Anlieger der Höltkebruchstraße kritisieren Sanierungsplanung als zu aufwendig
»Ausbau muss bezahlbar bleiben«

Vlotho (WB). Gegen die von der Stadt vorgestellten Pläne zum Ausbau und zur Sanierung der Höltkebruchstraße formiert sich Anliegerprotest. Vielen Anwohnern ist der geplante Ausbau mit einer Fahrbahnbreite von 6,50 Metern und einem zwei Meter breiten Bürgersteig zu überdimensioniert.

Dienstag, 02.04.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 08:48 Uhr
Gerhard Prüßmeier und Ralf Lehrke (vorne, von links) sowie weitere Anlieger der Höltkebruchstraße halten den geplanten Straßenausbau für zu überdimensioniert. Die Sanierung sei ihrer Meinung nach notwendig, aber sie müsse so ausgeführt werden, dass sie für die betroffenen Anlieger bezahlbar bleibe. Foto: Joachim Burek

Die Initiatoren des Anliegerprotests um Gerhard Prüßmeier und Ralf Lehrke haben daher für Dienstag um 19 Uhr zu einer Versammlung ins »Pilsstübchen« eingeladen, zu der etwa 40 Anwohner und Vertreter der Stadt erwartet werden. Dort wollen sie über das Planvorhaben informieren und sich von Rechtsanwalt Eckard Gläsker und einem Vertreter der Initiative »Gerechte Straße, Bürgerinitiative & Interessengemeinschaft zur Abschaffung der Straßenausbaubeiträge in NRW« beraten lassen.

Kritik der Anlieger

»Grundsätzlich sind wir nicht gegen die längst notwendige Sanierung der maroden Höltkebruchstraße. Aber es muss bezahlbar bleiben. 37 Jahre ist hier nichts gemacht worden und nun soll in so einem überdimensionierten Ausmaß ausgebaut werden«, sind sich Prüßmeier, Lehrke sowie die übrigen anwesenden Anlieger beim Ortstermin am Montagmittag in ihrer Kritik einig. »Kommt es so, wie die Stadt plant, geht der Straßenausbaukostenanteil für einige Anlieger in die Zehntausende. Das ist für viele existenzbedrohend«, fürchtet Anwohner Axel Straschewski.

Nach Ansicht der Anlieger reiche eine geringere Fahrbahnbreite und eine Sanierung mit einer einfachen Teerdecke aus. »Kommt der große Ausbau, fällt die derzeitige Tempo-30-Begrenzung und wir haben die Raser hier«, stellt Ralf Lehrke fest. Zudem sei ein Gehweg bei dem geringen Fußgängeraufkommen an der Straße nicht notwendig. Prüßmeier: »Bei einer eigenen Zählung haben wir etwa sechs Fußgänger pro Tag registriert.«

Eine weitere Kritik eines Teils der Anlieger richtet sich gegen das Vorgehen und die Informationspolitik von Stadt und Wirtschaftsbetrieben. »Wenn die Planungen für den Ausbau so weit gediehen sind, dass es bereits Zusagen für die Landesförderung gibt, dann ahnen wir doch schon, dass die Würfel längst gefallen sind«, kritisiert Axel Straschewski.

Das sagt die Stadt

Christian Hohmeier von den Vlothoer Wirtschaftsbetrieben betonte gestern auf Anfrage, dass man in Sachen Ausbauplanung noch in der Findungsphase sei. Ein Verzicht auf einen Gehweg sei jedoch nicht diskutierbar, stellte er dabei klar. Allerdings befinde man sich derzeit in Gesprächen mit der Bezirksregierung, ob eine Reduzierung der Breite beim Fahrbahnausbau möglich sei und welche Auswirkungen dies auf die Landesförderung haben würde. »Wir hoffen, dazu kurzfristig Auskunft zu bekommen, so dass wir vielleicht im Bauausschuss bereits mehr sagen können«, so Christian Hohmeier.

Die Ausbauplanung der Höltkebruchstraße ist nach Auskunft der Wirtschaftsbetriebe mit etwa drei Millionen Euro veranschlagt. Das Land habe im vergangenen Jahr die Förderung der Maßnahme mit 940.000 Euro bewilligt. Die Anwohner sollen an den Kosten für den Fahrbahnausbau mit 20 Prozent und am Gehwegbau mit 60 Prozent beteiligt werden.

Der weitere Fahrplan

Zu dem weiteren Fahrplan sagte Hohmeier, dass nach dem Sachstandsbericht im Bauausschuss (Dienstag 17 Uhr) die Stadt und die Wirtschaftsbetriebe für Anfang Mai zu einer weiteren Anliegerversammlung einladen. Hohmeier: »Dann soll die überarbeitete Planung vorgestellt werden, bevor Ende Mai/Anfang Juni die Politik abschließend über die Straßenbaumaßnahme beschließt.«

 

Kommentare

M. Hanau  wrote: 02.04.2019 20:29
Mal wieder typisch...
Deutschland..
Es würde wohl vollkommen ausreichen, diese marode Straße einfach nur ordentlich zu teeren und alle wären glücklich... aber nein, da gibts dann natürlich weniger Förderung vom Land - also muss was "ordentliches" her...
Lösung: 2-spuriger Ausbau, zwei Gehwege mit Radweg - am besten noch Pannenstreifen und Notrufsäulen... Ich meine, was soll der Quatsch??
Ist natürlich den "Planern" völlig egal - die brauchen das ja schließlich nicht zu bezahlen....
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