Mehr als 30 Bewohner in Vlotho vorsorglich in Sicherheit gebracht – mehrere Verletzte – mit Video Leck am Blockheizkraftwerk: Gasaustritt im Altenheim

Vlotho (WB/jg). Nach dem Austritt von Kohlenmonoxid sind fünf Bewohner des Simeonsstiftes zur Beobachtung in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Notärzte untersuchten alle 92 Bewohner. Nach gründlicher Lüftung konnte auf eine Evakuierung verzichtet werden.

Im Treppenhaus des Heimes schlug der mitgeführte CO-Warner Alarm.
Im Treppenhaus des Heimes schlug der mitgeführte CO-Warner Alarm. Foto: Jürgen Gebhard

Der CO-Alarm wurde gegen 16 Uhr ausgelöst. Der Rettungsdienst war gerade im Haus, um sich um einen erkrankten Bewohner zu kümmern. Der an der Dienstkleidung mitgeführte CO-Warner sprang an. Die Feuerwehr wurde alarmiert. Spezialkräfte überprüften die Gaskonzentration mit genaueren Geräten. Auch sie stellten einen erhöhten CO-Wert im Bereich eines Treppenhauses fest.

Mehrer Bewohner mussten im Krankenhaus behandelt werden. Foto: Jürgen Gebhard

Leitstelle löste »Massenanfall von Verletzten« aus

Die Leitstelle löste einen so genannten »Massenanfall von Verletzten« aus: Mehrere Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Vlotho, Rettungswagen aus der Region, Notärzte und der Messwagen der Feuerwehrzentrale Eilshausen wurden angefordert. Auf dem Parkplatz des nahen Waldfreibades wurden auch Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes zusammengezogen, um bei Bedarf weit mehr Bewohner transportieren zu können.

Die weiteren Messungen brachten Klarheit: Betroffen von der erhöhten CO-Konzentration war nur der vom Haupteingang an der Lemgoer Straße aus gesehen rechte Gebäudeteil. Anja Zimmermann vom Evangelischen Johanneswerk bestätigte gegen 17.45 Uhr gegenüber der VLOTHOER ZEITUNG eine »Störung im Bereich des Treppenhauses«. Die Suche nach der Ursache dauere an.

Alle 92 Bewohner werden von Notärzten untersucht

Notärzte untersuchten alle 92 Bewohnerinnen und Bewohner und ordneten aufgrund kritischer Werte bei fünf Personen die Einweisung in umliegende Krankenhäuser an. Zunächst wurde befürchtet, den betroffenen Gebäudeteil oder bei einer möglicherweise erforderlichen Heizungsabschaltung sogar das gesamte Seniorenheim räumen zu müssen. Zumindest im Gebäude hätten aufgrund bevorstehender Umbauarbeiten bereits leer stehende möblierte Zimmer zur Verfügung gestanden.

Nach Ortung des Lecks in einem Filter des Heizkraftwerkes am frühen Abend und gründlicher Lüftung des Gebäudeteils konnte auf eine Evakuierung der Bewohner verzichtet werden. »In enger Zusammenarbeit zwischen Rettungskräften und Pflegepersonal wurden die hilfebedürftigen Personen bereut. Im Einsatz waren neben den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr auch Mitarbeitende des Roten Kreuzes«, heißt es in einer am Abend veröffentlichten Medieninformation des Evangelischen Johanneswerkes als Träger des Simeonsstiftes.

Das farb- und geruchslose Kohlenmonoxid ist gefährlich, weil es in hoher Konzentration zu Bewusstlosigkeit und zum Tod führen kann.

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