Naturschützer starten Aktion im Kurpark – »Wohnungsnot« bei Bienen
Vogelfreunde putzen Nistkästen

Vlotho (WB). Im Kurpark an der Senkelteichstraße ist die Vogelwelt noch in Ordnung. Das ist zum großen Teil ein Verdienst des heimischen »Vogelschutz- und –liebhabervereins.«

Samstag, 02.03.2019, 18:00 Uhr
Die Vogelfreunde Bernd Ortmeier, Manfred Schumann, Dedo Sturhahn, Reinhard Krüger, Sven Reistel, Jürgen Hadder reinigten die Kästen. Foto: Gisela Schwarze

Für die Vogelfreunde stand jetzt ein Frühjahrsputz bei den vorhandenen Nistkästen im Naherholungsgebiet an. »Gesäubert haben wir im Kurpark 48 Nistkästen. In 36 Kästen wurde erfolgreich gebrütet. Bewohner dieser Kästen waren 31 Meisen, zwei Kleiber und drei Sperlinge.« Dazu hätten es sich in zwei weiteren Nistkästen Mäuse gemütlich gemacht. »Das passiert immer wieder, wenn die Bäume, in denen die Holzkästen hängen, mit Efeu bewachsen sind. Da können die Mäuse leicht nach oben klettern«, wusste Reinhard Krüger.

Steigerung der Bruten

Seit genau 20 Jahren ist der Valdorfer vom Bonstapel Vorsitzender des Vlothoer Vogelschutz- und -liebhabervereins. Im vergangenen Jahr habe es im Vergleich zu 2017 im Kurparkareal eine Steigerung der Bruten gegeben, freute er sich. Vier neue Nistkästen befestigten die Vogelschützer nun im Park, um Kleiber & Co weitere Brutmöglichkeiten anzubieten.

48 Jahre besteht der Vogelliebhaber-Verein inzwischen. »Anlässlich unseres 50-jährigen Jubiläums werden wir übernächstes Jahr die Kurpark-Jubiläumsallee mit einem Baum bereichern«, weiß Reinhard Krüger schon jetzt. Wunsch der Mitglieder sei es, einen Speierling oder eine Elsbeere zu pflanzen.

Keine Winterfütterung

In diesem Winter konnte die Winterfütterung am Futterhaus im Kurpark zum großen Teil ausfallen: »Wir füttern nur bei geschlossener Schneedecke oder Dauerfrost.« In den vergangenen Winterwochen hätten sich die Vögel in unserer Region überwiegend selbst versorgen können.

Bienensterben stoppen

Ein ganz wichtiges Anliegen im Bereich Naturschutz ist es für Reinhard Krüger, dem Aussterben von Bienenarten entgegen zu wirken. Noch vor wenigen Jahrzehnten sei Deutschland die Heimat von 547 Bienenarten gewesen. Bereits im Jahr 1997 seien 284 Bienenarten in die Rote Liste aufgenommen worden. »Es ist höchste Zeit, etwas für unsere Einsiedlerbienen zu tun«, appellierte er. Die akute Wohnungsnot der Einsiedlerbienen könne mit einem Bienen-Niststein beseitigt werden. Reinhard Krügers Idee ist es, sie mit Grundschulkindern selbst herzustellen. Konkrete Pläne hat er bereits. Er weiß, wo er die benötigte Tonmasse beschaffen kann und wo die Steine später gebrannt werden können. Er will selbst die hölzernen Formen zimmern und Schablonen mit unterschiedlich dicken Nägeln fertigen, die dann auf den noch weichen Ton gedrückt werden und so Nestgänge mit Durchmessern von zwei bis elf Millimetern formen. »Ein solches Naturschutz-Projekt ist in der Praxis eine tolle Aktion und ein ideales Thema für Projektwochen in Grundschulen«, sagte er.

 

 

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