Kabarettist Uli Masuth stellt in der Kulturfabrik die großen Fragen des Lebens
Was die Welt zusammenhält

Vlotho (WB). Wer weiß schon, wohin er in seinem Leben will? Der Förderverein der Stadtbücherei Vlotho hatte Uli Masuth in die Kulturfabrik eingeladen, um den großen Fragen des Lebens auf den Grund zu gehen.

Dienstag, 05.03.2019, 05:00 Uhr
Uli Masuth präsentiert in der Vlothoer Kulturfabrik ein durchdachtes Programm mit schwarzem Humor und großen Antworten. Es ist ein Abend mit Musik, aber ohne Gesang. Zu den großen Fragen des Lebens speilt der Künstler angenehme Klaviermusik. Foto: Frank Lemke

»Mein Leben als ich« von Uli Masuth war ein Kabarett-Abend mit Musik, ohne Gesang und mit schwarzem Humor. »Ich frage mich, warum sie gekommen sind«, sagte Uli Masuth am Anfang seiner Show, in der es laut Ankündigung nur um ihn selbst gehen sollte. Die Frage war rhetorisch. Uli Masuth machte eine dramaturgische Pause und blickte seine Gäste erwartungsvoll an. Das Publikum wartete gespannt auf das, was es in den nächsten zwei Stunden hören würde. Der Programmflyer von Uli Masuth stellte Fragen wie: »Wohin will der Mensch?«, »Was hält die Welt zusammen?« oder »Welche Rolle spiele ich in meinem Leben – eine Haupt- oder Nebenrolle?« Vor den Antworten klopfte der Kabarettist sein Publikum erst einmal ab. Er scherzte über die SPD, die Bundeskanzlerin und die Medien.

Publikum erobert

»Ich will erst ihren Humor kennenlernen«, sagte der 60-Jährige. Leicht war sein Publikum nicht. »Die Ostwestfalen sind von Natur aus eher zurückhaltend«, sagte Sonja Bennefeld, die aus Bad Oeynhausen gekommen war. Pointen, die in anderen Teilen Deutschlands lautes Gelächter und Applaus hervorrufen, beantworteten die Gäste in der Kulturfabrik mit Kichern, Lächeln und vereinzeltem Klatschen.

»Der Ostwestfale amüsiert sich eben anders«, sagte Zuschauerin Jitka Kremer. Uli Masuths Humor sei sehr intelligent und durchdacht. Er gehe sehr auf sein Publikum ein, achte auf Nuancen und versuche zu verstehen, was seine Zuhörer bewegt. Satz für Satz baute der Kabarettist den Abend auf, hörte auf die Reaktionen und gewann mehr und mehr sein Publikum. Wer sich die großen Fragen des Lebens stellt, war hier genau richtig.

»Stille ehrt den Künstler«

»In unserer modernen Zeit wissen wir immer weniger, wohin wir wollen. Dafür sind wir immer schneller da«, sagte Uli Masuth und wartete auf eine Reaktion. Schweigen. Dann zitierte er mit einem schelmischen Lachen den Komponisten Pablo Casals: »Es ist nicht der Applaus, der den Künstler ehrt, sondern die Stille.« Das Publikum lachte und applaudierte amüsiert.

Einfühlsamer Entertainer

Wer bei »Mein Leben als ich« eine Show über das Ego von Uli Masuth erwartet hatte, der bekam genau das Gegenteil: einen einfühlsamen Entertainer mit schwarzem Humor, der mit seinen Gästen über den Sinn des Lebens philosophierte und dabei Licht in das Dunkel der egozentrischen Verwirrung brachte. Am Ende bekam er reichlich Applaus von den Ostwestfalen, die den Abend sehr genossen haben. Uli Masuth tourt derzeit durch Deutschland. Seine nächsten Auftritte sind in Bad Steben am Donnerstag, 7. März, und in Darmstadt, am Samstag, 9. März.

 

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