Diskussion um Ausbau Höltkebruchstraße – Verzicht auf Anlieger-Vorausleistungen
Stadt überarbeitet Planentwurf

Vlotho (WB). Die noch ausstehende Entscheidung der Landesregierung zur Abschaffung der Straßenausbaubeiträge, die ein SPD-Gesetzentwurf und eine Volksinitiative auf den Weg gebracht haben, betrifft auch zwei aktuelle Straßenbauprojekte in Vlotho: das geplante Sanierungs- und Ausbauvorhaben an der Höltkebruchstraße sowie die Arbeiten an der Königsberger/Danziger Straße.

Donnerstag, 04.04.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 04:10 Uhr
Die Fahrbahn der Höltkebruchstraße ist an vielen Stellen von Schlaglöchern übersät und marode. Nach den Planungen der Stadt soll die Fahrbahn saniert und verbreitert werden. Außerdem ist ein einseitiger Gehweg geplant. Foto: Jürgen Gebhard

Der Betriebsausschuss Baubetriebshof und Straßen hat daher in seiner Sitzung am Dienstagabend für die Maßnahme Königsberger/Danziger Straße seinen Beschluss aufgehoben, Vorausleistungen für die zu erwartenden Ausbaubeiträge von den Anliegern zu erheben beziehungsweise alternativ Ablösungsverträge anzubieten. Hier soll erst die Entscheidung der Landesregierung abgewartet werden. Gleiches solle auch für die Maßnahme an der Höltkebruchstraße gelten, kündigte Christian Hohmeier von den Wirtschaftsbetrieben an.

Höltkebruchstraße

Nach der in der ersten Anliegerversammlung im Februar geäußerten Kritik an der Planung haben Christian Hohmeier und Planer Thomas Bürth am Dienstag einen überarbeiteten Planungsvorentwurf für die Ausbau- und Sanierungsmaßnahme Höltebruchstraße vorgestellt. Danach sollen ab Oktober für eine Gesamtsumme von 3,09 Millionen Euro der marode Fahrbahnzustand sowie die Defizite im Begegnungsverkehr und bei der Fußgängersicherheit beseitigt werden. Die Maßnahme erstreckt sich auf eine Länge von 1370 Meter über die Abschnitte von der Einmündung Kaitenweg bis hoch zur Ernst-Albrecht-Straße, teilte Bürth mit. Darüber hinaus umfassten die Arbeiten die Herstellung einer Querungshilfe, die Herstellung der Bushaltestelle und den Bau eines Regenwasserkanals, da der vorhandene Mischwasserkanal nicht für die Aufnahme von Regenwasser geeignet sei.

Die Baukosten

Die Gesamtkosten von 3,09 Millionen Euro gliedern sich laut Verwaltung folgendermaßen auf: 1,6 Millionen Euro für die Fahrbahnausbau, 611.000 Euro für einen einseitigen Gehweg, 154.000 Euro für die Straßenbeleuchtung und 350.000 Euro für die Straßenentwässerung. Gefördert würde die Maßnahme mit 945.000 Euro vom Land, der Anteil der Stadt würde 1.350.000 Euro betragen. Auf die Anlieger würden Kosten von etwa 800.000 Euro umgelegt.

Kritik der Anlieger

Deutliche Kritik am Umfang dieses Planentwurfes hatten die Anlieger bereits bei einer Versammlung im Februar und am Dienstag im Ausschuss sowie in einer weiteren Anwohnerversammlung geäußert. Insbesondere der Ausbau der Fahrbahn auf eine Breite von 6,50 Meter und der 2 Meter breite Gehweg wurden als zu aufwendig und zu teuer kritisiert. Unter anderem befürchten die Anwohner auch den Verlust des Tempo-30-Limits nach dem Ausbau zu einer Hauptverkehrsstraße. Im Ausschuss forderten Anliegersprecher außerdem genaue Zahlen darüber, was eine mögliche abgespeckte Variante für Auswirkungen auf die Landesförderung und damit auf die Höhe ihrer Straßenausbaubeiträge haben würde. Kritisch wurde auch der Bau des Regenwasserkanals gesehen. Damit würde dieses Wasser für die Bewässerung der Bäume an der Höltkebruchstraße fehlen, so ihre Befürchtung.

Wie Thomas Bürth klarstellte, sei man bei einer Hauptverkehrsstraße an gewisse Ausbaustandards gebunden. Dennoch habe man aufgrund der Kritik den Vorentwurf bereits modifiziert. So soll die Fahrbahnbreite im Bereich zwischen Kaitenweg und Schwedenstraße nur auf sechs Meter ausgebaut werden und ein 50 Zentimeter breites Schrammbord erhalten. Auch auf die zur Bauwerkabsicherung geplanten Betonwinkelelemente wolle man aus Kostengründen verzichten und mit der natürlichen Böschung arbeiten. Auch seien in Höhe des kurvigen Bereichs am »Pilsstübchen« geringere Breiten geplant.

Die genaue Ausbauplanung soll dann in einer Anliegerversammlung Ende April/Anfang Mai vorgestellt und der Baubeschluss im Mai im Ausschuss erfolgen.

 

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