Filmprojekt: Ehemalige Politiker und Verwaltungsmitarbeiter treffen sich in Vlotho - mit Video
Nostalgie im Rathaussaal

Vlotho (WB). Nach den »Unruhigen Zeiten« geht es weiter mit der »Kraft der Träume«. Im Sitzungssaal des Rathauses fand jetzt ein Nostalgie-Treffen statt. Filmemacher Norbert Kaase hat die Zusammenkunft mit der Kamera begleitet.

Samstag, 08.06.2019, 03:30 Uhr aktualisiert: 08.06.2019, 10:02 Uhr
Im Auftrag der Geschichtswerkstatt begleitet Filmemacher Norbert Kaase die Veranstaltung mit der Kamera. Foto: Jürgen Gebhard

Die Geschichtswerkstatt hatte 25 Einladungen verschickt – an ehemalige Ratsmitglieder, an Verwaltungsmitarbeiter oder auch an Berichterstatter der Presse, die in den Jahren 1976 bis 1984 in Vlotho aktiv gewesen waren.

Erinnerungen, Geschichten und Menschen aus Vlotho in jenem Zeitraum sollen in dem neuem Film »Die Kraft der Träume« im Mittelpunkt stehen. Ende November oder Anfang Dezember soll der Film fertig sein. »Eine Fortsetzung von ›Unruhige Zeiten‹, den wir im vorigen Jahr vor Weihnachten auf den Markt gebracht hatten«, sagte August-Wilhelm König.

Der Rauswurf eines Stadtdirektors

Ein großes Thema dieser filmischen Zeitreise wird das »Umsonst & Draußen« sein, das sich zu einem riesigen Festival entwickelte. Der Abschluss der Stadtsanierung, der Rauswurf eines Stadtdirektors, die Gründung der Grünen Liste, das Collegium Humanum als rechtsradikale Tagungsstätte oder auch der Sport und die Evangelische Jugend sollen in dem neuen Film gezeigt werden.

Gekommen waren unter anderem der ehemalige Bürgermeister Wilhelm Weber, Gerhard Reckefuß von der CDU, Karl-Heinz Lenger von der FDP, Ute Schulz von der GLV, Margret Krimitsas, Helmut Urbschat, Bodo Kohlmeyer und Ulrich Sturhahn von der SPD sowie die Verwaltungsmitarbeiter Gerhard Hoberg und Rolf Ruschemeier.

Aus Krankheitsgründen oder mangels Interesse hatten andere abgesagt. Als Hausherr begrüßte Bürgermeister Rocco Wilken die illustre Runde, bevor er das Mikrofon an August-Wilhelm König weitergab, der mit Annegret Arnhölter und Klaus Kauczok im Namen der Geschichtswerkstatt eingeladen hatte.

»Unerfahren, aber verdammt fleißig«

»Turbulente Zeiten in Rat und Verwaltung« war eines der ganz großen Themen, über das an diesem Nachmittag sehr lebhaft gesprochen wurde: Die frühere GLV-Fraktionsvorsitzende Ute Schulz erinnerte an die Redeschlachten, die sich mit Bürgermeister Gerhard Wattenberg geliefert hatte: »Wir waren als Revoluzzer gehandelt worden. Wir wollten Strukturen aufbrechen. Wir waren unerfahren, aber verdammt fleißig.«

Der spätere Bürgermeister Ulrich Sturhahn sprach davon, dass er mit 29 Jahren als seinerzeit jüngstes Ratsmitglied ganz hinten im Saal sitzen musste: »Ich habe mich hochgekämpft von der letzten auf die erste Bank.«

CDU-Ratsherr Gerhard Reckefuß gab zu, als junger Mann nie etwas mit Politik zu tun gehabt zu haben. In den achtziger Jahren seien im Rat »Krusten aufgebrochen« worden: »Ich empfehle allen jungen Leuten, hier mitzumachen.«

Wilhelm Weber sprach über die Gebietsreform, über die Gründung der UWG und darüber, wie er nach dem plötzlichen Tod von Bürgermeister Rudolf Kaiser dessen Amt übernahm. Ein großes Thema für ihn war außerdem die Ära des abgewählten Stadtdirektors Jürgen Stracke: »Ein hemdsärmeliger Mensch, der für eine Kleinstadt unerträglich war.«

Gerhard Hoberg war 50 Jahre bei der Stadt Vlotho beschäftigt: »Ich habe den Umbau der Stadt hautnah miterlebt und weiß noch, wie lebhaft um den Verlauf den neuen Entlastungsstraße diskutiert wurde.« Sein ehemaligerr Kollege Rolf Ruschemeier erinnerte an Leserbriefe zu den ersten Festivals: »Das Ende der Zivilisation wurde erwartet.«

Filme gesucht zur Evangelischen Jugend

Zwei Stunden lang hat Norbert Kaase alles gefilmt. Die wichtigsten Sequenzen werden in dem neuen Film zu sehen sein, ebenso alte Fotos und Filme aus den Jahren 1976 bis 1984 und auch einige aktuelle Aufnahmen aus Vlotho. August-Wilhelm König: »Was uns noch fehlt, sind Filmaufnahmen von den Veranstaltungen der Evangelische Jugend in Valdorf.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6672786?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514631%2F
Der Modepionier
Seine Leidenschaft galt ein Leben lang der Mode: Gerhard Weber, Mitbegründer von Gerry Weber in Halle, hat auch an den Kollektionen mitgewirkt. Er hatte einen großen Tatendrang. Am Ende musste er erleben, wie sein Lebenswerk zerfiel. Foto: Oliver Schwabe
Nachrichten-Ticker