Patientin mit leichten Symptomen am Montag positiv getestet – Mitarbeiter freigestellt
Erster Corona-Fall in der Weserland-Klinik

Vlotho (WB). In der Weserland-Klinik in Vlotho/Bad Seebruch hat es den ersten Corona-Fall gegeben. Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich um eine Patientin, die aus Bielefeld stammt. Sie soll vor einer guten Woche aus dem Herforder Mathilden-Hospital in die Kurklinik verlegt worden sein. Seitdem soll die Frau an den Therapien teilgenommen haben. Wegen der üblichen Symptome sei sie getestet worden. Das positive Ergebnis liegt seit Montagabend vor. Bei der Weserland-Klinik handelt es sich um eine Einrichtung für orthopädische, rheumatologische und geriatrische Rehabilitation mit 300 Betten.

Dienstag, 07.04.2020, 21:17 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 07:36 Uhr
Eine Patientin, die in der Weserland-Klinik in Bad Seebruch behandelt wird, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Foto: Jürgen Gebhard

„Die Patientin war bereits seit Sonntag im Zimmer isoliert und zeigt zum heutigen Zeitpunkt milde Symptome von COVID-19. Mitarbeiter, die engeren Kontakt hatten, wurden umgehend informiert, von der Tätigkeit in der Weserland-Klinik freigestellt und werden getestet“, sagt Arne Jöst, Verwaltungsleiter des Hauses. Wo die Frau nun weiterbehandelt wird oder ob sie nach Hause in Quarantäne entlassen werden kann, war am Dienstag in der Klinik nicht zu erfahren.

Fiebermessen bei Mitarbeitern

Die Weserland-Klinik stehe in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt. Sämtliche von der Behörde vorgeschlagenen Maßnahmen seien umgesetzt und durch eigene – noch darüber hinausgehende – Maßnahmen ergänzt worden.

„So wird beispielsweise bei sämtlichen Mitarbeitern bei Dienstantritt seit drei Wochen die Körpertemperatur gemessen, um frühzeitig Verdachtsfälle auf COVID-19 erfassen zu können. Nach Einschätzung des Gesundheitsamtes besteht derzeit kein Verdacht, dass sich Mitpatienten oder andere als die freigestellten Mitarbeiter infiziert haben könnten“, erklärt Jöst weiter.

Alle Mitarbeiter würden kontinuierlich geschult und Gäste des Hauses täglich über neue Entwicklungen informiert. „Wir arbeiten eng mit dem Gesundheitsamt zusammen, durch dessen Arbeit wir uns bestens unterstützt sehen. Die Rehabilitanden und Patienten der Weserland-Klinik, von denen viele schon mehrfach unsere Gäste waren, sind ausgesprochen kooperativ und schenken uns trotz der zunehmenden notwendigen Beschränkungen auch weiterhin ihr Lächeln“, so Jöst weiter.

Neue Aufgaben für Weserland-Klinik

Seit Freitag ist die Weserland-Klinik durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen als Einrichtung zur Entlastung der akutstationär zu versorgenden Patienten bestimmt worden. Gespräche darüber, wie die Weserland-Klinik Bad Seebruch die Krankenhäuser des Kreises Herford unterstützen kann, wird es an diesem Mittwoch geben.

Bereits Mitte März hatte die Klinik Maßnahmen ergriffen. Sie war seither für Besucher von Patienten und für Besucher des Cafés nicht mehr zugänglich. „Auch der Betrieb der Ambulanz, zum Beispiel für Patienten, die von außerhalb zur ambulanten Physiotherapie kommen wollen, ist ausgesetzt“, sagte Verwaltungsdirektor Arne Jöst bereits im März auf Anfrage dieser Zeitung.

Die Treffen externer Gruppen von Kneipp-Verein, Rheuma-Liga und Schwimmgruppen fallen ebenfalls seither aus. Dagegen laufe weiterhin die Versorgung der vollstationären Patienten. Diese Patienten sind nach Operationen, zum Beispiel an der Hüfte, für drei Wochen zur Reha nach Bad Seebruch geschickt worden, sagte Jöst

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