Niklas Günther und Denis Köpke sind die jüngsten Mitglieder der »Heinzelmännchen«
Ins Ehrenamt hineingerockt

Vlotho (WB). Während etliche andere Vereine von Nachwuchssorgen geplagt werden, haben sich zwei junge Männer in Vlotho einen Wettstreit darum geliefert, wer zuerst in die »Heinzelmännchen« eintritt . Niklas Günther hat gewonnen: Schon kurz nach seinem 18. Geburtstag unterschrieb der Exteraner sein Beitrittsformular.

Freitag, 08.03.2019, 14:28 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 14:38 Uhr
Heinzelmännchen aus Überzeugung: Mit ihrem vereinsinternen Spitznamen »Beavis und Butt-Head« haben sich Niklas Günther (links) und Denis Köpke gut arrangiert: Sogar T-Shirts der Comicfiguren haben sie sich besorgt. Foto: Heike Pabst

Seit dem Kindergarten sind Niklas Günther und Denis Köpke befreundet. Sie teilen die Liebe zur Musik, spielen beide Gitarre. Als der gemeinnützige Verein »Heinzelmännchen« 2014 sein erstes Benefiz-Musikfestival auf dem Exteraner Schulhof ausrichtet, sind die Jungs, damals 14 Jahre alt, Feuer und Flamme.

»Ich hab Denis gesagt, da müssen wir hin«, blickt Niklas Günther zurück. »Und als dann die ›Dizzy Dudes‹ gespielt haben, hat uns das so megagut gefallen, da haben wir beschlossen, dass wir auf dieser Bühne auch mal stehen wollen.«

Denis Köpke fügt hinzu: »Die Leute auf diesem Festival waren überhaupt so gut drauf, das hat uns fasziniert.« Also standen die Jugendlichen am nächsten Tag wieder auf dem Schulhof und boten ihre Hilfe an.

Feuer und Flamme fürs Festival

Die »Heinzelmännchen« waren nach der etwas chaotischen, wenn auch trotzdem erfolgreichen Premiere für jeden Mitarbeiter dankbar und banden die Jugendlichen sofort ein. »Wir haben damals gleich die Traversen der Bühne abgebaut«, erinnert sich Niklas.

Damit war eine Leidenschaft geboren, die bis heute andauert: Niklas und Denis haben sich dem »Exter rockt« verschrieben. Bei der Neuauflage des Festivals 2015 waren die Jugendlichen »von der ersten Minute Aufbau bis zur letzten Minute Abbau« mit dabei, gingen nur zum Schlafen nach Hause.

Anfangs interessierte sie vor allem der Bühnenaufbau. 2016 beteiligten sie sich als Helfer im Backstage-Bereich, 2017 waren sie schon maßgeblich an der Organisation des gesamten Backstage-Bereichs beteiligt. 2018 erfüllten sie sich schließlich einen Traum und standen mit ihrer Band »The Red Circle« zum ersten Mal selbst auf der Exteraner Schulhofbühne.

»Wenn es was zu helfen gibt, sind wir mit dabei.«

Niklas Günther

 

Trotzdem vernachlässigten sie auch ihre anderen Aufgaben nicht. Ob als »Türsteher«, als »Roadie« oder Ansprechpartner für die Musiker: Niklas und Denis waren und sind immer zur Stelle. »Wenn es was zu helfen gibt, sind wir mit dabei«, sagt Niklas. »Wir ziehen durch für den Verein.«

Obwohl der mittlerweile 19-Jährige eine Lehre zum Automobilkaufmann macht, hat Niklas sein Engagement für die »Heinzelmännchen« sogar noch verstärkt: Er ist in den Vorstand des Vereins aufgerückt und hat das Amt des Schriftführers übernommen. Denis (18) macht eine Ausbildung als Land- und Baumaschinenmechatroniker, doch dass er weiterhin Teil der »Heinzel-Familie« ist, steht für ihn außer Frage.

Liebevoller Spitzname

Wieso ihr Interesse für diese ehrenamtliche Arbeit nicht erlosch, sondern kontinuierlich wuchs, können Niklas und Denis recht gut erklären: »Wir sind dabei geblieben, weil der Verein uns von Anfang an super angenommen und nicht wie Kinder behandelt hat«, sagt Niklas. Die Jugendlichen fühlten sich ernstgenommen.

»Wir haben uns hochgearbeitet, wurden nach unserer Meinung gefragt.« Auch körperlich schwere Aufgaben wie das Auseinanderbauen und Verladen von großen Musikanlagen wurden ihnen anvertraut. Dennoch, betont Denis, »stand immer der Spaß im Vordergrund«.

Beim »Exter rockt« 2018 steht »The Red Circle« auf der Bühne.

Beim »Exter rockt« 2018 steht »The Red Circle« auf der Bühne. Foto: Frank Lemke

So nehmen sie es auch überhaupt nicht übel, dass der ehemalige Vorsitzende Björn Nottmeier ihnen den Spitznamen »Beavis und Butt-Head« verpasst hat. Diese vom Musiksender MTV in den 1990er Jahren populär gemachten Comicfiguren »passen einfach zum Musikgeschmack der beiden und auch von der Haarfarbe her«, frotzelt Nottmeier.

Das Ganze ist aber eher liebevoll gemeint: Er lobt die jungen Männer für ihre enorme Zuverlässigkeit. Und auch die Musik von »The Red Circle« hat es Björn Nottmeier angetan: »Ich bin ihnen schon zu Konzerten hinterher gefahren.«

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