetzen wird. Der bisherige Einsatz sei nicht vergeblich. Das Ziel, nämlich die Sanierung des historischen Bahnhofs zu alter Pracht, sei damit gewährleistet.

Bürgermeister Rocco Wilken zeigt sich sehr glücklich, dass dieses bekannte Objekt am Stadteingang nach Jahrzehnten des Verfalls endlich saniert wird: „Ich bin sehr glücklich. Wir sind auf einem sehr guten Weg.“ Wilken verweist darauf, dass die Stadt sich bereits mit Erwerb und Abriss des benachbarten Güterbahnhofes für diesen Standort engagiert habe: „Die Anstrengungen aller Beteiligten haben sich gelohnt. Dafür kann man nur danke sagen. Wenn nun der nächste Schritt gelingt, haben wir hier das Tor zur Stadt endlich aufgewertet.“ Der Rat wird sich in seiner Sitzung am 20. August mit dem Thema beschäftigen. Dann geht es um die Bereitstellung von Fördermitteln des Landes aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept.

Kommentar

Das ist mal ein Paukenschlag, mit dem wohl kaum noch jemand mehr ernsthaft gerechnet hat. Seit Jahrzehnten steht der Bahnhof leer und verfällt. Immer wieder wurde über einen Abriss dieses Schandflecks gesprochen. Engagierte Bürger gründeten einen Verein und wollten das historische Gebäude retten. Dann wurde die Ruine an einen Investor verkauft. Der wollte dort zuerst eine Tierklinik, später ein Hotel eröffnen. Die Pläne waren sehr weit fortgeschritten. Im Frühjahr sollte Baubeginn sein. Das hörte sich realistisch an. Zu Beginn der Corona-Krise kam dann das Aus. Der Investor und die Stadt hielten dennoch am Bahnhof fest. Dass nun Karlchen’s den Bahnhof übernommen hat und so schnell wie möglich mit dessen Sanierung anfangen will, ist ein riesiger Glücksfall nicht nur für die Vlothoer, sondern auch für das Erscheinungsbild der Stadt. Jürgen Gebhard

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