Die Linke tritt bei der Kommunalwahl in Vlotho erneut an Schemel denkt über Kandidatur nach

Vlotho (WB). Die Partei Die Linke tritt im Herbst bei der Kommunalwahl in Vlotho wieder an. Das hat der Stadtverband in dieser Woche beschlossen. „Wir sind in der Lage, alle 17 Wahlbezirke zu besetzen“, kündigt Peter Kleint, der erste Sprecher der örtlichen Linken, an. Ob es wie 2014 auch einen eigenen Bürgermeisterkandidaten geben wird, steht noch nicht fest. Hans Schemel denkt erneut über eine Kandidatur nach.

Von Jürgen Gebhard
Hans Schemel (67) schließt eine erneute Kandidatur als Bürgermesiter nicht aus.
Hans Schemel (67) schließt eine erneute Kandidatur als Bürgermesiter nicht aus. Foto: Jürgen Gebhard

Neue Sprecher

Anders als andere Parteien hat Die Linke keinen Vorstand, sondern Sprecher. Und hier hat es im Stadtverband gerade Veränderungen gegeben. Weil Svenja Rehse und Sabine Obodda nicht wieder zur Verfügung standen, sind beide Positionen neu besetzt worden. Der neue erste Sprecher Peter Kleint (59; Gewerkschaftssekretär) war Gründungsmitglied der Vlothoer Linken. Der zweite Sprecher Nicolai Kinder (27; Erzieher) ist vor zwei Jahren zu den Linken gekommen. Seit Anfang 2020 macht er im Stadtverband mit. „Ich bin mit 16 nach Vlotho gezogen, gelebt habe ich in anderen Städten – dort habe ich gelernt und mich in der Freizeit mit meinen Freunden getroffen“, nennt er als einen Grund, sich in Vlotho politisch zu engagieren. Das Angebot für die jungen Leute müsse verbessert werden. Zum Beispiel könne man in leer stehenden Geschäften der Innenstadt neue attraktive Angebote schaffen.

Bei der Kommunalwahl im September setzt Die Linke nicht nur auf die jungen Leute. Als weitere Themen nennen Peter Kleint und Nicolai Kinder Öffentlichen Personennahverkehr, Rekommunalisierung, Umwelt und Soziales. Die Linke wolle sich in Vlotho verstärkt um die Belange von Langzeitarbeitslosen und Flüchtlingen kümmern. Die Schwerpunkte des Kommunalwahlkampfs würden gerade diskutiert. „Der Kurs im Rathaus ist uns zu kuschelig. Wir wollen unsere eigenen Positionen in Zukunft mehr durchsetzen und uns besser in der Öffentlichkeit und in den sozialen Medien präsentieren“, sagt Peter Kleint.

Acht Prozent als Ziel

Die Linke war im Jahr 2009 mit 5,7 Prozent erstmals ins Vlothoer Rathaus eingezogen. Fünf Jahre später erhielt sie 6,8 Prozent. Hans Schemel, der sich damals vergeblich als Bürgermeisterkandidat um die Nachfolge von Bernd Stute beworben hatte, und Merle Stemmer arbeiten aktuell für die Linken im Rat mit. „Um die acht Prozent“ wolle man in diesem Jahr erreichen, hofft Peter Kleint.

Merle Stemmer hatte bereits im Januar erklärt, dass sie nicht erneut kandieren werde. Hans Schemel (67) wird sich wieder bewerben, möglicherweise auch als Bürgermeister: „Wir werden eine Kandidatur in der Fraktion besprechen.“ Rocco Wilken mache seinen Job gut, meint Hans Schemel. Was aber nicht zwingend ein Grund für Die Linke sei, nicht doch eine Alternative ins Rennen zu schicken. Das Alter sei kein Grund für ihn, sich nicht auch weiterhin kommunalpolitisch einbringen zu wollen.

Bis zum Jahr 2007 gab es in NRW eine Altersobergrenze von 68 Lebensjahren für Bürgermeister und Landräte. Jetzt gibt es nur noch das vollendete 23. Lebensjahr als Untergrenze.

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