Viel Kunstblut und schwarzer Humor: »Dirty Chucks« drehen in der Bahnhofsruine – mit Video
Morbides Video für ein Liebeslied

Vlotho (WB). Sägen, Stromkabel, Gummifinger und Rote-Beete-Saft: Die »Dirty Chucks« haben seltsame Utensilien in den Bahnhof geschleppt. Sie werden für ein Musikvideo zu einem neuen Song gebraucht. Darin geht es eigentlich um die Liebe.

Freitag, 21.09.2018, 03:30 Uhr aktualisiert: 21.09.2018, 10:16 Uhr
Dominik Nobbe (links) und Christoph Marten von den »Dirty Chucks« drehen das Musikvideo zu »(Jedes) Liebeslied« im Erdgeschoss des Bahnhofs. Das gewünschte verfallene Ambiente für ihr Werk haben sie erhalten. Foto: Heike Pabst

 

»Dirty Chucks« drehen im Vlothoer Bahnhof

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  • »Dirty Chucks« drehen im Vlothoer Bahnhof
Foto: Heike Pabst
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Als Dominik Nobbe und Christoph Marten das letzte Mal im Bahnhof ein Musikvideo gedreht haben, war eine ganze Schar Kinder dabei. Die »Ruinen Rocker« sangen 2015 im Song »Reparatur« mit den »Dirty Chucks« über eine mögliche Sanierung der Immobilie. Doch das nächste Werk des Duos dürfte wenig kinderfreundlich werden.

Im Video zu »(Jedes) Liebeslied« werden die Vlothoer Musiker von einer geheimnisvollen Unbekannten entführt, im Bahnhof an Stühle gefesselt und auf unterschiedliche Arten misshandelt. Sogar die geliebten »Chucks« nimmt sie ihnen ab: die Schuhe, denen das Duo seinen Namen verdankt.

Bloß nicht zu romantisch

Liebe ist schließlich manchmal schmerzhaft, und nicht umsonst hatten die »Dirty Chucks« schon im Song »Die Band hat einen Namen« darauf hingewiesen, wie ernst das Publikum das alles nehmen sollte: »Wer mit Satire gar nix anfangen kann, der hört mal besser weg, denn wir posen und wir geben an, das ist Sinn und Zweck«.

In »(Jedes) Liebeslied« singen und rappen Dominik Nobbe und Christoph Marten darüber, wie schwierig es manchmal ist, der Geliebten seine Gefühle zu offenbaren – und widmen ihr deswegen kurzerhand alle Liebeslieder dieser Welt.

Im Refrain heißt es: »Und jedes Liebeslied, was jemand anders schrieb, handelt trotzdem von Dir, auch wenn es spanisch, türkisch, englisch, italienisch ist und es ist nicht von mir: Stell Dir vor, ich hätte es nur für Dich geschrieben und zeig Dir dadurch meine unendliche Liebe. In jedem Liebeslied, was jemand anders schrieb, geht es eigentlich nämlich nur um Dich.«

Waterboarding und Bisswunden

So gefühlvoll wie diese Zeilen durfte das Video nicht werden. Das war für die »Dirty Chucks« von vornherein klar. Nun soll der Kontrast zwischen Liedtext und Video ihrem jüngsten Werk den besonderen Reiz verleihen.

»Drehen wir jetzt das Waterboarding?«, fragt Christoph Marten und fügt seinem blutigen Make-Up noch eine künstliche Bisswunde am Hals hinzu. Dominik Nobbe, der ebenfalls sehr mitgenommen aussieht, verneint. »Jetzt ist die Sache mit der Autobatterie dran.«

Die ganz in Schwarz gekleidete Hauptdarstellerin macht sich bereit und schließt betont lasziv Kabel an die Batterie an. Laut Auskunft von Dominik Nobbe heißt sie Emakume Bortitza und ist »ein baskisches Model«. Mehrmals muss sie die Prozedur wiederholen, bis Kameramann Jörg Steinmann zufrieden ist.

Veröffentlichung am 6. Oktober

Dominik Nobbe und Christoph Marten haben sich eine Drehgenehmigung für den eigentlich komplett abgesperrten Bahnhof geholt, weil sie sich ein möglichst verfallenes Ambiente für das Video wünschten. Das haben sie bekommen: Manche Bereiche des Bahnhofs dürfen aufgrund der Einsturzgefahr nicht betreten werden. Die Musiker beschränken sich deshalb auf das Erdgeschoss.

Nach einem sehr anstrengenden Tag ist es geschafft und alle Szenen zu »(Jedes) Liebeslied« sind im Kasten. Das Video wird am 6. Oktober auf Youtube veröffentlicht. Das ist exakt ein Jahr nach »DreiZweiSechsNullZwei«: Das Video zu der Vlotho-Hymne haben die »Dirty Chucks« auf dem Abendmarkt gedreht.

Wer »(Jedes) Liebeslied« vor der Video-Premiere schon einmal hören möchte, sollte am 29. September ins »Ak Bel Etage« nach Bad Oeynhausen kommen. Dort spielen die »Dirty Chucks« ab 22 Uhr den Song erstmals live.

 

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