Gottesdienst eröffnet Ausstellung in der St. Stephans-Kirche Bilder und Skulpturen im Dialog

Vlotho (WB). Zu einem eher ungewöhnlichen Gottesdienst hat die Kirchengemeinde St. Stephan am Sonntag eingeladen. Das Leitmotiv »Begegnung« konnten die Besucher gleich in mehrfacher Hinsicht erleben: in der Begegnung mit Gott im Gottesdienst, bei der Vorstellung zweier neuer Presbyter und der neuen Konfirmanden sowie schließlich auf künstlerischer Ebene bei der Eröffnung einer Ausstellung im Kirchenraum.

Von Von Joachim Burek
Die Künstler Josef Jansen und Gisela Lücke sowie Pfarrer Jörg Uwe Pehle (von links) eröffnen die neue Ausstellung, die jetzt in der St. Stephans-Kirche zu sehen ist, »Begegnung – wo zwei oder drei in meinem Namen ...« lautet der Titel.
Die Künstler Josef Jansen und Gisela Lücke sowie Pfarrer Jörg Uwe Pehle (von links) eröffnen die neue Ausstellung, die jetzt in der St. Stephans-Kirche zu sehen ist, »Begegnung – wo zwei oder drei in meinem Namen ...« lautet der Titel. Foto: Joachim Burek

»Begegnung – wo zwei oder drei in meinem Namen ...« lautete der Titel der Ausstellung mit Werken der beiden Unnaer Künstler Gisela Lücke und Josef Jansen, die jetzt in der St. Stephans-Kirche zu bewundern ist. »Dort, wo Begegnung geschieht, ist Fortschritt und Entwicklung. Wir entfalten uns in der Begegnung mit dem Gegenüber, mit dem Du. Dort wird dem jeweils Anderen Aufmerksamkeit geschenkt«, stellte Pfarrer Jörg Uwe Pehle in seiner Predigt fest. Das gelte neben vielen Lebensbereichen auch für den Dialog und die Auseinandersetzung in der Kunst.

Begegnung als Lebensthema

Zuvor hatte Pfarrer Pehle die Künstlerin Gisela Lücke, die er aus seiner Zeit in Unna kennt, sowie den Maler Josef Jansen zur Eröffnung ihrer Gemeinschaftsausstellung in St. Stephan begrüßt. In der Präsentation begegnen sich die Porzellan-, Ton- und Ziegelskulpturen von Gisela Lücke sowie die in Mischtechnik gehaltenen Zeichnungen und Malereien Jansens. »Bilder und Skulpturen – das ist ein immer wieder ein spannender Dialog«, freute sich Josef Jansen in seinen Einführungsworten über die entlang des Kirchenschiffs und des Altarraums gestaltete Anordnung der Exponate beider Künstler. Auch Gisela Lücke bezeichnete bei der Vorstellung ihres Werks die Begegnung als »ihr Lebensthema«. Dies werde unter anderem durch die in der Ausstellung gezeigten Exponate – der Stele und der Ziegelmauer – als Skulptur und Bauwerk der Vertikalen deutlich. Beide seien Ausdruck für Dialog und Bewegung in der Begegnung, sagte sie.

Kopf und Stele sind die zentralen Themen der Arbeiten von Gisela Lücke. »In meinen Arbeiten drückt sich mit den Materialien Ton, Porzellan und Ziegel das Erdhafte aus«, sagt die Künstlerin. So sei das Porzellan zum Beispiel ein Material der Widersprüche, in dem sich bei der Verarbeitung künstlerische Gestaltung und bewusst einbezogene Zufallsmomente begegneten.

Meditativer kreativer Prozess

Bei Josef Jansen steht der Prozess des Zeichnens und Malens im Mittelpunkt, dem ein meditativer Prozess des In-sich-Gehens vorausgeht. »Dann erst entwickelt sich die Malidee. Oft staune ich selbst über das Ergebnis und erlebe so wieder eine neue Begegnung«, erläuterte der Maler.

Im Anschluss an den Gottesdienst hatten die Besucher die Gelegenheit zu einem Rundgang durch die Ausstellung und der Begegnung mit den Künstlern.

Neben der Ausstellungseröffnung stand außerdem die Vorstellung zweier neuer Presbyter im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Feierlich führte Pfarrer Pehle ge- meinsam mit dem Kirchenvorstand Claudia Strong und Kathrin Finne in ihr Amt ein. »Damit hat St. Stephan als eine der wenigen Gemeinden im Kirchenkreis ein Presbyterium, in dem jeder Platz auch besetzt ist«, freute sich Pfarrer Pehle.

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