Sieglinde und Fritz Wintermeier mögen tagelange Fahrradtouren in den Alpen
Kein Berg ist ihnen zu steil

Vlotho (WB). Eine Tour auf dem flachen Weserradweg ist ja ganz schön – sie ist aber nicht die Herausforderung, die Fritz Wintermeier sucht. Der 58-Jährige bevorzugt die hohen Alpen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Sieglinde (56) unternimmt der Vlothoer regelmäßig mit dem Trekkingrad lange Touren. Am liebsten auf steilen Bergpässen.

Donnerstag, 03.10.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 14:00 Uhr
2503 Meter Höhe: Sieglinde und Fritz Wintermeier haben es mit ihren vollbepackten Rädern ganz nach oben geschafft. Der Umbrailpass verbindet das Münstertal bei Santa Maria mit dem Addatal bei Bormio.

»Einmal im Jahr starten wir in Gelting in Oberbayern zur Trekking-Rundtour«, sagt Fritz Wintermeier, der vielen Vlothoern als ehemaliger Pressewart der Löschgruppe Steinbründorf, als aktives DLRG-Mitglied, als langjähriger Spielführer der dritten Mannschaft von SC-Vlotho und als Gründungsmitglied des FreibadFördervereins bekannt ist.

Gelting, die Heimatstadt seiner Ehefrau, liegt im Alpenvorland in 575 Metern Höhe. In diesem Jahr führte die Fahrradtour über mehrere Pässe zum Stilfser Joch. Mit einer Höhe von 2757 Metern ist das der höchste Gebirgspass in Italien und nach dem Col de l'Iseran sogar der zweithöchste befahrbare Gebirgspass der Alpen.

»Die Tour hatte 700 Kilometer und 8200 Höhenmeter. Dafür haben wir acht Tage gebraucht«, berichtet der sportliche Vlothoer, der als Verkaufsleiter sein Geld verdient. Die Tour zum Stilfser Joch starteten sie in Taufers im Münstertal. Von der Hauptstraße führte ihr Weg auf die Umbrailpassstraße, die zum Umbrailpass und weiter zum Stilfser Joch führt. Besonders spektakulär war die Abfahrt, die auf 25 Kilometern und 48 Kehren nach Prad führte.

14 Kilogramm Gepäck am Rad

Fritz und Sieglinde Wintermeier sind in den Alpen nicht wie andere Radsportler mit leichten Rennrädern oder mit grobstolligen Mountainbikes, sondern mit vollbepackten Trekking-Rädern unterwegs. Auch E-Bikes sehe man inzwischen immer häufiger in den Bergen – oder Fahrradfahrer, die sich und ihr Gefährt mit dem Auto nach oben bringen lassen und dann nur noch die Abfahrt genießen.

Weil das Wetter in den Alpen oft sehr unbeständig ist, müssen die beiden Trekkingrad-Fahrer in ihren Packtaschen einiges an Gepäck mitnehmen. Neben den üblichen Wechselsachen für den mehrere Tage langen Trip sind das auch warme Kleidung und Regensachen, außerdem etwas Werkzeug und Ersatzschläuche – insgesamt 14 Kilogramm pro Person : »Und eine lange Leine ist auch dabei, weil wir unsere Sachen abends waschen und im Zimmer zum Trocknen aufhängen.«

Geschlafen wird in Gasthäusern. Das kann ein ganz einfaches Haus oder auch schon mal ein Vier-Sterne-Hotel sein. Genommen wird das, was zur richtigen Zeit gerade am Wegesrand liegt.

Täglich 100 Kilometer im Sattel

Täglich fahren beide auf ihren Touren etwa 100 Kilometer. Sechs bis sieben Stunden sind sie dann im Sattel. »Schieben geht nicht, dazu ist der Ehrgeiz zu groß«, sagt Fritz Wintermeier. Bis zu 20 Prozent Steigung dürfen es schon sein: »Das geht dann brutal hoch.«

Die Tour über das Stilfser Joch war für die beiden die vierte Alpentour dieser Art. Aber auch Kirgisien und in Argentinien haben sie bereits im Fahrradsattel kennengelernt. Im vorigen Jahr hatten sie sich den Großglockner vorgenommen. Davor auch schon einmal die im Vergleich zu einer Alpen-Überquerungen aus ihrer Sicht deutlich beschaulichere 900 Kilometer lange Fahrt von Gelting nach Vlotho, für die sie acht Tage benötigten.

Fritz Wintermeier würde jetzt gerne einmal den Iran kennenlernen: »Aber meine Frau hat keine Lust darauf, beim Fahrradfahren alle möglichen Kleidervorschriften zu beachten.« Außerdem sei es unklar, ob das von einem religiösen Führer verhängte Fahrrad-Verbot für Frauen auch für Ausländerinnen gelte.

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