Marie Giroux bringt das Leben von Edith Piaf auf Vlothos Kulturbühne
Eine leidenschaftliche Affäre

Vlotho (WB). Ihr Leben war so traurig wie viele ihrer Lieder. Edith Piaf hat die blanke Wahrheit nie gescheut. Die kleine zierliche Frau wurde durch ihren kompromisslosen Lebensstil zu der Ikone des Chansons.

Montag, 01.04.2019, 17:33 Uhr aktualisiert: 01.04.2019, 17:50 Uhr
Marie Giroux singt in der Kulturfabrik Chansons-Klassiker von Edith Piaf. Foto: Frank Lemke

Die Französin Marie Giroux präsentiert ihr Leben auf eine überraschende Weise. In der Kulturfabrik zeigte die Sängerin mit Jenny Schäuffelen und Jule Hinrichsen die unbekannte Seite der Diva. »Ich habe Hängebrüste und einen kleinen, flachen Hintern. Aber ich kriege die Männer trotzdem«, sagte Marie Giroux.

Sie zitierte damit eine Frau, die am 19. Dezember 1915 auf dem Bürgersteig der Rue de Belleville in Paris zur Welt gekommen war: Edith Piaf. Ihre Mutter, eine Nachtclubsängerin, ließ sie dort zurück. Der Vater, ein Straßenakrobat, konnte sich als Soldat nicht um sie kümmern. Er brachte sie zu seiner Mutter. Mit sieben Jahren bekam die kleine Piaf von ihrer Großmutter jeden Morgen Rotwein. Der Alkohol sollte ihr Leben prägen. Doch sie war stark, gerade heraus und verzauberte trotz ihrer Statur die Männer.

Nichts zu bedauern

»Warte, worum geht es dir?«, fragte Jule Hinrichsen in der Rolle einer guten Freundin. Das Trio auf der Bühne der Kulturfabrik sang Chansons und spielte Szenen der 30er und 40er Jahre nach, in denen die Diva groß geworden war. »Ich kannte seinen Namen nicht. Er liebte mich die ganze Nacht«, sagte Marie Giroux in der Rolle der Edith Piaf. »Ging es etwa um – Geometrie?«, fragte Jenny Schäuffelen und spielte das kleine Schauspiel weiter. Viele waren in Ediah Piaf verliebt: Yves Montand, Georges Moustaki, Charles Aznavour oder Gilbert Bécaud. Der Nachtclubbesitzer Louis Leplèe gab ihr den Spitznamen »La mome Piaf« – »Der kleine Spatz«.

»Ich überlasse es anderen zu glauben, was sie wollen«, sagte Edith Piaf. Was sie fühlte, das legte sie in ihre Chansons. Stücke wie »La Vie en Rose«, »Padam, Padam« oder »La Foule« sind zu einem Teil der Geschichte Frankreichs geworden. Kurz vor ihrem Tod sang sie vorm Eiffelturm »Non, Je Ne Regrette Rien« (»Nein, Ich bedauere nichts«).

Bewegt und begeistert

Das Konzert in der Kulturfabrik schilderte nicht nur das Leben der Diva, es ließ ihre Gefühle wieder lebendig werden. Marie Giroux gelang es, mit ihrer Stimme vom Schmerz, der Hoffnung und der Leidenschaft Edith Piafs zu erzählen. Jenny Schäuffelen begleitete sie auf dem Klavier, Jule Hinrichsen mit dem Cello.

Die 60 Gäste des Konzerts »Madame Piaf – Enttarnung einer Diva« waren bewegt und begeistert. Am Ende applaudierten sie dem Ensemble lange und mit Begeisterung. »Wussten Sie eigentlich, dass der Begriff ›One-Night-Stand‹ übersetzt ›einmaliges Gastspiel‹ bedeutet?«, fragte Marie Giroux das Publikum. Genau betrachtet, hätte das Trio mit den Vlothoern ein kurze aber leidenschaftliche Affäre miteinander gehabt. Der Förderverein der Stadtbücherei Vlotho hatte beide Seiten zusammen gebracht.

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