Radler wollen stillgelegten Teil der Alten Landstraße wieder reaktivieren
Eine Idylle im Dornröschenschlaf

Vlotho (WB). Noch ist er eher ein Geheimtipp für Radfahrer, Wanderer und Spaziergänger: der alte, entwidmete Teil der Alten Landstraße, der unweit des Hofes Lenger an der Kreuzung zur Straße Wilmerei beginnt. Geht es nach Karl-Heinz Lenger und seinen Mitstreitern von der Radfahrgruppe Exter, soll sich das bald ändern.

Donnerstag, 04.06.2020, 10:00 Uhr
Karl-Heinz Lenger, Alexander Hammoud und Werner Schürmann, im Hintergrund Jaana Lenger (von links), nutzen den Wege-Abschnitt gerne bei ihren Rad- und Wandertouren Foto: Joachim Burek

„Dieses etwa 1000 Meter lange Teilstück der Alten Landstraße, das vor etwa 15 Jahren entwidmet und durch Findlinge und Betonkübel abgesperrt wurde, ist landschaftlich wunderschön gelegen und einfach zu schade, um so brach zu liegen. Würde die Stadt dieses Teilstück wieder als Rad- und Fußwanderweg reaktiven und auf den entsprechenden Karten und Radwanderführern offiziell ausweisen, wäre dies ein Aushängeschild und eine touristische Aufwertung für Vlotho.“ Mit diesen Worten haben die Radfahrfreunde Karl-Heinz Lenger, Werner Schürmann und Klaus Prüßner an die Verantwortlichen von Politik und Behörden appelliert, dieses Projekt anzugehen.

Anschluss an verschiedene Radrouten

Unterstützung bekommt das Trio bei dem Ortstermin von Alexander und Sonja Hammoud, Radwanderern aus Vlotho, die die Route von der Höltkebruchstraße über Amtshaus- und Bonneberg und schließlich über die Alte Landstraße zurück nach Vlotho schätzen und lieben gelernt haben. Auch Lengers Schwägerin Ruut Brinkmann, die häufig aus dem Münsterland zu Besuch ist, nutzt das abgebundene Straßenteilstück häufig für Spaziergänge mit Hündin Alaika. „Die Natur und die Landschaft hier mit den alten Obstbäumen und der Salze am Wegesrand sind schon einmalig“, schwärmt sie über diese Idylle im Dornröschenschlaf.

Neben der attraktiven Landschaft sehen Karl-Heinz Lenger und seine Kollegen von der Exteraner Radfahrgruppe diesen Wegeabschnitt auch als ein ganz zentrales Verbindungsstück zum weiteren Radwander-Wegenetz der Stadt und der Umgebung. „Von hier aus hätten die Radausflügler die Anbindung an die Wittekindstraße, die vorbei am Wittekindstein und über die Salze führt. Von dort bestünde die Möglichkeit, den Ortsteil Bonneberg – mit Einkehr im Bonneberger Hof – zu erreichen oder in die Bodelschwingh-Straße abzubiegen, um zur Burg und dem Burgrestaurant zu kommen“, sieht Lenger viele Argumente, die dem Tourismus der Stadt nutzen könnten. Als alternative Route böte sich Radfahrern von dort aus auch die Tour zum Wittekindstein, weiter zur Talbrücke Steinegge und zur Lindemannschen Mühle bis hin zum Anschluss an das Bad Oeynhauser Radwegenetz an. Die sehr ebene Wegführung der Alten Landstraße eigne sich zudem für ältere Radfahrer und Fußgänger, zum Beispiel für Touren über die Wittekindsstraße, die Vahrenbrinkstraße und zum Sprickberg-Wäldchen, ergänzt Werner Schürmann.

Problem „wilde Müllablagerung“

Mit der erneuten Widmung des stillgelegten Straßenabschnittes könnte auch das Problem der wilden Mülldeponien an der Einmündung Wittekindstraße/Alte Landstraße beseitigt werden. „Mit den vorhandenen Findlingen und weiteren Kieserlingen könnte die Zufahrt für Autos und Lastwagen versperrt werden, die dort oft wild Müll abladen. Radfahrer und Fußgänger, die ja nur eine geringere Fahrbahnbreite brauchen, könnten dennoch gut passieren. Und auch für Landwirte, die dort durchfahren müssten, könnten mit ihren Frontladern die Kieserlinge bei Bedarf beiseite räumen und später wieder platzieren“, schlägt Lenger vor. „Auf diese Weise wäre der Schandfleck dort ebenfalls beseitigt“, sagt er.

 

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