Notkirche aus Bad Oeynhausen wurde vor 50 Jahren am heutigen Standort in Vlotho aufgebaut
Zweites Leben in Wehrendorf

Vlotho (WB). Die evangelische Kirchengemeinde in Wehrendorf bereitet sich auf ein Jubiläum vor und bittet um Unterstützung. Für die Ausstellung zum 50-jährigen Bestehen der Kreuzkirche werden Fotos von früher gesucht.

Sonntag, 05.05.2019, 10:22 Uhr aktualisiert: 05.05.2019, 11:20 Uhr
Pfarrer Christoph Beyer (l.) und Presbyter Helmut Schwartze bereiten das Jubiläum vor. Sie suchen alte Fotos. Foto: Jürgen Gebhard

Pfarrer Christoph Beyer und Helmut Schwartze als Vorsitzender des Presbyteriums bitten darum, in Schubladen und Fotoalben nach historischen Aufnahmen aus dem Gemeindeleben zu suchen. Die Fotos werden eingescannt und umgehend zurückgegeben.

Die Kreuzkirche ist am ersten Adventssonntag des Jahres 1969 eingeweiht worden. Dementsprechend soll das runde Jubiläum in diesem Jahr vom 29. November bis zum 1. Dezember gefeiert werden: am Freitag mit einem a-CappelaAuftritt der »HörBänd« aus Hannover, am Samstag mit einem Konzert der Kirchlichen Vereine und am Sonntag mit einem Festgottesdienst. Ein Kalender mit Fotos vom Bau der Kreuzkirche wird erstellt. Für die geplante Ausstellung werden jetzt die privaten Fotos gesucht.

Die allererste Kirche war in Wehrendorf

Pfarrer Christoph Beyer aus Valdorf betreut die Wehrendorfer Gemeinde seit dem Jahr 2005 im Rahmen einer pfarramtlichen Verbindung: »Wehrendorf lag früher an einer bedeutenden Wegekreuzung der Handelswege. Dort entstand die erste Kirche der heutigen Stadt Vlotho – noch vor Valdorf und St. Stephan.« So wurde Wehrendorf vor etwa 1000 Jahren zum Mittelpunkt eines großen Kirchspiels. Wer sonntags zum Gottesdienst wollte, musste sehr lange Wege auf sich nehmen.

In den späteren Jahrhunderten verlagerte sich das religiöse Leben in die zwischenzeitlich errichtete Valdorfer Kirche. Die Wehrendorfer Kirche zerfiel und wurde 1828 abgerissen, gleichzeitig wurde der Glockenstuhl (desen Glocke später nach Sumatra verschenkt wurde) neu errichtet. Nach dem Bau des Pfarrhauses (1833) und des Küsterhauses (1836) lebten die kirchlichen Aktivitäten in Wehrendorf wieder auf. Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein eigener Friedhof angelegt, kirchliche Vereine entstanden, eine Pfarrstelle wurde eingerichtet. 1929 wurde das Pfarrhaus zum Gemeindehaus erweitert. Der Neuaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg brachte zunächst die Einrichtung eines regelmäßigen Gottesdienstes im Gemeindehaus.

Notkirche ohne Wärmedämmung

In einem vom früheren Pfarrer Kurt Kükenshöner verfassten Aufsatz heißt es: »Dem dringenden Wunsch nach einer eigenen Kirche kam nun der Umstand entgegen, dass die Altstadtgemeinde in Bad Oeynhausen eine neue Kirche bekam und die bis dahin benutzte Notkirche nicht mehr gebraucht wurde.« Das Konzept der Notkirchen hatte Otto Bartning in der Nachkriegszeit entwickelt. Nach festem Bauplan wurden deutschlandweit 43 dieser sehr funktionalen Kirchen errichtet. »Leider wurde damals auf jegliche Wärmedämmung verzichtet«, macht Helmut Schwartze auf ein Problem aufmerksam. Die Notkirche wurde 1969 von Pfarrer Hans Wagner von Bad Oeynhausen nach Wehrendorf geholt und von Präses Thimme eingeweiht.

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