Wie sich die »Heinzelmännchen« auf das Exteraner Benefizfestival vorbereiten
Zuerst wird gezählt und dann gerockt

Vlotho (WB). Eine Inventur gilt gemeinhin als notwendiges Übel. Jedoch nicht bei den »Heinzelmännchen«. Der Vlothoer Verein ist fest entschlossen, es selbst bei eher langweiligen Vorbereitungen für das »Exter rockt«-Festival schon krachen zu lassen.

Mittwoch, 03.04.2019, 10:00 Uhr
Die gut gelaunte »Heinzelfamilie«: Auch bei den Arbeitseinsätzen und zahlreichen organisatorischen Treffen vor dem Festival am 18. Mai kommt der Spaß nicht zu kurz. Die Kinder dürfen dabei sein, sonst bekämen sie ihre Eltern in den Wochen vor dem Festival kaum noch zu Gesicht Foto: Heike Pabst

»Wie viele Spanngurte haben wir eigentlich noch?«, will Katrin Althof wissen. »In dieser Kiste sind 151!«, antwortet Andreas Günther und schreibt es auf einen Zettel. Sie knien in einer Auffahrt in Porta Westfalica und sichten das Material, das der Verein aus den vergangenen Jahren übrig hat.

Pommesgabeln, Kabelbinder, Klopapier, Putzmittel, Bratwurstpappen, Glühbirnen, Plastikbecher, Gehörschutz: Weil im eigentlich zur Verfügung gestellten Lager beim »Autohaus Sonntag« gerade ein Fest gefeiert wird, haben die »Heinzelmännchen« ihr fein säuberlich sortiertes Material zum Zählen zu Familie Döhr gebracht. Im vergangenen Jahr haben die »Heinzelmännchen« schwarze, große Holzkästen gebaut und mit Rollen versehen, um das Verladen dieses Kleinkrams einfacher zu gestalten. Nun werden die Kästen geöffnet und ihr Inhalt wird in Augenschein genommen.

Teams betreuen Einsatzbereiche

Die »Heinzelmännchen« haben sich vom Verein zu einer Art Großfamilie entwickelt, bei der die meisten ihre Rolle längst gefunden haben. Bei diesem Arbeitseinsatz schallt Rockmusik durch den Garten, die »Heinzelkinder« schaukeln oder lassen Seifenblasen zerplatzen und die Großen zählen sich durch Spülmittelflaschen und Eintrittsbändchen.

Wovon haben sie noch genug? Was muss beschafft werden? Da ist es gut, wenn man aus Erfahrung einschätzen kann, etwa wie viel Desinfektionswaschlotion für das Festival benötigt wird. Und wie viel Trinkhalme für die Cocktails. Langjährige »Heinzelmännchen« wie der ehemalige Vorsitzende Björn Nottmeier haben den Überblick und geben ihr Wissen an die »jüngeren« Mitglieder weiter.

6. Exter rockt

Am Samstag, 18. Mai, wird ab 14 Uhr auf dem Schulhof in Exter gerockt. Kinder bis 13 Jahre haben freien Eintritt, für »Ältere« kostet der Eintritt im Vorverkauf 9 Euro, an der Abendkasse 12 Euro. Karten gibt es unter anderem bei Edeka Wilke, Exter, bei der Bäckerei Rinne in Uffeln, bei der Buchhandlung am Roseneck in Vlotho. Im Nachmittagsbereich stehen Familien und familienfreundliches Programm im Mittelpunkt. Es gibt Spielangebote, viel zu essen, Zauberer Samoti ist dabei und auf der Bühne spielt die Kinderrockband »Randale«. Bis nach Mitternacht wechseln sich dann die Musiker ab; angekündigt sind »Invictus« aus Löhne mit Classic-Rock, »The Red Circle« aus Vlotho, »Yvi Wylde« mit Glamrock-Disco-Blues, »In Search of a rose« mit »Shamrock’n Roll« sowie die »Dizzy Dudes«. Als Moderatoren führen die »Dirty Chucks« durch den Tag.

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Mit Hilfe von Sponsoren, befreundeten Vereinen und Kindergarten-Eltern haben die »Heinzelmännchen« in den vergangenen Jahren das Benefizfestival auf dem Exteraner Schulhof ausgerichtet.

Die ehrenamtlich Mitwirkenden werden dabei auf unterschiedliche Einsatzbereiche verteilt, die sie als Team betreuen dürfen: Manche stürzen sich ins Getümmel der Caféteria, andere versorgen die Musiker im Backstage-Bereich, sitzen an der Kasse, kümmern sich ums Rahmenprogramm oder den Merchandising-Verkauf.

Festival wächst jährlich

Jedes Team soll diesmal beim Festival eine eigene, je nach Bereich individuell bestückte »Werkzeugkiste« bekommen. So soll sichergestellt werden, dass sie im Ernstfall nicht loslaufen müssen, um einen Schraubenzieher, eine Würstchenzange oder drei Packungen Servietten zu organisieren.

Trotz der Routine, die sich eingestellt hat, bleiben Unwägbarkeiten. Schließlich kann niemand sagen, ob das Wetter beim »Exter rockt« am 18. Mai mitmacht und wie viele Menschen tatsächlich kommen werden. Bisher ist das Festival jedes Jahr etwas größer geworden: Diesmal dürfen erstmals bis zu 1200 Menschen gleichzeitig aufs Gelände.

Erlös ist für die Jugendarbeit

Gleichzeitig ist es das erste Mal, dass der Erlös nicht an einen Kindergarten geht, sondern für die Kinder- und Jugendarbeit des FC Exter bestimmt ist. Setzt sich das Publikum dann anders zusammen? Kommen mehr Erwachsene und weniger Familien? Und wie würde sich das auf die benötigten Materialien auswirken? Viele Fragen suchen noch Antworten. Es bleibt spannend bei der »Heinzelfamilie«.

Als nächstes steht die Organisation des Kartenverkaufs an. Doch der Spaß darf nicht zu kurz kommen. Und vorher gibt es sowieso noch Bratwurst: Alle setzen sich an den Tisch im Döhrschen Garten und essen gemeinsam.

Björn Nottmeier packt beim Arbeitseinsatz der »Heinzels« mit an.

Björn Nottmeier packt beim Arbeitseinsatz der »Heinzels« mit an. Foto: Heike Pabst

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