Zehntklässler der Weser-Sekundarschule Vlotho bereiten sich auf ihre Prüfung vor Schulalltag im Corona-Modus

Vlotho (WB). Die 83 Mädchen und Jungen der Jahrgangsstufe 10 der Weser-Sekundarschule gehen nach der Lockerung des Corona-Lockdowns wieder zur Schule. Im Unterricht werden sie auf ihre Abschlussprüfung, die Mitte/Ende Mai stattfinden soll, vorbereitet. Angetroffen haben sie bei ihrer Rückkehr einen völlig veränderten Schulalltag. Sie erleben Unterricht im Corona-Modus.

Von Joachim Burek
Schulleiterin Barbara Herbeck und Konrektor Thomas Nolte präsentieren einen der neu eingerichteten Abhol- und Abgaberäume für die Jahrgänge, die derzeit zuhause arbeiten.
Schulleiterin Barbara Herbeck und Konrektor Thomas Nolte präsentieren einen der neu eingerichteten Abhol- und Abgaberäume für die Jahrgänge, die derzeit zuhause arbeiten. Foto: Joachim Burek

„Den Präsenz-Unterricht für den Abschlussjahrgang zu organisieren und daneben die anderen Jahrgänge online mit Unterrichtsstoff und Aufgaben zu versorgen, ist schon eine große Herausforderung“, sind sich Schulleiterin Barbara Herbeck und Thomas Nolte, stellvertretender Schulleiter, einig. Insbesondere den Schulalltag für die zurückkehrenden Zehntklässler unter den strengen Hygiene- und Abstandsregeln sicherzustellen, sei eine Herkulesaufgabe gewesen.

„Da feste Gruppenräume und eine feste Sitzordnung nun vorgeschrieben sind, mussten wir uns vom sonst üblichen Kurssystem im Neuner- und Zehner-Jahrgang vorerst verabschieden“, berichtet Barbara Herbeck. Unterrichtet werde der Abschluss-Jahrgang nun in sechs Gruppen mit je 13 bis 14 Schülern, denen jeweils ein fester Gruppenraum und eine festgelegte Sitzordnung zugeordnet sei. Der Unterricht finde an fünf Tagen in der Woche in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik statt. Der Wahl-/Pflichtbereich, der zwingend eine Kurseinteilung vorsehe, müsse in diesen Zeiten daher entfallen. „Die feste Gruppenform bringt auch mit sich, dass dort sowohl Schüler aus den bisherigen Erweiterungs- als auch aus den Grundkursen sitzen. Daher müssen die Kollegen dort nun je nach Leistungsstärke der Gruppenmitglieder differenziertes Unterrichts- und Aufgabenmaterial ausarbeiten und zur Verfügung stellen“, ergänzt Thomas Nolte.

Während die Zehntklässler sich jetzt im Unterricht auf ihre Prüfung vorbereiteten, müssten die Lehrer-Fachteams die Prüfungsarbeiten in den drei Fächern vorbereiten, da in diesem Corona-Halbjahr die zentral vom Land gestellte ZP 10-Prüfung entfalle, so die Schulleiterin Barbara Herbeck.

Neuregelungen im Tagesablauf

Neben der neuen Unterrichtform mussten sich die Schüler der Weser-Sekundarschule zusätzlich an viele weitere Neuregelungen ihres Tagesablaufes gewöhnen. Sie müssen Abstand zum Mitschüler halten, bei Bedarf Mundschutz tragen – Mundschutzpflicht gibt es keine – auf regelmäßige Handdesinfektion achten, und fremde Klassenräume dürfen nicht betreten werden. Darüber hinaus gilt es, viele Einbahnstraßenregelungen und Betretungsverbote im Schulgebäude zu beachten. Auch die Pausenregelung ist neu. So muss eine Pause im Klassenraum verbracht werden, eine zweite darf getrennt im Freien stattfinden.

„Parallel zu dem Abschlussjahrgang unterrichten wir die übrigen Jahrgänge, die zuhause sind über unsere digitale Schulplattform IServe, die sich sehr bewährt hat“, stellt die Schulleitung fest. „Im Technik-Unterricht habe ich dort zum Beispiel eine Wochenaufgabe gestellt, deren Ergebnis die Schüler an einem festen Termin in der nächsten Woche bei einer Video-Konferenz präsentieren können“, erklärt Thomas Nolte eine Form des digitalen Unterrichts. Zusätzlich wurden für Schüler und Eltern Abgabe- und Abholräume für die verschiedenen Jahrgänge eingerichtet, wo Aufgaben abgeholt und auch Mappen mit erledigten Hausaufgaben unter Einhaltung der Abstandsregeln abgegeben werden können. Schülern, die nach Schulschluss noch Zeit bis zur Abfahrt der Schulbusse überbrücken müssten, würden zudem beaufsichtigte Lernzeiten in der Schule zur Erledigung von Aufgaben angeboten.

„Nach der Vergabe der Quartalsnoten haben wir in dieser Woche sogar einen telefonischen Elternsprechtag eingerichtet“, teilt die Schulleiterin mit.

Dem Stichtag für die Rückkehr der Neuntklässler sieht die Schulleitung noch gelassen entgegen. „Jeder weitere Jahrgang wird uns unter Corona-Bedingungen vor personelle und räumliche Probleme stellen. Dann wird Unterricht vermutlich nur im Schichtsystem möglich sein“, sagt Barbara Herbeck. Unklar sei auch noch, wie die Zeugnisübergabe organisiert werden soll oder ob es für die Zehner eine Abschlussfeier geben könne.

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