Ehemalige Vlothoer Ratsfrau Monika Sellmann übernimmt Artur Linnenbrökers Amt Schiedsleute entlasten die Gerichte

Vlotho (WB). 15 Jahre lang war Artur Linnenbröker Schiedsmann in Vlotho, nun hat er sein Amt abgegeben: Für ihn ist Monika Sellmann in dem Ehrenamt willkommen geheißen worden. Im Rathaus tauschten sich die Schiedsleute über die Herausforderungen und interessanten Seiten ihrer Aufgabe aus.

Von Heike Pabst
Sie tauschen sich aus: Schiedsmann Helmut Schwartze (von links), Richterin Andrea Schumann (stellvertretende Direktorin des Amtsgerichtes Bad Oeynhausen), Artur Linnenbröker, Monika Sellmann und Bürgermeister Rocco Wilken.
Sie tauschen sich aus: Schiedsmann Helmut Schwartze (von links), Richterin Andrea Schumann (stellvertretende Direktorin des Amtsgerichtes Bad Oeynhausen), Artur Linnenbröker, Monika Sellmann und Bürgermeister Rocco Wilken. Foto: Heike Pabst

»Artur, ich danke Dir für Deinen Einsatz. Es war wohl eine spannende Zeit, sonst hättest Du es ja nicht so lange gemacht«, richtete Bürgermeister Rocco Wilken das Wort an den scheidenden Schiedsmann Linnenbröker. Er war im Januar 2003 als Nachfolger von Barbara Balke Schiedsmann geworden (VZ berichtete).

Zudem war Linnenbröker 13 Jahre lang Ratsmitglied und von 1989 bis 2004 sachkundiger Bürger. Nun erhielt er von Rocco Wilken eine Pflanze und ein »westfälisches Flachgeschenk« sowie eine Abschiedsurkunde aus den Händen der stellvertretenden Direktorin des Bad Oeynhausener Amtsgerichts, Richterin Andrea Schumann.

Schiedsleute fällen keine Urteile

Außerdem überreichte Andrea Schumann Helmut Schwartze eine Urkunde: Er steht seit mehr als zehn Jahren als Schiedsmann für die Menschen in Exter, Valdorf und Bonneberg zur Verfügung. Schwartze ist 2007 zum Schiedsmann gewählt worden und seit 2014 auch sachkundiger Bürger.

Schiedsleute verurteilen niemanden, sie sollen eine Lösung für Konflikte finden. Dafür können sie im Bedarfsfall einen Übersetzer anfordern oder Räumlichkeiten der Stadt nutzen. Oft finden die Gespräche bei den Schiedsleuten zuhause statt. Einen wesentlichen Teil machen Nachbarschaftsstreitigkeiten aus, gelegentlich kommt den Schiedsleuten eine Beleidigung oder ein Fall von Körperverletzung auf den Tisch.

Linnenbröker: »Das Ziel ist, dass alle zufrieden sind, sich mit einem Handschlag verabschieden und ein Vergleich unterschrieben ist.« Wenn ein Schiedsverfahren scheitert, steht Beteiligten der Weg der Privatklage offen.

Zuhören können ist entscheidend

Trotz der Fachkenntnisse, die er sich im Laufe der Jahre erworben hat, verließ sich Artur Linnenbröker oft auf sein Bauchgefühl und die Fähigkeit, zwischen Menschen zu vermitteln. »Das Wichtigste ist, erst einmal zuzuhören, damit die Leute Dampf ablassen können«, erzählte er. Im Frühling und Sommer, »wenn man sich am Gartenzaun trifft«, gäbe es häufiger Fälle für Schiedsleute als im Herbst und Winter.

Richterin Andrea Schumann bedankte sich bei Artur Linnenbröker für seinen Einsatz, da Schiedsleute die Gerichte deutlich entlasten. »Vor Gericht wissen wir ja nie, wie ein Streit historisch gewachsen ist«, führte sie aus, weshalb Schiedsleute bei manchen Fällen gegenüber Fachjuristen im Vorteil sind. »Man muss die örtlichen Begebenheiten kennen.«

Zwei Seminare bereiten auf das Ehrenamt vor

Monika Sellmann ist sich bewusst, dass sie in große Fußstapfen tritt: Ab sofort ist sie als Schiedsfrau für Uffeln und Vlotho/Stadt zuständig. Der Rat der Stadt hat sie am 1. Februar gewählt, am 21. Februar wurde sie im Amtsgericht Bad Oeynhausen vereidigt. Von 1994 bis 1995 war sie Ratsfrau und von 1992 bis 1994 sachkundige Bürgerin, außerdem ist sie seit einem Jahr Sozialbetreuerin für den Ortsteil Uffeln.

»Ich werde mich jetzt in die Materie einarbeiten«, kündigte die neue Schiedsfrau an. Sie wird zwei Seminare vom Bund Deutscher Schiedsleute im Juni und Juli absolvieren.

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