Vlothos Linke stellt eigenen Kandidaten für das Spitzenamt im Rathaus auf
Hans Schemel will Bürgermeister werden

Vlotho (WB). Hans Schemel (67; Die Linke) will Bürgermeister von Vlotho werden. Der Kommunalpolitiker ist bisher der einzige Herausforderer von Rocco Wilken (46; SPD). Der Amtsinhaber wird auch von der Grünen Liste unterstützt. Die CDU verzichtet auf einen Gegenkandidaten. Ob die FDP noch jemanden aufstellt, sei derzeit offen, sagt Fraktionsvorsitzender Andreas Stocksmeier. Unabhängige Bewerber sind nicht bekannt.

Freitag, 05.06.2020, 07:39 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 08:24 Uhr
Hans Schemel möchte nach der Wahl im September ins Vlothoer Rathaus einziehen. Der 67-jährige Rentner hat zuletzt 30 Jahre im Vertrieb für das Bauwesen gearbeitet. Der Kultband Hammerfest gehört er seit 1975 an. Im Rat ist er seit 2014. Foto: Jürgen Gebhard

Hans Schemel ist am Mittwochabend nominiert worden. In dieser Wahlkonferenz wurde auch über die Direktkandidaten der 17 Wahlbezirke und die Reserveliste entschieden. Bei den Direktmandaten hat Die Linke Vlotho neben 11 Parteimitgliedern 6 freie Kandidaten aufgestellt.

Schemel strebt acht Prozent an

Schemel: „Ich kandidiere gerne als Bürgermeister und möchte auf diese Weise dem Prinzip des Wettbewerbs unter fünf Parteien mit verschiedenen politischen Ausrichtungen für unsere Stadt Rechnung tragen. Natürlich spielte bei meiner Entscheidung zur Kandidatur auch eine Rolle, dass die CDU nicht in der Lage war, einen Kandidaten zu präsentieren.” Anderenfalls hätte er möglicherweise auf eine eigene Bewerbung verzichtet.

Nikolai Kinder, Linken-Sprecher im Stadtverband: „Auch ich habe mich für eine Kandidatur aus unseren Reihen eingesetzt. Damit bringen wir zum Ausdruck, dass Die Linke Vlotho für politischen Diskurs steht.“ Nachdem sich bereits vor einigen Monaten die Grüne Liste für eine weiter Zusammenarbeit mit Rocco Wilken entschieden habe, deute nun einiges auf eine durch zwei politische Parteien mit dem Bürgermeister dominierten Stadtrat hin. Das werde sich als nicht immer positiv herausstellen.

Acht Prozent wie bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2015 nennt Hans Schemel als sein Minimalziel. „Ich hoffe, die Wählerinnen und Wähler erkennen es an, dass Die Linke bereit ist, Verantwortung in unserer Stadt zu übernehmen.“

Auf der Reserveliste ist Hans Schemel auf Rang 1 gesetzt. Es folgen Nikolai Kinder, Dieter Rosenberg und Sabine Obodda auf den Rängen 2 bis 4. Peter Kleint, ebenso Sprecher im Stadtverband, äußerte sich zufrieden über die getroffenen Entscheidungen. „Mit der lückenlosen Besetzung der 17 Vlothoer Wahlbezirke haben wir unser erstes politisches Ziel bereits erreicht. Wir haben damit den Grundstein für einen weiteren politischen Erfolg unserer kleinen politischen Gruppierung in unserer schönen Stadt gelegt. Unser definiertes Ziel ist der Einzug in den Stadtrat in Fraktionsstärke. Das dürfte uns mit  unseren Spitzenkandidaten gelingen.“

Die Kandidaten für den Rat

Reserveliste: 1. Hans Schemel (Bürgermeisterkandidat), 2. Nikolai Kinder, 3. Dieter Rosenberg, 4. Sabine Obodda, 5. Peter Kleint, 6. Johannes Schröder, 7. Nadia Kracht, 8. Hermann Kölling, 9. Niklas Rogge, 10. Merle Stemmer.

Wahlbezirke: 1. Merle Stemmer, 2. Kerstin Lohmeyer, 3. Irina Höltke, 4. Johannes Schröder, 5. Hans Schemel, 6. Hermann Kölling, 7. Aline Wins, 8. Andreas Höltke, 9. Dieter Rosenberg, 10. Andreas Schmidt, 11. Jeantte Schemel, 12. Peter Kleint, 13. Sabine Obodda, 14. Nadia Kracht, 15. Nikolai Kinder, 16. Marlene Errico, 17. Niklas Rogge.

Kommentar

So ganz überraschend kommt diese Kandidatur nicht. Bereits Anfang März, als Vlothos Linke intern die ersten Weichen für die Kommunalwahl gestellt hatten, sprach Hans Schemel über eine mögliche Bewerbung. Und auch schon bei der Bürgermeisterwahl 2015 war er als Alternative zu Rocco Wilken und Co. angetreten und hatte 8,2 Prozent beziehungsweise 625 aller Stimmen geholt. Der jetzige Amtsinhaber mache seinen Job gut, sagt Hans Schemel, an Rocco Wilkens Zusammenarbeit mit der Linken sei nichts auszusetzen. Das sei aber für seine Partei kein Grund dafür, nicht doch einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Die Vlothoer kennen Hans Schemel nicht nur als Ratsherrn, sondern vor allem auch als Altrocker der Kultband Hammerfest und als Wirt vom ehemaligen Bubi-Lubi. Das wird dazu beitragen, dass er wiederum einige Stimmen bekommen wird – den Chefsessel wird er am Ende wohl kaum übernehmen. Trotzdem: Respekt für diese Entscheidung! Denn eine Demokratie lebt von Alternativen. Und ob nach dem Verzicht der CDU noch irgendein anderer Kandidat ins Rennen gehen wird, ist mehr als fraglich. Jürgen Gebhard

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