Vlothoer Artur Linnenbröker gibt sein Ehrenamt nach 15 Jahren auf Schiedsmann hört auf

Vlotho (WB). Artur Linnenbröker hat fast drei Jahrzehnte für Vlothos Liberale in der Kommunalpolitik mitgearbeitet, zunächst als sachkundiger Bürger und seit 2004 als Ratsherr. Außerdem hat er seit 15 Jahren als ehrenamtlicher Schiedsmann Streit nicht nur unter Nachbarn geschlichtet. Von beiden Ämtern zieht sich der 72-jährige Pensionär zurück.

Von Jürgen Gebhard
Artur Linnenbröker (72) hat nach seinem Amt als Ratsherr auch das Amt des Schiedsmannes aufgegeben.
Artur Linnenbröker (72) hat nach seinem Amt als Ratsherr auch das Amt des Schiedsmannes aufgegeben. Foto: Jürgen Gebhard

Seit 1989 in der Kommunalpolitik

Artur Linnenbröker ist im Jahr 1989 zur FDP gekommen. »Angesprochen hat mich damals unser Fraktionsvorsitzender Ulrich Ammon. An einem Sonntagmorgen tauchte er bei mir auf dem Bonneberg auf. Er fragte mich, ob ich nicht mal mitmachen wollte.« Artur Linnenbröker wollte mitmachen. Er besuchte Fraktionssitzungen und wurde bald sachkundiger Bürger. 15 Jahre später übernahm er dann als Ratsmitglied weitere Verantwortung für seine Heimatstadt. »Ich habe das immer sehr gerne gemacht. Ratsmitglieder können in einer Kommune vieles entscheiden und sie haben auch die Aufgabe, die Verwaltung zu kontrollieren.«

Zufrieden mit der Situation in Vlotho

Mit der Situation in Vlotho ist der frühere Beamte der Deutschen Bundespost ganz zufrieden – nicht nur mit den finanziellen Rahmenbedingungen. Vlotho gehöre schließlich zu den wenigen Kommunen in der Region mit einem ausgeglichenem Haushalt. »Es geht in Vlotho voran«, sagt Artur Linnenbröker und blickt von seinem Balkon hinunter auf die Lange Straße. Der langjährige Kommunalpolitiker nennt die zahlreichen IESK-Projekte, lobt die Umgestaltung des Sommerfelder Platzes und des Platzes vor der Kulturfabrik sowie den neu geschaffenen Bürgergarten hinter dem Haus Malz, aber auch die gerade abgeschlossene Neugestaltung der Valdorfer Straße.

Rat wählt demnächst Nachfolger

Die dritte Amtszeit des Schiedsmannes Artur Linnenbröker endet offiziell am 16. Januar. In der Februar-Ratssitzung soll ein Nachfolger benannt werden. »Bis dahin stehe ich noch zur Verfügung, um Streit zu schlichten«, kündigt er an. Früher habe es in Vlotho und den einzelnen Ortsteilen insgesamt sechs Schiedsleute gegeben. Inzwischen sind es nur noch zwei – laut Gesetz einer für etwa 10.000 Einwohner. Artur Linnenbröker ist für den Bezirk Vlotho/Uffeln zuständig. Helmut Schwartze, der Vater des heimischen Bundestagesabgeordneten, kümmert sich um den Frieden in Valdorf, Wehrendorf, Streinbründorf, Exter und Bonneberg.

Streit entstehe oft am Gartenzaun, hat Linnenbröker festgestellt. »Der Streit schaukelt sich dann solange hoch, bis einer der beiden das geklärt haben möchte.« Die meiste Arbeit habe ein Schiedsmann deshalb auch im Frühjahr und im Sommer, wenn die Leute im Garten sind. Im Winter könne es auch schon mal drei Monate ganz ruhig bleiben.

Zwischen Kontrahenten vermitteln

Schiedsleute nehmen den Gerichten einiges an Arbeit ab. Dazu gehören nicht nur Streitigkeiten unter Nachbarn, sondern unter anderem auch Verleumdungen, leichte Körperverletzungen oder die Missachtung des Briefgeheimnisses. »Nicht zuständig sind wir für Arbeits- und Familienrecht«, so Linnenbröker.

Als Schiedsmann gehe es ihm darum, zwischen den Kontrahenten zu vermitteln und einen für beide Seiten akzeptablen Kompromiss zu finden. Verhandelt wird im Wohnzimmer. »Ich höre mir beide Seiten an und versuche, zu einer Einigung zu kommen. Das hat in den meisten Fällen auch geklappt«, sagt Linnenbröker. Das Ergebnis wird in einem Protokoll festgehalten.

Erst wenn es zu keiner Einigung kommt oder wenn eine erzielte Einigung missachtet wird, kann das Gericht angerufen werden. Das sei jedoch die Ausnahme. Artur Linnenbröker: »Wenn beide rausgehen und mit dem Ergebnis zufrieden sind, dann bin ich auch zufrieden.«

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