500.000 Euro: Forellenbach wird auf einer Länge von 170 Metern ökologisch saniert – mit Video
Die Natur kehrt ins Bachbett zurück

Vlotho (WB). Der Forellenbach in Valdorf wird derzeit auf einer Länge von 170 Metern ökologisch saniert. An den Kosten von 500.000 Euro beteiligen sich die EU, das Land und die Stadt. Die Anlieger haben teilweise Flächen zur Verfügung gestellt. Sie müssen nichts zahlen.

Samstag, 06.04.2019, 03:30 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 04:00 Uhr
Anlieger, Planer, Landschaftsbauer, Mitarbeiter von Umweltbüro und Wirtschaftsbetrieben, Bürgermeister und Abgeordneter beim Ortstermin. Foto: Jürgen Gebhard

Die Bebauung an der Herforder Straße zwischen der Straße Bökenwiese und der Praxis des Allgemeinmediziners endet teilweise wenige Meter vor dem Gewässer. Vor etwa 30 Jahren waren Anlieger aufgefordert worden, die vielfach aus Betonmauern bestehenden Uferbefestigungen auf eigene Kosten zu erneuern. Vielfach war überhaupt nicht nachvollziehbar, wer diese Uferbefestigungen gebaut hatte. Die Diskussion über Zuständigkeiten endete vor sieben Jahren mit dem vom Exteraner Landtagsabgeordneten Christian Dahm (SPD) vermittelten Besuch des Petitionsausschusses. Der bestätigte den Handlungsbedarf und zeigte Fördermöglichkeiten auf. Die Stadt Vlotho beantragte Gelder und gab beim Ingenieur-Büro Kleine (Warstein) gewässerökologische Planungen für das Projekt »Ökologische Verbesserung und Sanierung von Uferbefestigungen am Forellenbach in Vlotho« in Auftrag. Die Lebensbedingungen für Fische, Krebse und Kleinstlebewesen sollen verbessert werden. Der Hochwasserschutz soll profitieren.

Fertigstellung bis Juni

Vor vier Monaten hatte die Firma Landschaftsbau Vest aus Recklinghausen die Arbeiten aufgenommen. Im Juni soll alles fertig sein. Bei einem Ortstermin in dieser Woche lobte Bürgermeister Rocco Wilken, wie hervorragend hier bislang auch bei schlechtem Wetter gearbeitet worden sei. Christian Dahm war ebenfalls zu diesem Ortstermin gekommen und freute sich über den sichtbaren Erfolg seines Engagements.

Die Arbeiten sind nicht ganz einfach. Der vor sehr vielen Jahrzehnten begradigte Forellenbach ist auf einer Breite von 2,50 bis 3 Metern rechts und links eingeschnürt und hat sich immer tiefer eingegraben. Stark beschädigte Uferbefestigungen können bei Hochwasser abrutschen und den Zustand weiter verschlechtern. Die gewässerökologische Durchgängigkeit ist durch Sohlabstürze eingeschränkt.

Gabionenkörbe statt Ufermauern

Die Mauern direkt hinter den Grundstücken sind zum größten Teil noch in einem ordentlichen Zustand. Sie müssen deshalb auch nur vereinzelt erneuert oder repariert werden. Auf der gegenüberliegenden Bachseite sieht es anders aus. Lisa Simon (Planungsbüro Kleine): »Der Bach wird zur Wiese hin auf fünf bis sieben Meter aufgeweitet.« In dem jetzt bereits weitgehend fertiggestellten hinteren Bauabschnitt sind die Ufermauern durch drei Meter hohe Gabionenkörbe ersetzt worden.

Im Rahmen des Weser-Werre-Else-Projektes waren bereits vor einigen Jahren Uferbefestigungen in angrenzenden Abschnitten des Forellenbaches ökologisch saniert worden.

 

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