Marceline Daukant tritt beim zweiten Abend des Vlothoer Kultursommers auf
Das Leben kehrt in die Stadt zurück

Vlotho (WB). Was geht, wenn fast nichts mehr geht? Vlotho Marketing und das städtische Vlothoer Kulturbüro haben trotz der Corona-Beschränkungen den Kultursommer ins Leben gerufen . Jeden Freitagabend gibt es an verschiedenen Orten in der Stadt Live-Musik. Auf dem Sommerfelder Platz haben jetzt etwa 95 Besucher bei Sonnenschein die Musik von Marceline genossen.

Montag, 06.07.2020, 17:20 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 19:34 Uhr
Musik, die handgemacht ist: Marceline Daukant und Stephan Knickmeier treten gemeinsam beim zweiten Abend des Vlothoer Kultursommers auf dem Sommerfelder Platz auf. Foto: Frank Lemke

Die 20-Jährige hat viele ihrer selbst komponierten Songs über Liebe, Freundschaft und Beziehungen gesungen. „Der Corona-Lockdown hat auch etwas Gutes“, sagte Marceline Daukant. Viele hätten wieder Zeit für sich selbst und die Familie. Außerdem wäre der Gesellschaft bewusst geworden, welche Berufe wirklich wichtig seien: die Krankenschwester, der Bäcker, der Handwerker – all jene, deren Arbeit unser Leben direkt verbessere.

Entschleunigtes Zuhören

Stephan Knickmeier hat ihre Stimme und Gitarrenspiel mit dem Cajon begleitet. „Corona hat die Menschen verändert“, sagte der 53-Jährige. Das sei auch in Vlotho zu spüren gewesen. Die Gäste hätten ihre ganze Aufmerksamkeit den Künstlern gegeben.

Vor Corona sei Musik bei einer solchen Veranstaltung eher Beiwerk gewesen. Die Leute hätten sich unterhalten und den Künstlern manchmal den Rücken zugedreht. Auf dem Sommerfelder Platz hatten sich jedoch alle Gäste den Musikern zugewandt. Sie lehnten sich auf ihren Stühlen entspannt zurück und hörten einfach zu, nippen an ihren Gläsern, zogen ab und zu das Handy aus der Tasche und machten ein Foto von Marceline Daukant und Stephan Knickmeier.

„Wie schön, dass die Menschen sich entschleunigt haben. Wir haben uns vorher viel zu sehr den Erwartungen der Gesellschaft angepasst. Wenn wir auf unser Herz hören und unsere eigenen Träume leben, können wir als glückliche Menschen viel mehr zum Ganzen beitragen“, sagte Marceline Daukant. Am Ende spielte sie mit Stephan Knickmeier das Lied „So wie du bist“, in dem sie davon singt, wie schön der Mensch von Natur aus ist.

Freitag geht’s weiter

Den Gästen hat es sehr gefallen. „Tolle Musik, tolles Feeling hier in der Stadt“, sagte Katharina Pohle, die es sich mit ihrer Familie auf einer Decke gemütlich gemacht hatte. Die Gastwirte auf dem Sommerfelder Platz waren ebenfalls sehr dankbar für den Kultursommer. „Langsam kehrt wieder Leben in die Stadt zurück“, sagte Serap Brandt vom Café „Tante Serap & Onkel Walter“. Der Corona-Lockdown sei für Gastronomen sehr schwer gewesen. Die Gäste würden erst langsam wieder zurück kehren. „Wir sind da und kämpfen weiter. Der Kultursommer ist ein Lichtblick. Trotz Abständen kann es weiter gehen“, sagte sie.

Vlotho Marketing und das Kulturbüro achten bei jedem Kultursommer auf die jeweils geltenden aktuellen Corona-Auflagen. Die Veranstaltung findet stets draußen statt. Die Gäste halten Abstand. Bis zu 99 Besucher können teilnehmen. „Das funktioniert wunderbar“, sagt Katharina Vorderbrügge vom Kulturbüro. Der nächste Kultursommer ist am kommenden Freitag, 10. Juli, auf dem Kirchplatz St. Stephan.

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