Archäologen des Landschaftsverbands legen Fundamente frei
Alte Wehrendorfer Kirche entdeckt

Vlotho (WB/jg). Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben in Wehrendorf die Reste einer uralten Kirche gefunden.

Donnerstag, 04.07.2019, 18:45 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 18:48 Uhr
Im Garten von Anita Weckesser haben die Archäologen Teile der Grundmauern einer mittelalterlichen Kirche freigelegt. Auf dem Gelände befand sich auch ein Friedhof. Foto: Jürgen Gebhard

Das genaue Alter der Kirche sei noch unklar, sie habe aber bereits im Mittelalter existiert, erklärte der LWL am Donnerstag. Noch bis zu ihrem Abriss sei das Gelände als Friedhof genutzt worden, obwohl die Funktion der Pfarrkirche schon lange eine andere Kirche übernommen hatte. Weitere Ergebnisse der Grabung will der LWL am Dienstag präsentieren.

Der Grabungsort befindet sich auf dem Hühnerhof der Familie Weckesser (früher Hempelmann) an der Dorfstraße in Wehrendorf. »Meine Mutter wusste noch, dass hier ein Gebäude gestanden hat«, sagt Anita Weckesser. Auch einen Friedhof habe es gegeben. Früher seien in der Nähe auch schon Schädel gefunden worden.

Im 30-Jährigen Krieg zerstört

Die LWL-Archäologen waren ihren Hinweisen nachgegangen. Am Rande ihres großen Grundstücks legten sie etwa 30 bis 50 Zentimeter unter der Oberfläche massive Fundamente frei. Die Geschichtswerkstatt mit August-Wilhelm König und der Valdorfer Pfarrer Christoph Beyer lieferten wichtige Hinweise zur Bedeutung dieser Ausgrabung.

Etwa im Jahre 900 wurde Wehrendorf zum Mittelpunkt eines großen Kirchspiels mit einem eigenem Gotteshaus. Zu dem Kirchspiel gehörten auch die heutigen Gebiete von Vlotho, Valdorf und Bonneberg. Nach dem Bau der Valdorfer Kirche (erstmals erwähnt im Jahr 1258) verlor Wehrendorf an Bedeutung. Die Kirche soll im 30-jährigen Krieg zerstört, danach wieder aufgebaut und erst im Jahr 1828 endgültig abgerissen worden sein. Der Glockenstuhl wurde in jenem Jahr neu errichtet.

In der »Geschichte der Gemeinde Valdorf« (1955) heißt es: »Die Ruinen dieser Kirche sind noch vor 30 Jahren dagewesen. Ebenso die Mauern des Kirchhofes. In oder nicht weit von dieser Kirche hat man auch Mumien aus der Erde gegraben.«

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