Eichholzer Heimatpreisträgerinnen führen die Tradition fort Siedlungsfest stärkt die Gemeinschaft

Vlotho (WB). Der Eichholz ist eine kleine Welt für sich. Hinter dem Betonsteinwerk Exter liegt die Siedlung an der Grenze zu Bad Salzuflen. 80 Familien wohnen hier in fünf Straßen. Viele sind neu zugezogen. Im Sommer feiern sie ein Siedlungsfest, um einander kennen zu lernen.

Von Frank Dominik Lemke
Die Stadt Vlotho hat der Eichholzsiedlung den Heimatpreis 2019 verliehen. Mit dem Preisgeld von 1000 Euro können Sarah Brodowski und ihre Freundinnen das Siedlungsfest verschönern.
Die Stadt Vlotho hat der Eichholzsiedlung den Heimatpreis 2019 verliehen. Mit dem Preisgeld von 1000 Euro können Sarah Brodowski und ihre Freundinnen das Siedlungsfest verschönern. Foto: Frank Lemke

„Noch kennt nicht jeder jeden, aber bald“, sagt Sarah Brodowski, die das Siedlungsfest zusammen mit sieben Freundinnen organisiert. Die 39-Jährige hat 2011 ihren Mann Sven Brodowski geheiratet. 2012 renovierte sie mit ihm sein Elternhaus im Eichholz. 2013 zogen sie zusammen. Seitdem hörte sie oft von den ehemaligen Festen in der Siedlung in den 90er Jahren.

„Die Senioren schwärmen davon“, sagt sie. Damals sei der Zusammenhalt im Eichholz groß gewesen. Die erste Generation kam in den 60er Jahren in den abgelegenen Teil von Vlotho. Die meisten Zugezogenen waren Vertriebene aus Schlesien, die nach 20 Jahren die Chance ergriffen ein neues Haus zu kaufen und Wurzeln zu schlagen.

Der Eichholz – eine Welt für sich

Der Eichholz wurde zu einer Welt für sich, in der jeder jedem half. Doch die zweite Generation neigte dazu fort zu ziehen. Häuser standen leer. Neue Familien zogen ein. Die Siedlungsfeste in den 90er Jahren förderten den Zusammenhalt. Doch der Ab- und Zuzug von Familien hielt an. Das geplante Siedlungsfest am 28. August 2020 soll wieder die Gemeinschaft stärken.

Acht Frauen und ihre Familien haben sich zusammen geschlossen, um das Fest mit Kennenlern-Rallye, Fotoshow, Musik, Buffet und Siedlungsquiz zu organisieren. Während der Planung hatte Sarah Brodowski von dem Heimatpreis der Stadt Vlotho gehört. „Warum nicht groß denken und uns dort bewerben?“, dachte sie. Sie bewarben sich.

Heimat und Gemeinschaft

Zuerst dachte die Jury: „Ein Preis für eine Party? Ernsthaft?“. Doch dann entschied sich die Stadt dafür: „Hierbei geht es um Heimat und Gemeinschaft. Genau das wollen wir fördern“, sagte Rocco Wilken bei der Preisverleihung auf dem Vlothoer Weihnachtsmarkt (die VZ berichtete). Für das Siedlungsfest im großen Festzelt auf dem Bolzplatz im Eichholz haben Sarah Brodowski, Astrid Cronjäger, Jennifer Güttler, Sonja Koschützke, Zorica Leisner, Bettina Matschke und Heike Renz den dritten Platz des Heimatpreises und 1000 Euro gewonnen. Heike Callenberg hat sich dem Organisationsteam nachträglich angeschlossen.

Die acht Frauen rechnen mit 200 bis 300 Gästen. Aufgrund behördlicher Auflagen und Planungssicherheit müssen sie bei dieser Größe bleiben. Deswegen laden sie Bewohner, Ehemalige und Verwandte der Familien ein. „Die meisten von uns lieben den Eichholz“, sagt Sarah Brodowski. Am Anfang sei es ungewöhnlich für die Bad Oeynhausenerin gewesen, dass die Menschen in der Siedlung aufeinander achten. Doch mit der Zeit hat sie genau das zu schätzen gelernt. Ihre Kinder lässt sie ruhigen Gewissens auf der Straße spielen. Der Eichholz ist für sie ein sicherer und wohl behüteter Ort, in dem vier Mal am Tag der Schulbus hält. Die Kinder fahren gemeinsam. Trotzdem liegt die Siedlung nah genug an Vlotho. Die Eichholzer fühlen sich mit der Stadt verbunden. Mit dem Siedlungsfest wird sie als Gemeinschaft stärken, an einem der geborgensten Orte in OWL.

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