Grüne Liste verteidigt aktuelle Regelung: Bürgerantrag gegen Nachtabschaltung
»Dunkelheit als Lebensqualität«

Vlotho (WB/jg). Der Vlothoer Detlef Gruhn sammelt bei Fernseh-Pollock Unterschriften für einen Bürgerantrag. Er wünscht sich, dass die Straßenlampen nachts zu jeder Zeit brennen . Die Grüne Liste Vlotho hält nichts von diesem Vorstoß.

Mittwoch, 02.10.2019, 09:21 Uhr
In Vlotho wird die Straßenbeleuchtung in der Woche in der Zeit zwischen 1 und 5 Uhr abgeschaltet. Foto: Moritz Winde

»Unserer Meinung nach gibt es viele Argumente, die gegen die nächtliche Dauerbeleuchtung sprechen«, stellen Ulrike Heusinger von Waldegge, Harald Kuhlmann und Jürgen Kusche als Vertreter der GLV fest. Das vermehrte Sicherheitsgefühl bei nächtlicher Straßenbeleuchtung sei verständlich. Nach Aussage der Polizei schütze die Beleuchtung jedoch nicht vor Einbruch und Übergriffen. »Im Gegenteil: Die meisten Delikte geschehen in der Dämmerung«, sagen sie.

Insekten lassen sich irritieren

Eine Dauerbeleuchtung würde den städtischen Haushalt mit mindestens 30.000 Euro zusätzlich belasten. Durch den vermehrten Einsatz der modernen LED-Technik würden sich zwar die Energiekosten verringern, diese Ersparnis für eine Dauerbeleuchtung zu verwenden, sei nach Ansicht der GLV der falsche Weg.

Die GLV weist darauf hin, dass sich die Stadt Vlotho dem Klimaschutz verpflichtet habe. Der CO2-Ausstoß sollte also reduziert und nicht noch vermehrt werden.

Insekten würden irritiert, getötet und würden dann noch mehr in der Natur fehlen, unter anderem auch in der Nahrungskette vieler Vögel, deren Population ohnehin stark reduziert sei.

Kinder sollen Sterne sehen können

Neben der allgemeinen Lichtverschmutzung gebe es eine Störung der Nachtruhe all derer, die an einem natürlichen Schlaf gehindert würden – mit den bekannten gesundheitlichen Folgen – vor allem für diejenigen, die eine Straßenlaterne direkt vorm Haus hätten.

»Gerne stellen wir die entsprechenden wissenschaftlichen Forschungen zum Thema zur Verfügung. Was die Sicherheit von Schichtarbeitenden und Discobesuchenden angeht, so wäre langfristig eine Lösung, wie sie zum Beispiel von den Stadtwerken Lemgo schon praktiziert wird, diskutabel. Dort kann die Beleuchtung für einzelne Straßenzüge per App für einige Minuten eingeschaltet werden«, heißt es in der Stellungnahme.

Und weiter: »Unabhängig von diesen rationalen Argumenten empfinden wir es aber auch als Lebensqualität, ganz normal nachts im Dunkeln die Sterne zu sehen. Wäre doch schade, wenn die nächste Generation Stadtkinder die Sterne nur noch aus der Handy-App kennt!«

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