Breitband-Upgrade: Unterversorgte Haushalte erhalten Glasfaseranschluss
Schnelles Internet im Außenbereich

Vlotho (WB). Gute Nachricht für alle Vlothoer im Außenbereich mit unterversorgten Internet-Hausanschlüssen: Die Zeiten des langsamen Internets sind bald vorbei. Für Anschlüsse in diesen so genannten »weißen Bereichen« mit weniger als 30MBit/s soll nun der komplette Ausbau in Glasfasertechnik erfolgen.

Freitag, 01.02.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 09:12 Uhr
Bürgermeister Rocco Wilken (vorne) und Stadtentwickler Michael Fißmer zeigen auf der digitalen Karte für den Breitbandausbau, wo im Stadtgebiet die unterversorgten Haushalte im Außenbereich liegen. Durch dieses Upgrade sollen diese Haushalte nun einen Anschluss komplett mit Glasfaserleitung erhalten. Foto: Joachim Burek

Der kreisweite Umstieg vom ursprünglich geplanten Ausbau im Außenbereich auf Grundlage der Vectoring-Technik (Kupferleitung, Ziel: 50 MBite/s) auf kompletten Glasfaserausbau haben neue Vorgaben bei der Bundesförderung möglich gemacht. Für die Stadt Vlotho geschieht dieses Upgrade sogar kostenneutral. Das haben Bürgermeister Rocco Wilken und Stadtentwickler Michael Fißmer jetzt mitgeteilt. Birgit Rehberg, Breitbandausbau-Koordinatorin des Kreises Herford, informierte außerdem die Politik in einem ausführlichen Sachstandsbericht im Stadtentwicklungsausschuss über diese neue Entwicklung.

Bund und Land übernehmen die Mehrkosten

»Das ist ein große Chance, unseren Außenbereich zu stärken. Ein besonderer Erfolg ist zudem, dass bei diesem Umstieg die Kostenneutralität für Vlotho erreicht werden konnte«, erklärten Wilken und Fißmer. Nach der Änderung der Fördervorgaben hätte der komplette Glasfaserausbau die Stadt zusätzlich zu dem Standortnachteil um bis zu einer Million Euro mehr kosten können.

Wilken: »Dagegen haben wir interveniert. Aufgrund unserer Stellungnahme zu den finanziellen Erfordernissen konnten wir klarmachen, dass die Stadt Vlotho mit geringer Einwohnerzahl, aber großer Fläche gegenüber anderen Kommunen benachteiligt werden würde. Im Ergebnis hat die Stadt nun erreicht, dass die Mehrkosten für den kompletten Glasfaserausbau von Bund und Land zu 100 Prozent übernommen werden.«

Dadurch bleibe es für die Stadt bei der ursprünglich vorgesehenen Gesamtinvestition von 450.000 Euro. »Das bedeutet, dass bei gleichzeitig optimalem Netzausbau in den zurzeit unterversorgten Bereichen, die nun in den Giga-Bereich kommen, dringend erforderliche Investitionen weiter möglich sind«, so Wilken.

Sachstandsbericht im Ausschuss

Vor dem Hintergrund dieser neuen Entwicklung hatte Birgit Rehberg im Stadtentwicklungsausschuss einen Sachstandsbericht zum Projekt Breitbandausbau in den unterversorgten Bereichen im Kreisgebiet gegeben, das seit 2016 läuft. Insgesamt seien im Kreis 6000 Anschlüsse unterversorgt (unter 30 MBite/s). Davon befänden sich mehr als 25 Prozent in Vlotho.

Für den Ausbau auf Kupferbasis in diesen »weißen Bereichen« hätten der Bund eine Förderung von 50 Prozent und das Land von 40 Prozent der Wirtschaftlichkeitslücke des beauftragten Ausbau-Unternehmens zugesagt. Insgesamt bewilligten Bund und Land die Kostenübernahme von kreisweit 16 Millionen Euro. Nun aber, in der zweiten Stufe der Ausschreibung, hatten nur Angebote für den vollständigen Glasfaserausbau vorgelegen, so Birgit Rehberg. Gleichzeitig hätten Bund und Land im Sommer 2018 die Möglichkeit zum Upgrade auf Glastechnik statt Vectoring-Technik eröffnet.

Die Kommunen im Kreis beantragten daraufhin die Mehrkostenübernahme für das Upgrade. Birgit Rehberg: »Seit vergangener Woche liegt die Entscheidung vor, dass es für Vlotho eine landesweite Ausnahme gibt. Hier ist es geglückt, dass für Vlotho der volle Fördergeldsatz bewilligt wurde.« Da der Technikwechsel eine Änderung der Ausschreibung erfordere, könne aber über den Zeitpunkt der Umsetzung noch nichts gesagt werden, teilte Birgit Rehberg mit.

 

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